Viele Studenten brauchen, wollen und unterstützen das Theater mit all seinen Sparten!

In einer Presseerklärung (siehe https://www.facebook.com/astaunirostock/posts/527300274001469) wertet der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Uni Rostock eine Kulturumfrage unter allen Studierenden (ca. 15.000) aus. Die Mehrheit spricht sich für das Volkstheater Rostock (VTR) aus. Doch was können wir, also insbesondere die Studierenden, tun um das VTR zu unterstützen?

1. Das Theater kennen lernen und ins Theater gehen:
Für 5€ kommt ein Student in eine reguläre Vorstellung. Wer kein Spontiabo (5 bzw. 10 Gutscheine) kaufen möchte, kann sich dem studentischen Theatergängerclub anschließen. Dort werden 2-3 Theaterbesuche im Monat organisiert. Nach manchen Vorstellungen gibt es Gespräche mit den Theatermachern.

2. Neue Ideen für das Theater entwickeln:
Das Theater muss im ständigen Dialog mit den Bürgern stehen -gerade ein Theater, das sich Volkstheater nennt. Meiner Meinung nach fehlte der Dialog in den letzten Jahren. Vielleicht habe ich diesen auch nicht wahrgenommen. Nichtsdestotrotz sehe ich bei Hans Heuer, dem seit dieser Spielzeit Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit, ein gewaltiges Potential, diesen Dialog zu verbessern.

3. Diese Ideen zusammen mit dem Theater umsetzen:
Wer also Ideen, Anmerkungen oder Kritik hat, der kann sich bei Herrn Heuer melden. Vielleicht gibt es auch neue Ideen für studentische Initiativen? Daran sind auch wir vom theaterclub[bei]uni-rostock.de interessiert!
Auch wer sich vorstellen kann, das Theater kreativ, technisch, wissenschaftlich oder in sonstiger Hinsicht zu unterstützen, kann sich bei Herrn Heuer oder uns melden.

Zuletzt möchte ich meine persönliche Meinung kundtun, warum Rostock ein unabhängiges Mehrspartentheater verdient:
In meinem studentischen Umfeld gibt es viele Menschen, die direkt oder indirekt von den Theatermachern abhängen. So sind beide Eltern einer Freundin fest am Theater angestellt. Eine Fusion würde beide Jobs gefährden. Eine weitere Freundin profitiert mit ihrem studentischen Tanzteam von den Erfahrungen der Tänzerinnen und Tänzern des Tanztheaters. Das Freie StudentenOrchester Rostock wird von Mitgliedern der Norddeutschen Philharmonie unterstützt.

Die Mitwirkenden des Theaters arbeiten nicht nur am VTR, sondern engagieren sich auch für unsere Gesellschaft.

Es gibt sicherlich noch weitere Kooperationen, von denen ich nichts weiß oder die man anstreben könnte. Doch all diese sind nur möglich, weil wir, die Bürger Rostocks und Mecklenburg-Vorpommerns Steuern zahlen und den Angestellten mit Hilfe dieser Mittel und der verkauften Eintrittskarten ein festes Grundgehalt geben können. Daher lohnt es sich, weiter für ein eigenständiges Theater in Rostock zu kämpfen. Eine Fusion würde einen großen Teil des Engements unmöglich machen.

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5 Gedanken zu „Viele Studenten brauchen, wollen und unterstützen das Theater mit all seinen Sparten!

  1. Lockt ein ordentlicher Studentenrabatt wirklich ins Theater? Oder ist es nur ein Marketingtrick des vielgelobten Herrn Heuer, die Besucherzahlen mit studentischen Besuchern künstlich nach oben zu addieren? Mit betriebswirtschaftlichem Denken hat das wenig zu tun. Und die Einnahmeseite des Theaters wird dadurch auch nicht verbessert. Schaut man sich die Vorverkaufsinformationen über das Ticketsystem des Theaters an, sollte Herr Heuer andere zielführende Aktivitäten entwickeln. Hier sind echte Marketingaktivitäten gefragt, an denen es aber im Moment hapert. Welche Impulse gibt es aus dem Hause heraus selber, die momentan angespannte Situation zu verbessern. Zu Wort kommen in der Presse seitens des Theaters die beiden Geschäftsführer. Gibt es ein Mehrspartenensemble, das sich auch engagiert oder tun die nur ihren „Dienst“? Es geht schhließlich um ihre Jobs, um ihre Zukunft. … Auch wenn manche es nicht wahrhaben wollen, die ewige Diskussion ums Theater sind die Leute langsam leid. Natürlich ist Kunst schön, wie schon Karl Valentin feststellte, und sie macht auch viel Arbeit. Doch irgendwie muß sich auch jemand dafür interessieren in Form eines Theaterbesuches. Die Besucherzahlen zeigen deutlich, daß das Gebotene so nicht angenommen wird. Also sollte man im Theater grübeln, wie man sein Publikum zurückgewinnt.

    • Die Spontitickets gibt es schon viele, viele Jahre am VTR. Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, dass es eine Zeit ohne sie gab. Und über die Wirtschaftlichkeit eines Kulturbetriebes lässt sich viel streiten. Ich wünsche mir lediglich, dass unser kulturelles, europäisches Erbe erhalten bleibt und nicht endet wie in den meisten Städten Nordamerikas. Ein interessanter Ansatz liesse sich z.B. hier http://kulturmanagement.wordpress.com/2009/11/19/theaterfinanzierung-geht-es-auch-ohne-forderungen/ finden.

      • Natürlich gab es die Spontitickets schon in früheren Zeiten. Aber irgendwie hat das Theater nichts zu verschenken – angesichts seiner finanziellen Lage. Rabatte, Ermäßigungen, Freikarten usw. sind keine Lösung. Auch Kultur muß solide finanziert werden – in einer ausgewogenen Einnahme- und Ausgabesituation. Das ist eine ganz einfache betriebswirtschaftliche Logik, die auch für´s Volkstheater gelten muß. Gute Besucherzahlen mit schwächelndem Einnahmeergebnis ziehen zwangsläufig irgendwann wieder finanzelle Nachschußforderung an die Stadt nach sich. Diese Spirale dreht sich sonst immer weiter … nur leider in die verkehrte Richtung. Auch Kultur hat seinen Preis.

  2. Die Frage von Herrn Schmidt, „gibt es ein Mehrspartenensemble, das sich auch engagiert oder tun die nur ihren “Dienst”? Es geht schließlich um ihre Jobs, um ihre Zukunft…“ kann ich nur unterstreichen. Dieser Blog wurde von einigen Theaternarren gegründet, weil das VTR seinen eigenen Blog abschaffte. Aus Kapazitäts- und wohl auch anderen Gründen. Aber Kommunikation zwischen den Theaterschaffenden und ihrem Publikum ist um so wichtiger, je schwieriger die Verhältnisse sind. Besonders dann, wenn sich die regionalen Medien so schwer tun.

    Deshalb wurde das VTR von anfang an in die Gründungsüberlegungen einbezogen. Nach dem „Stapellauf“ des Blogs mailten wir alle Theaterschaffenden an, deren Email-Adressen wir finden konnten, und luden sie zum Mitbloggen ein. Das Ergebnis sehen Sie: Nicht einer ist bisher dabei – kein Schauspieler, kein Sänger, kein Tänzer, kein Musiker, kein Dramaturg, schon gar nicht einer aus der Theaterleitung (was noch am ehesten verständlich wäre) – KEINER!

    Diese Mail ging Anfang März an die Theatermacher: „Sehr geehrte Mitglieder des Theaterensembles,

    Rostocker Bürger haben den Blog vtrblog.wordpress.com ins Leben gerufen, weil das Volkstheater seinen eigenen Blog aus Kapazitätsgründen eingestellte. Unser VTR hat positive öffentliche Wahrnehmung bitter nötig und der vtrblog soll mit dazu beitragen.

    Sie sind wie alle Mitglieder des Theaterensembles herzlich eingeladen, den Blog nicht nur zu besuchen, sondern auch inhaltlich mitzugestalten. Kommentieren Sie eingestellte Beiträge nach Herzenslust. Gerne geben wir Ihnen Autorenrechte, um eigene Artikel publizieren zu können. Bei Interesse am Autoren-Zugangsrecht senden Sie bitte eine Email an theater-rostock@freenet.de. Alle Beiträge, die dem Theater helfen, sind willkommen!

    Natürlich haben wir im Vorlauf Ihren Intendanten informiert. Es soll ja ein Blog nicht nur über und für, sondern auch mit dem Theater werden.

    Wir Initiatoren freuen uns sehr, wenn das Vorhaben Ihr Interesse findet und Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten aktiv mitwirken. Bitte geben Sie diese Nachricht auch an diejenigen weiter, die wir bislang über Email nicht erreichen können.“

    Nun sind zwei Wochen eine kurze Zeit, zumal im März drei Premieren stattfanden. Also lassen Sie uns hoffen und harren, aber auch Leistung und Engagement nicht nur auf der Bühne einforden!

  3. Zur Rolle der Eintrittpreise

    Das beste Argument für den Erhalt des Volkstheaters (als Vier-Sparten-Theater!) sind ausverkaufte Vorstellungen. Daran hapert es bei vielen Aufführungen mächtig gewaltig. Die Kartenpreise haben ihren Anteil daran.

    Vier Komponenten bewirken meines Erachtens, ob die Aufführungen gut oder eher schlecht besucht sind:
    1. Die Qualität der jeweiligen Aufführung. Da gibt es aus meiner Sicht in keiner der vier Sparten etwas zu meckern.
    2. Die Auswahl der Stücke: Der Spielplan. Dazu wäre viel zu sagen, aber das ist besser ein eigenes Thema.
    3. Die (positive!) öffentliche Wahrnehmung. Da hapert es sehr. Hoffentlich kann dieser Blog ein wenig dazu beitragen, dass es besser wird.
    4. Last not least die Preise. Die sind sehr heterogen. Es gibt die sehr günstigen Karten für Studenten und andere bis 30 Jahre. Ältere haben erheblich mehr zu zahlen, fürs Große Haus beispielsweise in der niedrigsten Preisgruppe (ab 10. Reihe) zwischen 23-17 Euro (http://www.volkstheater-rostock.de/tickets/kartenpreise.html). Das können sich Niedriglöhner und Niedrigrentner auch bei konsequentem Sparen für den nächsten Theaterbesuch nur sehr selten leisten. Und davon gibt es viele! Für die Rentner wird auch die kommende Rentenerhöhung wenig ändern: Um wieviel häufiger kann beispielsweise eine Ostrentnerin mit derzeit 640 € nach der Erhöhung ihrer Rente um 3,29 % ins Theater gehen?

    Bei der Preisgestaltung haben offenbar vorwiegend Entscheidungsträger mit Westerfahrung mitgewirkt, bar jeder Kenntniss der Beschäftigungs- und Einkommensverhältnisse hier in Rostock und Umgebung (die sich selbst von der Schweriner Situation deutlich unterscheiden). Es sollte durchaus möglich sein, durch eine klügere Preispolitik mehr Besucher zu gewinnen – bei gleichen bzw. besseren Einnahmen für das Theater. Wenn man dann noch daran denkt, dass sich der Landeszuschuss auch nach der Zahl der verkauften Karten berechnet, dürfte es höchste Zeit sein, hier etwas zu verbessern.

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