Demo vo dem Rathaus am 13.05.2013 – was hat es gebracht?

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Diese Galerie enthält 15 Fotos.

             Wer sich die Bilder genau ansieht, erkennt, dass viele der Theatermacher Blätter in den Händen halten, beschrieben mit Text. Aber die vier Mikrofone (letztes Bild) blieben ungenutzt. Wirklich wegen des Wetters??? Und ein Bild wurde auf … Weiterlesen

Wichtige Termine

Das Volkstheater und der Förderverein übermittelten dem VTRBLOG mehrere  interessante Termine, die sich die Anhänger und Unterstützer des Theaters nicht entgehen lassen sollten:

13.  Mai 2013,  16:45 (Sammeln ab 16:30) Uhr vor dem Rathaus

Liebe Theaterfreunde,
am 15. Mai 2013 werden auf der Sitzung der Rostocker Bürgerschaft entscheidende Beschlüsse für den Fortbestand unseres Theaters gefasst. Die Fraktionen der Bürgerschaft beraten vor der Bürgerschaftssitzung am Montag, dem 13. Mai 2013, dazu.

Dies wollen wir, die Mitarbeiter des Volkstheaters Rostock, zum Anlass nehmen, um auf die prekäre Situation des Volkstheaters Rostock aufmerksam zu machen – aufgrund fehlender finanzieller Planungssicherheit konnten wir am vergangenen Mittwoch nur eine halbe Spielzeit bis zum 31. Dezember 2013 vorstellen.

Lassen Sie uns an diesem Montag, dem 13. Mai 2013, um 16:45 Uhr in einer gemeinsamen Aktion vor dem Rathaus demonstrieren, was für die Rostocker auf dem Spiel steht.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Ihr Volkstheater Rostock

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04. Juni 2013, 18:00 Uhr, Theater im Stadthafen

Das Volkstheater hat eine zusätzliche Aufführung von „Atropa – Die Rache des Friedens“ am 4.6. in den Spielplan aufgenommen und der Verein der Freunde und Förderer des Volkstheaters Rostock lädt im Anschluss an die Vorstellung  zum Publikumsgespräch mit Beteiligten der Inszenierung.

Der Förderverein hat ein Kartenkontingent (Gruppenrabatt) reserviert, auf das zurück gegriffen werden kann. Nach dem gemeinsamen Besuch von „Atropa- Die Rache des Friedens“ wird im Foyer eine Podiumsdiskussion mit dem Regisseur, der Dramaturgin und einigen Schauspielern stattfinden.

Mehr zum Stück auf http://www.volkstheater-rostock.de/repertoire/index.phtml?showsingle-1409&Sparte=6

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21. Juni, 21:00 Uhr, Theater am Stadthafen: Freitag-Nacht-Foyer

„So long – Goodbye“ Eine Abschiedsshow

Zum letzten Mal lädt das Schauspielensemble sein Publikum zum FreitagNachtFoyer in das Theater im Stadthafen ein, mit ihm die allerletzte Freitagnacht zu verbringen.

Mehr dazu auf http://www.volkstheater-rostock.de/repertoire/index.phtml?showsingle-1526&Sparte=

Perten ist schuld?!

Am vergangenen Donnerstag gab es im Anschluss an „Gas 1“ dank des Theaterfördervereins eine Podiumsdiskussion. Eigentlich bin ich nur wegen der Diskussion hingegangen und erlebte erst in der Aufführung, was mir da beinahe entgangen war: Ein „Gegenwartsstück“ (geschrieben 1917!) von höchster Intensität, werkgerecht aufgeführt,gleichermaßen atemberaubend ob der kaum überbietbaren schauspielerischen Qualität und der Aktualität. Das kann man nicht beschreiben, das muss man gesehen haben!

Das Stück illustriert – auch – überzeugend, wie schnell man sich nach einer Katastrophe damit abfindet, einen vermeintlich Schuldigen gefunden zu haben, wie wirkungsvoll Demagogie funktioniert.

Noch ganz im Bann dieser Aufführung lese ich jetzt im „Warnow-Anzeiger“ vom 5.5. als Ankündigung der Podiumsdiskussion „Gegenwart verstehen“ am 7.5. im Großen Haus folgendes:

„Unter der Ägide von Hans Anselm Perten zählte das Haus zu den führenden Theatern der DDR… Doch Intendant Perten war auch Mitglied im ZK der SED und als solcher nicht unumstritten… Im Spannungsfeld dieser Geschichte… könnte man fast von einem spezifischen ‚postsozialistischen Trauma‘ sprechen, das die Hansestadt im Verhältnis zu ihrem Theater zu lähmen scheint“. Mit Verlaub, Herr Autor, Sie hatten allen Grund, Ihren Namen nicht zu nennen! So einen Blödsinn habe ich lange nicht mehr gelesen. Dabei ist mir nicht ganz klar, wer nun letztendlich Schuld an diesem immerwährenden „postsozialistischen Trauma“ haben soll: Perten, das ZK, die SED als ganzes oder nicht doch besser die ganze DDR? Denn diese hat, obwohl bitterarm, nie an der Kultur gespart, nicht in Rostock und nicht auf dem platten Land, nicht beim Theater und überhaupt an keiner Sparte.

Wer wirklich erhebliche Schuld trägt am Nachwende-Theaterdesaster, hat Micha Arlt sehr kenntnisreich auf diesem Blog benannt (https://vtrblog.wordpress.com/2013/04/04/verspatete-kenntnis-eines-bekannten-vorgangs/). Aber das muss man nicht zur Kenntnis nehmen, es würde bezüglich der SED-Nennung nur stören. Der unbekannte Autor erweist sich als derart kenntnisarm, dass er von „der Fachzeitschrift Theater der »Zeit« “ schreibt, wo es doch richtig „Theater der Zeit“ heißen müsste – eine Zeitschrift, die bereits 1946 erstmals erschien (http://de.wikipedia.org/wiki/Theater_der_Zeit). Aber das muss man ja alles nicht wissen wollen…

Hätte ich die Möglichkeit, eine Veranstaltung zur Gegenwart und Zukunft des Volkstheaters Rostock unter dem Thema „Gegenwart verstehen“ zu veranstalten, würde ich drei Personen ins Podium bitten, um die Fragen und Anmerkungen der Besucher im Zuschauerraum zu beantworten:

  • Den derzeitigen Intendanten.
  • Den Oberbürgermeister.
  • Den Minister für Kultur etc.

Aber keiner von denen will sich dem Publikum stellen. Statt dessen werden im Podium Platz nehmen

  • Rolf Hochhuth,  in der hiesigen, örtlichen Konstellation wohl kaum hilfreich.
  • der „Polizeiruf“-Kommissar-Schauspieler Charly Hübner (weil das Geschehen um das VTR so befremdlich anmutende Elemente enthält?).
  • Regisseur Tobias Rausch, war kurzzeitig auch in Rostock tätig, derzeit Promotion am Lehrstuhl für Kulturphilosophie und Philosophische Anthropologie der Humboldt Universität zu Berlin (hilft uns das weiter?).
  • Dr. Bachmann für den Theaterförderverein (und als engagierte Bürgerschaftsabgeordnete!).
  • Stefan Rosinski als Geschäftsführer des VTR – er kann uns bestenfalls die finanziellen Zwänge erklären.
  • Sewan Latchinian als zukünftiger Intendant – das ist mutig, aber bis 2014 muss er tatenlos zusehen, was dem VTR alles widerfährt.

Da ist wohl kaum Hilfreiches zu erwarten, aber hingehen sollte man schon, um auch diese Szene des immerwährenden Trauerspiels „VTR“ aufmerksam zur Kenntnis zu nehmen. Denn das Rostocker Theater kann nur überleben, wenn wir Rostocker Bürger ihm engagiert zur Seite stehen, nicht nur einmalig mit einer Unterschrift, die zu nichts weiter verpflichtet.