Theaterhorror

Es ist kaum vorstellbar und scheint doch wahr zu sein: Den Mitgliedern des VTR-Ensembles wurde zum Spielzeitende gekündigt – mit Ausnahme des Orchesters und einigen wenigen „mit Bestandsschutz“ (vielleicht auch das Tanztheater ausgenommen?). Weil der neue Intendant „seine eigenen Leute mitbringt“… Und die Betroffenen schweigen.

Ein derart geheimes (und gemeines) Vorgehen ist ein übler Vertrauensbruch gegenüber dem Publikum. Warum wohl sind die Anatevka-Vorstellungen von Anfang an so gut besucht? Das Stück ist es nicht allein, viele wollen auch „nur“ ihren Peter Bause erleben, von dem sie wissen, wo er spielt, gibt es hohe Theaterkunst. Ein anderes Beispiel: Interessieren an „Virgina Woolf“ vordergründig die Ehestreitigkeiten (die kann man schließlich auch kostenlos daheim erleben) oder sind es nicht vor allem die Vollblutkomödianten Sandra-Uma Schmitz und Ulrich K. Müller, die uns in die Vorstellung locken? Offensichtlich wollen die Verantwortlichen die Bindungen zwischen den Künstlern und ihrem Publikum zerstören, um uns Konsumenten dann ein Bespieltheater auftischen zu können. In Unkenntnis dessen, dass es zwischen Kunst und Konsum gewisse Unterschiede gibt.

Als die Musiker für mehr Gehalt und Vollbeschäftigung warnstreikten, wusten sie bereits, dass ihre Kollegen vom Sprech- und Musiktheater mehrheitlich gekündigt waren. Was für ein Egoismus (und auch unglaubliche Kurzsichtigkeit), angesichts dieses Kahlschlages nur an sich selbst zu denken!

Heute ist wieder einmal der „Tag der Einheit“ und unter den Älteren werden es immer mehr, die sagen, das hätten sie so nicht gewollt, als sie ’89 auf die Straße gingen. Bananen statt Kultur ist auch wirklich ein schlechter Tausch. In dem so traurig armen Land wurde Kultur immer großzügig finanziert, Theater einbegriffen. Und wenn einmal ein Intendant wechselte, dann kündigte man doch nicht den Schauspielern und Sängern! Ein solcher Versuch hätte vermutlich weit mehr Unwillen hervorgerufen als die beabsichtigte Einführung des „Kaffee-Mix“. Aber bei allen Fehlern, die unsere damaligen Politiker machten, SO blöd waren sie denn doch nicht. Im Gegenteil, sie gingen mehrheitlich gerne und oft ins Theater.

Ich stelle mir gerade vor, bei einem Tierheim wechselt die Leitung und es würden daher auch die Tiere freigesetzt. Was für ein Aufschrei gäbe das! Aber mit Menschen kann man es offenbar machen. „Das ist im Westen seit eh und je so üblich“, höre ich immer wieder von Theaterleuten. Wer unter solchen Bedingungen nicht wütend wird, dem ist wohl nicht zu helfen.

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18 Gedanken zu „Theaterhorror

  1. Schweigen und verschweigen ist angesagt im Volkstheater. Die Medien hingegen verschweigen nicht nur, sie lügen ab und zu auch heftig. So liest man in der heutigen Ausgabe von „OZ LOKAL. Hansestadt Rostock“ schon in der Überschrift: „Die Premieren sind schlecht besucht“.
    Das stimmt so nicht! Die Premiere von „Anatevka“ war schon Wochen vorher ausverkauft, ich musste auf die dritte Vorstellung ausweichen. Auch die lief vor einem vollen Haus. Zur Premiere von „Till Eulenspiegel“ vermerkt Frank Schlösser in seiner Rezension (http://www.das-ist-rostock.de/artikel/49537_2013-09-23_der-proll-in-uns/; der Link funktioniert leider z.Z. nicht) einen „fast voll besetzten Saal“, obwohl die beiden Ausschnitte am Tag der offenen Tür so manchen abgeschreckt haben dürften. Auch die heutige „Premiere“ des allerersten Choreographie-Wettbewerbes am VTR im Theater am Stadthafen fand vor einem voll besetzten Saal statt.
    Nun folgten und folgen die Premieren in dieser Spielzeit in atemberaubendem Tempo, das hält kaum eine Haushaltskasse durch. Oder können Sie alle zwei Wochen und z.T. noch häufiger Theaterkarten kaufen? Hier eine Übersicht aller neuen Aufführungen:
    17.08. Zuhause   Strandgut 1
    30.08. Misery   Simon Moore
    01.09. Anatevka (Fiddler on the Roof) 
    15.09. Die kleine Meerjungfrau   
    21.09. Till Eulenspiegel  
    27.09. Wer hat Angst vor Virginia Woolf…?
    06.10. Madame Butterfly
    19.10. Tatort Rostock – Der erste Fall  
    25.10. Gretchen 89FF. 
    26.10. Schneewittchen und die 7 Zwerge   
    27.10. In Principio: Vorträge, Konzerte, Theater, Ausstellung  
    01.11. Nichts Schöneres   
    08.11. Harold und Maude 
    22.11. Väterchen Frost – Abenteuer im Zauberwald   
    28.11. Faust   
    29.11. Tatort Rostock – Der zweite Fall 
    31.11. Außer Kontrolle (Out of Order)

    Angesichts dieser vielen Neuaufführungen (die Wiederaufnahmen wurden hier gar nicht mit gelistet!) fordert die Theater-Aufsichtsratsvorsitzende „ein vielfältigeres Angebot“ (OZ, ebenda). So kann man das Theaterschiff mit Sicherheit zum Sinken bringen. Bei der Büchner hat es ja schließlich geklappt.

    • Als kulturinteressierte Bürgerin mit Interesse auch an Bildung und Verbreitung humanistischen Gedankengutes, als Forderer von demokratischer Mitwirkung der Einwohner Rostocks verurteile ich die Behandlung unseres Theaters und seiner Mitarbeiters auf das Äußerste. Über eine größere Stadthalle , in der es auf dem Gebiet Kultur weitestgehend nur Veranstaltungen der Unterhaltungskünstler gibt (nichts dagegen, aber das ist nicht das Nonplusultra) wird wohlwollend diskutiert. Diese Stadt braucht aber endlich – auch im Hinblick auf ihr im Lande MV höchstes wirtschaftliches Potential – ein ordentliches Theater mit einem sozialen Umgang mit seinen Akteuren. Und an die Adresse des neuen Intendanten: Wo haben Sie diese brutale kapitalistische Art des Umgangs mit Menschen (oder ist das für Sie nur Humankapital) bloß gelernt. Ob ich unter den Bedingungen nach Ihrem Antritt der Intendantenstelle das Theater noch besuche, ist zweifelhaft.

  2. Liebe Theater-Streiter,

    bei einem Intendantenwechsel ist es durchaus üblich (und durch das deutsche Bühnenrecht sogar gesetzlich gedeckt), daß ein neuer Intendant sich den einen oder anderen Mitarbeiter mitbringen kann. Zum anderen gibt es am Theater bestimmte Termine, bei denen auch über eine Nichtverlängerung des Vertrages gesprochen und entschieden wird. Das ist also kein ungeheuerlicher Vorgang, sondern geübte Praxis überall in Deutschland. Und wenn Sie jemanden am VTR fragen, wird er es Ihnen auch bestätigen können. Hier sollte doch etwas mehr Sachlichkeit geübt werden. Mir ist unverständlich, wie auf den neuen Intendanten eingehauen wird, der sein Amt noch nicht einmal angetreten hat …

    Was die Kritik an der (stellvertretenden) Aufsichtsratsvorsitzenden (denn das ist Frau Kröger) betrifft, bin ich verwundert. Frau Kröger ist in letzter Zeit mehr als einmal angenehm damit aufgefallen, daß sie die Geschäftsführung eindringlichst auf die Erfüllung von vereinbarten Aufgaben und Ziele hingewiesen hat. Ein Blick in den Zuschauerraum (fast egal, bei welcher Vorstellung) zeigt mehr als deutlich, daß die breite Masse der Bevölkerung es sich lieber auf der Couch zu Hause gemütlich macht, als ins Theater zu gehen. Hier liegt es oftmals an der Stückauswahl und der künstlerischen Umsetzung, die das Publikum fernbleiben läßt. Eine zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit findet zudem kaum noch statt. So werden Ressourcen verbraucht, die in der Folge Besucherzahlen und Einnahmen nicht auf ein vertretbares Niveau steigen lassen, eine vorrangige Aufgabe von Herrn Leonard und Herrn Rosinski. Mit vielfältigerem Angebot könnte auch gemeint sein, etwas auf die Bühne zu bringen, daß die Leute wirklich interessiert und ins Theater zieht. Das Theater befindet sich in einer überaus schwierigen Situation, an der es nicht ganz unschuldig ist. Vielleicht wäre es angezeigt, etwas mehr Differenziertheit in die hier stattfindenden Diskussionen zu bringen … Populismus allein hilft niemanden, am wenigsten dem Theater.

    • Hallo Herr Schmidt,
      „Populismus allein hilft niemanden…“ – da stimme ich ihnen zu. Aber leider verlieren Sie sich in (populistischen?) Allgemeinplätzen. Hierzu nur so viel:

      1. „Ein Blick in den Zuschauerraum…“ – nicht jeder hat die Möglichkeit und die Zeit, bei jeder Vorstellung in den Zuschauerraum blicken zu können. Sie schon? Ein Blick auf den online-Spielplan sagt anderes aus als Sie schreiben:
      02.10. Hexe Hillary geht in die Oper – Ausverkauft
      03.10. Anatevka (Fiddler on the Roof) – Ausverkauft!!!
      08.10. Der Grüffelo – Ausverkauft!!!
      09.10. Der Grüffelo – Ausverkauft!!!
      Lediglich Madame Butterfly scheint nicht genügend Interesse zu finden.

      2. Kain Frosch (und auch ich, wenn das Mitgeteilte stimmt) regt sich nicht darüber auf, „dass ein neuer Intendant sich den einen oder anderen Mitarbeiter mitbringen kann“, sondern dass es offenbar im Schauspiel- und Musiktheaterbereich Massenkündigungen gegeben hat. Darauf gehen Sie leider nicht ein!

      3. „Was die Kritik an der (stellvertretenden) Aufsichtsratsvorsitzenden (denn das ist Frau Kröger) betrifft, bin ich verwundert“, schreiben Sie. Wieso eigentlich? Darf man eine (stellvertretende) Aufsichtsratsvorsitzende nicht kritisieren? Wegen des hohen Amtes? Wegen der Parteizugehörigkeit? Wegen der Fakten sollte es eigentlich erlaubt sein. Meine sachbezogenen Argument habe ich im ersten Kommentar und hier unter Punkt 1 genannt. Die OZ spricht übrigens von der Aufsichtsratsvorsitzenden, nicht von der Stellvertreterin. Ob in dieser Frage die OZ oder Sie recht haben, ist aber meines Erachtens in der Sache völlig unwichtig.

      4. „Eine zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit findet zudem kaum noch statt“. Also dass finde ich höchst unzutreffend. Der bisherige Leiter des Bereiches Öffentlichkeitsarbeit hat wirklich getan, was er mit der sehr geringen Personalausstattung tun konnte. Wenn Sie es besser wissen und können, dann lassen Sie es bitte hören (und machen gegebenenfalls mit, das dürfte ehrenamtlich jederzeit möglich sein) – aber in Form konkreter Vorschläge und nicht als pauschale Verurteilung.

      • Lieber Herr Hering,
        gerne antworte ich Ihnen auf Ihre Zeilen.

        (1) Auch ich kann nicht jeden Abend in den Zuschauerraum schauen, aber wenn man sich den Kartenverkauf im Onlinespielplan anschaut, was bis 3 Tage vor der Vorstellung möglich ist, dann ist das Bild schon erschreckend. Natürlich gibt es auch ausverkaufte Vorstellungen. „Hillary“ und „Grüffelo“ sind Kinderstücke, die im Ateliertheater stattfinden und eine Kapazität von etwa 40 Plätzen haben. „Anatevka“ läuft – auch dank des Engagements von Peter Bause – sehr gut. Aber reichen einige ausverkaufte Vorstellungen, um das Einnahmeergebnis des VTR wieder in geregelten Bahnen zu bringen? Das darf (leider) bezweifelt werden.

        (2) Hierzu zitiere ich mal aus dem Artikel der heutigen OZ: „So wird der 31. Juli 2014, letzter Tag der Spielzeit, auch das
        Arbeitsende für Ensemble-Mitglieder markieren. 17 Leute stehen auf der Wackelliste. Keine Wechsel gebe es bei Chor, Tanztheater, Orchester. Aber bei den Schauspielern etwa tue sich was, so Latchinian. Fünf müssen gehen …“ Massenentlassungen am Theater ? 17 mögliche Wackelkandidaten – bei etwa 270 Mitarbeitern am Haus kann man davon wohl nicht sprechen.

        (3) Wenn schon Kritik, dann auch sachliche. Natürlich hat die OZ nicht immer recht, aber selbst lt. Website des Volkstheaters ist Frau Dr. Melzer (SPD) noch Aufsichtsratsvorsitzende, obwohl lange in Hamburg tätig. Hier hat es wohl noch keine Neuwahl dieser Position gegeben … sonst hätte es sicher, in welcher Zeitung auch immer, gestanden.
        Also ist Frau Kröger die Stellvertreterin … vielleicht sollte sie das beim nächsten Pressegespräch einmal deutlich machen. Ansonsten ist an den Argumenten der Frau Kröger nichts Ehrenrühriges zu finden … Theater lebt von Vielfalt, die sie in der gegebeben Form so nicht sieht … und das darf auch gesagt werden, egal, welcher Partei man/frau angehört.

        (4) Sie scheinen über Theaterinterna zu verfügen – Herr Heuer, der Öffentlichkeitschef des Theaters ist gegangen. Wenn er so eine gute Arbeit geleistet hat – dann fragt man sich, warum? Wenn Sie in denletzten Monaten die Zeitungen gelesen haben, fanden Sie recht wenig über das Theater. Allerortens lagen allerdings die Leporellos (sprich Theaterpläne) herum, ob diese reißenden Absatz fanden, darf bezweifelt werden.
        Ein anderes Beispiel: Der mit großem Tamtam eingeführte Theaterbus für´s Umland scheint wieder eingeschlafen zu sein. Und, wie man unter der Hand von Theatermitarbeitern hörte, gab es heftige Kritik seitens des Ensembles an seiner Arbeit. Er ist hoffnungsvoll gestartet und dann doch unter den Erwartungen geblieben, wenn selbst Premieren wie „Butterfly“ nicht ausverkauft waren.
        Auch hier darf der künftige Intendant aus heutigem OZ-Beitrag zitiert werden: „„Ich sehe mit Sorge, dass es im Moment Mindereinnahmen von unvertretbarer Größenordnung gibt. Fehlentscheidungen wie ,Till Eulenspiegel’, in dem bei der zweiten Aufführung statt 600 Leuten 47 saßen, wirken verheerend.“ Eine angemessene Pressearbeit hätte das möglicherweise verhindert. Und wenn die Presse- und Öffentlichkeitsabteilung des Theaters , wie Sie schreiben, personell unterbesetzt ist, ist das eine Aufgabe der Geschäftsführung, diesen Zustand gegebenenfalls zu verändern.

        • Nur kurz, damit es keine Endlosschleife wird:

          * Wenn sich die Kündigungen nur für Schauspiel und Musiktheater gelten ist Ihr Bezug auf 270 Mitarbeiter irreführend: Laut VTR-Webseite gibt es derzeit 8 festangestellte SängerInnen und 18 SchauspielerInnen. Wenn von diesen 26 Personen fünf definiv gehen müssen und 13 Wackelkandidaten sind, also bis zu 17 gekündigt werden, dann muss in diesen beiden Sparten über die Hälfte des künstlerischen Personals gehen! Es scheint sich also wirklich in Richtung Bespieltheater entwickeln zu sollen.

          * Ostseezeitung und NNN ignorieren seit Jahr und Tag das VTR und berichten zumeist nur, wenn Negativmeldungen anstehen – so wie gerade gehabt. Das war schon lange vor Heuer’s Arbeitsbeginn so und das konnte auch er nicht ändern, da gibt es offenbar andere und stärkere Interessen.

          * Die Theaterbusse fahren noch immer, wer ab und zu ins Theater geht, kann das sehen.

          * Wenn Sie sich wirklich an den Online-Ticket-Verkäufen orientieren: (a) sie enden drei (manchmal auch vier) Tage vor der Vorstellung, der Verkauf an diesen 3/4 Tagen ist von außen nicht mehr nachvollziehbar. Der heutige Stand: Butterfly am 11.10 fast ausverkauft, Virginia Woolf nahezu ausverkauft, die beiden Konzert am 12./13. ganz schwach verkauft.

          * Zu meinem Vorschlag, meiner Bitte, Ihre Ideen für eine bessere „zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit“ zu benennen bzw. selbst mitzutun, schweigen Sie leider. Lieber werfen Sie ein bisschen Schmutz auf einen hoch engagierten Menschen: „wie man unter der Hand von Theatermitarbeitern hörte, gab es heftige Kritik seitens des Ensembles an seiner Arbeit“. Schön pauschal und nicht nachvollziehbar, aber nach dem Motto, es wird schon was hängen bleiben. NEIN, das ist nicht mein Nivau und deshalb breche ich hier ab!

          • Lieber Herr Hering,

            wenn Ihnen meine Argumente so unerträglich sind, dann gibt es doch eine einfache Variante: Löschen Sie meine Beiträge und die (Theater-)Welt ist wieder in bester Ordnung … für Sie und Ihre Mitstreiter in diesem Blog. Als „Betreiber“ dieses Blogs ist Ihnen das sicher möglich. Meinungsvielfalt und auch mal andere Standpunkte scheinen hier nicht erwünscht, schade eigentlich.

  3. „Gut möglich, dass der Amerikaner ein sinkendes Schiff verlässt“, lese ich in der Ostsee-Zeitung vom 5./6. Oktober über Peter Leonard, den Intendanten des Volkstheaters.
    Ein schlimmer Satz in einem Artikel von Frau Anja Levien, der das Volkstheater insgesamt schlecht schreibt. Zu unrecht, wie ich meine und wie auch schon G.H. in seinem Kommentar anmerkte.
    Was den eingangs zitierten Satz angeht, so hat der Intendant mehrfach deutlich gemacht, dass er das Schiff VTR nicht verlässt, weil es am Sinken ist, sondern weil er endlich wieder einmal nach hause will, in die USA. Deshalb und nur deshalb hat er sich bei der Ausschreibung für die Intendantenstelle ab Sommer 2014 nicht erneut beworben – und das sollte ein verständliches Argument sein.
    Peter Leonard machte zur Eröffnung des diesjährigen Tages der offenen Tür sehr deutlich, dass er und seine Mannschaft in diesem seinem letzten Jahr Höchstleistungen bieten wollen und werden. Der ganze lange Tag der offenen Tür demonstrierte Aufbruchs- und keine Untergangsstimmung. Aber Frau Levien war vermutlich nicht unter den vielen interessierten Rostockern. Sonst hätte sie nicht eine Formulierung gewählt, die fatal an das Sprichwort „Die Ratten verlassen das sinkende Schiff“ erinnert. Eine Entschuldigung der OZ gegenüber Herrn Leonard erscheint mir unverzichtbar!

  4. Lieber Kulturflüchter,

    der Intendant Peter Leonard hat in den letzten Jahren schon viel versprochen (zum Beispiel die Verdoppelung der Besucherzahlen unter seiner Ägide) … und dann doch nicht eingelöst. Aber das ist eine andere Geschichte. Es gibt in der Stadt (und im Theater) viele Leute, die froh sind, daß Herr Leonard seinen Hut für die Intendanz ab 2014 nicht noch einmal in den Ring geworfen hat. Von welchen Höchstleistungen sprechen Sie oder hat er gesprochen?
    Wenn man sich den Spielplan, den er als künstlerischer Geschäftsführer zu verantworten hat und die daraus resultierenden, mageren Besucherzahlen anguckt, dann kann er dieser Art Höchstleistungen nicht gemeint haben. Das das Volkstheater ein „sinkendes Schiff“ ist, kann man so oder so verstehen. Das der Dampfer erheblich Schlagseite hat, kann man aber ehrlichen Gewissens nicht verleugnen. Eine Entschuldigung seitens der OZ – warum? Frau Levien hat im besagten Beitrag sicher nur das wiedergeben, was sie im Gespräch mit Herrn Leonard erfahren und manches sicher auch von sogenannten Insidern gehört hat. In der Gemengelage vielleicht nicht alles korrektv zitiert, aber in der Summe sicher nicht (ganz) falsch.

    • Offenbar waren auch Sie nicht beim diesjährigen Tag der offenen Tür, sonst müssten Sie nicht fragen, von welchen Höchstleistungen Herr Leonard gesprochen hat..
      Als Intendant ist er mehr als künstlerischer Geschäftsführer, siehe Wikipedia: „Intendanten … sind gesamtverantwortliche Geschäftsführer und künstlerische Leiter… eines Theaters“. Er ist daher dem kaufmännischen Geschäftsführer über- und nicht nebengeordnet, sie Sie es mit Ihrer Bezeichnung anzudeuten versuchen.
      Wie viel ist „viele“? Kennen Sie wirklich soooo viele, das es für Rostock repräsentativ ist?
      Die Aussagen Ihrer Kommentare habe ich alle schon mal gelesen, als Äußerungen unseres OB. Reden Sie ihm nach oder gehören Sie zu seinen Vordenkern? Gehen Sie genau so oft ins Theater wie er, d.h. reden und schreiben auch Sie über etwas, das Sie gar nicht selbst erleben (wollen)?

  5. Noch eins draufgesetzt: Während Günter Hering sich in seinem Kommentar über einen OZ-Artikel ärgert, indem es pauschal heißt, „die Premieren sind schlecht besucht“, ärgere ich mich über einen heutigen NNN-Beitrag, der überschrieben ist mit „Theater fehlen die Besucher“ und in dem es pauschal heißt, „Ausbleibende Besucher haben eine klaffende Lücke in die ohnehin klamme Kasse gerissen“. So pauschal stimmt das eben nicht – auch ich habe bei den von mir besuchten Stücken gut gefüllte Räume vorgefunden. Um meinen subjektiven Eindruck etwas objektiver werden zu lassen, bin ich dem Beispiel der Herren Schmidt und Hering gefolgt und habe mich bei den online-Buchungen umgesehen. Da sieht es gar nicht schlecht aus:

    12.10. „Ein bisschen Sex muss sein“ – Ausverkauft
    13.10. und 16.10. „Grüffaldo“ – Ausverkauft
    17.10. „Anatevka“ – bislang überraschend wenig Buchungen
    18.10. „Eulenspiegel“ – nur noch knapp 100 Plätze frei, also erstaunlich viel verkaufte Karten (und es sind ja noch 6 Tage bis zur Aufführung)
    18.10. „Misery“ wurde wegen großer Nachfrag ins TiS verlegt, nur noch 37 freie Plätze!
    19.10. „Zuhause“ ebenfalls wegen großer Nachfrage ins TiS verlegt, nur noch 34 freie Plätze!

    Im Gegensatz zu diesem Befund stehen der Satz von Herrn Schmidt (Kommentar vom 8.10.) „wenn man sich den Kartenverkauf im Onlinespielplan anschaut, was bis 3 Tage vor der Vorstellung möglich ist, dann ist das Bild schon erschreckend“ und der oben zitierte, inhaltlich identische Text im NNN-Beitrag.

    Eine erstaunliche Übereinstimmung zwischen Herrn Schmidt und der NNN gibt es auch bei der Tätigkeitsbeschreibung von Herrn Peter Leonard, beide bezeichnen ihn als „künstlerischen Geschäftsführer“. Das ist falsch und zugleich abwertend. Auf die unzureichende Bezeichnung hat schon Kulturflüchter in seinem Kommentar vom 8.10. hingewiesen. Wer mag den Ausgangstext solcher Negativtexte schreiben? Ist es S.R. oder eher K.S. oder ist K.S. ein Pseudonym von S.R.?

    Im übrigen hat die NNN meinen heute zum oben genannten Beitrag eingereichten Leserkommentar noch nicht freigeschaltet… Gut, das es das in diesem Blog nicht gibt, auch wenn Herr Schmidt heftig dafür wirbt.

    14.10.: Gerne korrigiere ich mich: Mein Leserkommentar zum vorgenannten OZ-Artikel wurde verspätet doch freigeschaltet. Den Artikel und insgesamt drei Leserkommentare findet man unter http://www.svz.de/nachrichten/lokales/rostock/artikeldetails/artikel/theater-fehlen-die-besucher.html

    • Ich wiederhole gern mein Angebot: Wenn meine Argumente so unerträglich sind, dann gibt es doch eine einfache Variante: Herr Hering als Betreiber hat sicher die Möglichkeit. meine Beiträge zu löschen und die (Theater-)Welt ist wieder in bester Ordnung … für alle Mitstreiter in diesem Blog. Meinungsvielfalt und auch mal andere Standpunkte scheinen hier nicht wirklich erwünscht, schade eigentlich. Aus diesem Grund werde ich diesen Blog künftig meiden – soviel ist schon mal sicher.

      • Sehr geehrter Herr Schmidt,

        da Sie mich als einen der drei Administratoren des Blogs ansprechen, will und muss ich Ihnen antworten.
        Sie schlagen vor, Ihre Kommentare zu löschen. Wir sind eigentlich stolz darauf, einen nicht-moderierten Blog zu betreiben und wollen nur bei ernsthaften Verstößen gegen die Netiquette den jeweiligen Beitrag löschen. Davon kann bei Ihren Kommentaren nun wirklich keine Rede sein.

        Ihre Kommentare haben Widerspruch herausgefordert – na und? Sie selbst fordern „Meinungsvielfalt und auch mal andere Standpunkte“, warum also löschen? Zudem dann logischer Weise auch die Kommentare zu Ihren Kommentaren mit gelöscht würden…

        Natürlich kann es vorkommen, dass man sich beim spontanen Kommentar-Schreiben im Ausdruck vergaloppiert und den Text gerne zurücknehmen möchte. Das gesteht WordPress leider nur den Autoren zu, nicht aber den Kommentatoren. In diesem Fall kann einer der Admins weiterhelfen, der über theater-rostock@freenet.de erreichbar ist (siehe auch den Bereich „Über uns“).

    • Schlechte Dichtung, gute Wahrheit:

      „Die Premieren sind schlecht besucht“.
      “Ausbleibende Besucher haben eine klaffende Lücke in die ohnehin klamme Kasse gerissen”
      „Ein Blick in den Zuschauerraum (fast egal, bei welcher Vorstellung) zeigt mehr als deutlich, daß die breite Masse der Bevölkerung es sich lieber auf der Couch zu Hause gemütlich macht, als ins Theater zu gehen.“
      „Ich sehe mit Sorge, dass es im Moment Mindereinnahmen von unvertretbarer Größenordnung gibt“ (Latchinian, OZ 8.10.).

      So lasen wir es in den Medien bzw. hier in den Kommentaren. Jetzt gibt es eine klare Aussage durch den Intendanten des Volkstheaters: „Seit sechs Monaten habe das Volkstheater so viel Publikum gehabt wie nie zuvor, sagt Peter Leonard“. Nachzulesen auf http://www.das-ist-rostock.de/artikel/49616_2013-10-21_vom-tatort-bis-zum-wm-finale/

  6. Lieber Karsten Schmidt,

    Vielen Dank für Ihre Beharrlichkeit im Kampf für differenziertes Argumentieren hier in diesem unsäglichen,von gefährlichem Halbwissen geprägten und populistischen Blog! Angeblich zum Wohle des VTR ist dieser Blog ein weiterer destruktiver Mosaikstein, der dem Theater nur schadet und die negative Stimmung schürt!
    Ein Neuanfang wird gewagt! Wie großartig!!! Ich freu mich drauf und werde mich hüten jetzt schon Vorurteile in die Welt zu posaunen, die nur auf Vermutungen und journalistischen Veröffentlichungen oder gar Statistiken beruhen!
    Herr Schmidt hat völlig recht, hier findet nichts statt, was bei einem Intendantenwechsel nicht üblich wäre und das sogar in sehr geringem Umfang!
    Herzlich Willkommen dem neuen Team, auf dass es besser werden möge!

    Theatergänger

    • Lieber Theatergänger (wer immer Sie auch sind),

      vielen Dank für Ihren Kommentar … es gibt also doch noch Menschen mit einem klaren Blick auf die Theaterrealitäten in der Hansestadt Rostock. Ich hoffe, Herr Latchanian hat die Kraft, den (dringend nötigen) Neuanfang zu bewältigen, wenn es dann noch etwas gibt, mit dem neu anzufangen ist.

      Ich betrachte die Herren Leonard und Rosinski für gescheitert … auch auf die Gefahr hin, hier wieder verbal kritisiert zu werden. Wie heißt es etwas abgewandelt: „Das Volkstheater Rostock ist (fast) tot. Es lebe das (neue) Volkstheater Rostock !“

    • Hallo „Theatergänger“,

      als Admin des VTRblogs sehe ich mich zu den nachstehenden Anmerkungen veranlasst. Bislang waren die Kommentare bei aller kontroversen Sicht auf die diskutierten Sachverhalte frei von Unsachlichkeiten – eine angenehme Situation für uns Admin’s.

      Mit Ihrem Beitrag schlagen Sie einen Ton an, der nach meinem Dafürhalten auf dieser letztendlich der Kultur gewidmeten Webseite absolut nichts zu suchen hat:

      „… hier in diesem unsäglichen,von gefährlichem Halbwissen geprägten und populistischen Blog! Angeblich zum Wohle des VTR ist dieser Blog ein weiterer destruktiver Mosaikstein, der dem Theater nur schadet und die negative Stimmung schürt! … Vorurteile in die Welt posaunen, die nur auf … journalistischen Veröffentlichungen oder gar Statistiken beruhen!“

      Solche unsachlichen, pauschalen Totschlagstexte waren der Anlass, dass das Volkstheater seinen eigenen Blog eingestellt hat. Die für die Öffentlichkeitsarbeit Verantwortlichen wollten ihre Zeit besser nutzen. Das gleiche nehmen wir Admin’s für uns in Anspruch. Allerdings werden wir Ihnen und anderen, die zu sachlicher Diskussion nicht bereit sind, keine Freude bereiten und den Blog einstellen. Reaktionen wie Ihre sind ein Beleg dafür, dass es lohnt, den Blog weiter zu betreiben. Allerdings gegebenenfalls auch mit der Löschung unseriöser Beiträge, vor allem dann, wenn sie anonym eingestellt werden.

      Nochmals: Wenn Ihnen Argumente, die „auf journalistischen Veröffentlichungen oder gar Statistiken beruhen“, nicht passen, dann sind Sie einfach falsch auf diesem sachorientierten Blog!

      Admin Dr. Hering

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