Ständige Intendantenkonferenz Mecklenburg-Vorpommern gegründet

Unsere regionalen Medien berichteten, so weit ich es verfolgen konnte, kaum von diesem Ereignis, das viel dazu beitragen kann, dass eine kreative Theaterlandschaft erhalten bleibt. Einzige Ausnahme ist – wie fast immer – www.das-ist-rostock.de. Zum Artikel gibt es auch Leserkommentare. Das ist gut, weil es zeigt, dass der Beitrag gelesen wurde. Und es ist anteilig schlecht, weil wieder einige meinten, sich negativ zum Theater äußern zu müssen. Wenn sie doch wenigstens erst ins Theater gehen und danach meckern würden!

Die Diskussion beim das-ist-rostock-Artikel wird abklingen, weil neuere Themen den Beiträg überlagern. Sie könnte bei Bedarf auf diesem Blog und hoffentlich konstruktiv weitergeführt werden.

Zum Einstieg hier die Gründungserklärung, gefunden auf www.nachtkritik.de:

1. Wir haben heute (11.11.2013) die ständige Intendantenkonferenz des Landes Mecklenburg-Vorpommern gegründet. Wir bieten uns als direkten Kontakt als Fachleute für die Landesregierung an. Diese Gründung basiert auch darauf, dass insbesondere, trotz aller, an den Theatern durchgeführten Maßnahmen wie Personalabbau und Einnahmesteigerungen, kein Ende der Probleme in Sicht ist.

2. Die Lage an den Theatern wird für Theaterleiter und Mitarbeiter immer unerträglicher. Sparten, Künstler fühlen sich aufeinander gehetzt! Die künstlerische Arbeit leidet darunter.

3. Wir brauchen eine neue demokratische theaterpolitische Debatte für dieses Land, gemeinsam mit den Kommunen, die nicht von statistischer Zahlenspielerei sondern durch inhaltliche Debatten geprägt sind.

4. Das bisherige Metrum Gutachten ist gescheitert. Das Ziel mit gedeckelten Landeszuschüssen bis 2020 das Fortbestehen der Theater und Orchester im Land zu sicher, kann nicht mehr erreicht werden. Die Berechnungen bestehen aus Annahme. Grundsätzliche Betrachtungen werden nicht besprochen. Insellösungen helfen nicht weiter.

5. Theater sind keine Sanierungsfälle. Sie tragen mit hoher Verantwortung ihren Teil zur ästhetischen Bildung durch darstellende Kunst und Musik bei.

6. Wir bieten deshalb unseren Sachverstand zur inhaltlichen Debatte weiterhin an, wie bisher. Die Landesregierung möge ihn mehr als bisher zur Vorbereitung von Entscheidungen nutzen. Desweiteren empfehlen wir mehr als bisher den Sachverstand des Deutschen Bühnenvereins zu nutzen. Neue Gutachten helfen uns nicht weiter.

7. Theater brauchen Klarheit, zwischenzeitlich anerkannt. Ständige Insolvenzbedrohungen schaden dem Ansehen der Kulturpolitik des Landes, seinem Kommunen und den Theatern enorm. Alles andere wird scheitern.

Die Kommentare zum Nachtkritik-Artikel sind auch nicht alle hilfreich, aber gegen die schlimmste Entgleisung gibt es zwei kurze und meines Erachtens gute Erwiderungen:

  1. „du schreist nach liebe, dann komm in´s theater, dann bist du nicht mehr so allein“.
  2. „Solche Art von traurigem Zynismus und Frust … entstehen, wenn die Kultur nicht gepflegt, gewertschätzt und gefördert wird“.

Die Aussage eines andereren Kommentars ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Rainer Strunk schrieb:

Theaterintendanten MV: abgeschottet gegen Einfluss von außen. Wie sieht es aus mit der Programmgestaltung? Gerade an diesem Punkt sind die Möglichkeiten ganz auf der Seite der Häuser. Außer in den Kritiken der Regionalpresse, steht nirgendwo geschrieben, dass die Häuser einen vor allem nostalgisch selbstreferenziellen Ansatz zu vertreten haben. Dass sich die Theater, wie das Land selbst, derart erfolgreich gegen einen zeitgemäßen Ansatz abschotten, ist eine freie Entscheidung. Das betrifft nicht nur die Auswahl der Stoffe, sondern auch die Besetzungen. So ist es in MV Theateralltag, dass Dramaturgen lieber selber inszenieren, als Sprachen und Formen von außen zuzulassen. Das Theater in der Opferrolle. In MV ist es Teil der Einrichtung„.

Auch das wäre auf diesem Blog gut zu diskutieren, der ja  aus dem Bemühen entstand, das Theater und sein Publikum einander näher zu bringen. Wenn es genügend Beiträge zum Thema „Programmgestaltung“ gibt, könnten wir eine Kategorie „Wünsche“ einrichten. Wer hierzu oder zu anderen Themen nicht nur kommentieren, sondern auch eigene Beiträge einstellen möchte, sollte dies an die Email-Adresse theater-rostock@freenet.de schreiben.

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