Das große Schweigen

Seit Wochen ist nichts mehr vom Volkstheater Rostock zu lesen, zumindest nicht online auf Ostseezeitung, NNN, den Werbeblättchen, nicht einmal auf das-ist-rostock.de. Kein gutes Zeichen!

Dieser Blog wurde als Kommunikationsebene zwischen der Theatermannschaft und dem Theaterpublikum ins Leben gerufen. Aber die Theatermacher haben offenbar kein erkennbares Interesse daran, mit denjenigen in Kontakt zu treten, die allein es auf Dauer retten können – eben den Theatergängern. Eher im Gegenteil (?). Als Admin dieses Blogs wurde ich sogar aus dem VTR-Newsletter herausgefallen, vielleicht nur zufällig…

Es gab einmal eine gutbesuchte Podiumsdiskusssion zur Zukunft des Rostocker Theaters. Auf der durfte das Publikum zuhören, aber jeden Versuch einer Bemerkung verbat sich der Diskussionsleiter energisch.
Wohl damit es nicht noch einmal zu so einem unbotmäßigen Zwischenfall kommt, hat man eine neuerliche Diskussionsveranstaltung kurzerhand nach Berlin verlegt. Und dort in Berlin konnte sogar Eva-Maria Kröger aus dem Publikum heraus einen Zwischenruf machen!

In Rostock aber dürfen wir demnächst zu vielen, vielen Premieren gehen – mehr als die Haushaltskasse vieler Theaterfreunde hergibt. Das kann also auch keine Lösung sein, selbst wenn “Schauspieler eben – vorübergehend – weniger verdienen als Müllfahrer“ (nd, ebenda). Müllabfuhr ist Daseinsvorsorge, aber Theater?

Wie wichtig ist Kultur im allgemeinen und Theater im besonderen noch für diese Gesellschaft?

Wie wichtig ist Kultur im allgemeinen und Theater im besonderen für die „Macher“?

Wie wichtig ist den „Machern“ die (permanente) Kommunikation mit den „Konsumenten“? Reicht Beifall wirklich aus?

Fragen über Fragen, aber der Admin dieses Blogs steht offenbar allein im Regen.

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Ein Gedanke zu „Das große Schweigen

  1. Andere schweigen nicht!

    In Dessau soll das Vier-Sparten-Haus binnen zwei Jahren sein Schauspiel und sein Ballett einbüßen.

    Das dortige Ensemble nahm das nicht sprachlos hin, im Gegenteil: Zum Auftakt der Weill-Woche gab es eine kämpferische Bettleroper, „ein Affront. Seinen Kampfgeist hat das Ensemble nicht nur mit dem Vagabundenvolk aus der barocken Vorlage von John Gay und Christoph Pepusch gemein. Ausdrücklich nimmt diese Inszenierung, in der die Schauspieler immer wieder aus ihren Rollen treten, auch Bezug auf den Herbst 1989. Das Programmheft zitiert die damalige Resolution der Künstler des Staatsschauspiels Dresden: »Ein Volk, das zur Sprachlosigkeit gezwungen wurde, fängt an, gewalttätig zu werden.«

    Die hohe Herzfrequenz des Abends steigert sich in Infarktnähe, als das wegzusparende Ballettensemble mit wütenden Gesten den Saal verlässt. Und noch einmal, als die Truppe ihr Statement »Wenige von Vielen« schmettert: »Noch singen wir die alten, frommen Lieder./ Noch halten wir uns an Gesetz und Recht./ Noch sind die Bettler Bürger, brav und bieder./ Doch bluten sie, wenn Ihr sie weiter stecht./ Wer hat Euch denn, Ihr Mächtigen da oben,/ Auf Euer stolzes, hohes Ross gesetzt?/ Es kommt der Tag, wo wir den Aufstand proben./ Noch lacht Ihr. Doch der Bettler lacht zuletzt.«“

    Zitiert aus dem neuen deutschland vom 24.2.2014. Es lohnt sich, den vollständigen Artikel unter http://www.neues-deutschland.de/artikel/924945.bettler-auf-der-buehne.html nachzulesen!

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