Nötigung?

In der „Ostsee-Zeitung“ vom 6. September ist zu lesen, dass Stadtverwaltung und Landesregierung eine „Zielvereinbarung“ vor-verhandelt haben, „dass der Gesamtbetrag öffentlicher Mittel für die Theaterbetreibung bis zum Jahr 2020 maximal in Höhe des aktuellen Niveaus gewährt werden kann.“

Und „das Kulturministerium droht: Stimmt die Bürgerschaft bis Ende November nicht zu, will es einen Teil seiner Förderung für die Rostocker Bühne einbehalten. Geld, das bereits verplant und in Verträgen mit Gastschauspielern und -musikern gebunden ist.“

So nimmt man einen störrischen „Partner“ an die Kandare. Und das Volkstheater? Plant 50 Premieren in der jetzt beginnenenden Spielzeit – keine von denen ist dem Vernehmen nach aufmüpfig, widerständig, aufrüttelnd gegen diese Art von „Kulturrevolution“.

Dabei hatte Latchinian im nd-Interview noch selbstbewusst erklärt, er wolle ein »relevanteres, politischeres Theater« machen.  »Die Bürgerschaft soll sehen, dass Volkstheater eben nicht nur für eine Oberschicht da ist«. Was aber eben nicht bedeuten sollte, dass Entertainment vorrang bekommt…

Zeitgleich verschenkt der Staat, der nicht ausreichend Geld für Bildung und Kultur  hat, Waffen in den Irak, (anteilig) ein U-Boot an Israel, wird der NATO-Forderung nach mehr Aufrüstung nachkommen usw. usf. Allein letzteres bedeutet eine Erhöhung des Militäraufwands von derzeit 31 auf 55 Milliarden € bedeuten. 24 000 Millionen Euro pro Jahr, wieviel Kultur wäre damit finanzierbar!

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