Freud und Leid

Freud und Leid existieren so oft und heftig neben einander. Zeitgleich zum stolzen Stapellauf am VTR müssen wir die schlimme Erkrankung von Jewgenij Potschekujew zur Kenntnis nehmen.


 

Der Stapellauf

Der Stapellauf in die 120. Spielzeit des Volkstheaters war ein voller Erfolg – so berichten es übereinstimmend die OZ (mit Bildergalerie und Video), die NNN (mit Bildergalerie), das-ist-rostock usw. usf. Hier die Pressemitteilung des Volkstheaters:

Spielzeiteröffnung am 20. September 2014: 1. STAPELLAUF Neubeginn

Am 20. September ist die 120. Spielzeit des Volkstheaters Rostock mit dem dreiteiligen, spartenübergreifenden Spektakel 1. STAPELLAUF Neubeginn eröffnet worden. Die Premiere war mit über 500 Zuschauern, darunter viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, aus Politik, Wirtschaft und Kultur restlos ausverkauft.

Mit dem offiziellen Spielzeitauftakt hat die monatelange Vorbereitungszeit der Spielzeit 2014/15 unter der neuen Intendanz von Sewan Latchinian ihren Höhepunkt erreicht.

Neben der ersten Mitspieloper der Musikgeschichte, Wilhelm Dieter Sieberts UNTERGANG DER TITANIC, feierten Uwe Johnsons INGRID BABENDERERDE und Kay Pollaks Theaterstück WIE IM HIMMEL Premiere. Das gesamte Theaterspektakel wurde von Intendant Sewan Latchinian inszeniert. Jede der drei Inszenierungen thematisiert das Phänomen des Neubeginnens auf unterschiedliche Weise: auf dem Gebiet der Technik, der Politik sowie der Liebe bzw. der Kunst.

Die Mitspieloper UNTERGANG DER TITANIC begann nach einer offiziellen Begrüßung um 16.00 Uhr auf dem Theatervorplatz. Von dort aus wurden die Besucher als Passagiere der 2. Klasse in den GROSSEN SAAL geführt, um anschließend über den Backstagebereich des Theaters in den Wirtschaftshof »evakuiert« zu werden und das Finale der 1979 in Berlin uraufgeführten Oper wiederum auf dem Vorplatz des Theaters zu erleben.

Das zweite Stück INGRID BABENDERERDE wurde in der Bühnenfassung des Volkstheaters Rostock von Holger Teschke, der ebenfalls zur Premiere anwesend war, uraufgeführt. Der Mecklenburger Dichter Uwe Johnson schilderte in seinem Erstlingsroman wie in den Anfängen der DDR bereits ihr Ende angelegt war.

WIE IM HIMMEL, nach dem gleichnamigen schwedischen Filmerfolg, bildete als dritte Inszenierung des Abends mit einem großen Finale den Abschluss des Eröffnungsspektakels. Gemeinsam mit dem Opernchor, der Singakademie Rostock und der Norddeutschen Philharmonie Rostock erzählt Kay Pollak die Geschichte des Stardirigenten Daniel Daréus, der nach einem Herzinfarkt in sein Heimatdorf zurückkehrt und dort einen ganz persönlichen Neubeginn wagt.

Thematisch an den Inszenierungen orientiert, wurden in der ersten Pause Auszüge aus dem letzten Speisemenü der Titanic vom 14. April 1912, in der zweiten Pause neu interpretierte Klassiker der ostdeutschen Schulspeisung angeboten.

Insgesamt sechs Mal bis in den Oktober wird die Auftaktveranstaltung wiederholt. Medienpartner des Theaterspektakels ist die OSTSEE-ZEITUNG.

„Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen, vor deren Hintergrund die künstlerischen Leistungen des Theaters wieder einmal in den Hintergrund zu rücken drohten, ist das spartenübergreifende Eröffnungsspektakel ein künstlerisches wie politisches Statement zugleich“, unterstrich Intendant Sewan Latchinian.


 

Jewgenij Potschekujew

das-ist-rostock berichtet in seiner Ausgabe vom 19.9. über die unheilbare Erkrankung des Pianisten Jewgenij Potschekujew. Seine Krankenkasse verweigert ihm Leistungen, die sein Leiden lindern könnten.

Am vergangenen Sonntag fand deshalb ein Benefizkonzert auf Schloss „K“ statt. Aber das Konzert folgte wohl zu dicht auf den „Stapellauf“ und wurde zumindest auf das-ist-rostock auch erst sehr spät angekündigt – es wird nicht viel zur unterstützenden Finanzierung beigetragen haben.

Ein weiteres Benefizkonzert, dass effizienter beworben wird und in einem viel größeren Raum stattfinden sollte, hat Jewgenij Potschekujew allemal verdient.

Eine sinnvolle Ergänzung ist das von Opernchor-Sänger Nils Pille auf seinen Namen eingerichtete Spendenkonto für den kranken Pianisten – mit dem Betreff „Hilfe für Jewgenij“, Iban: DE 60 1305 0000 1040517206, Bic: NOLADE21 ROS. Wir Musik- und Theaterliebhaber sollten es nutzen und uns dabei nicht schämen, wenn wir nur einen bescheidenen Beitrag leisten können – auf die Endsumme kommt es an!


 

PS

Dem Vernehmen nach war Herr Minister Brodkorb zwar nicht beim Stapellauf, aber er liest mit Schauspielstudierenden der HMT Rostock am 18. Oktober – in Güstrow!

Advertisements

Ein Gedanke zu „Freud und Leid

  1. Sogar unser aller Oberbürgermeister war beim Stapellauf, obwohl er durch sein Verbot eines Haustarifes dem Volkstheater gerade erst die Zukunft in Frage gestellt hat.
    Ob er vielleicht in Augenschein nehmen wollte, dass durch Veranstaltungen wie der „Stapellauf“ das VTR auf dem besten Weg ist, sich zum Entertainment zu wandeln?

Kommentieren:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s