Heraus zur Demo!

vtr-logo Liebe Theaterfreunde,

die Situation ist ernst! Morgen wird im Rostocker Rathaus über die Abberufung unseres Intendanten Sewan Latchinian entschieden.

Die Initiative Volkstheater „2 VOR 12“ ruft gemeinsam mit dem Förderverein Freunde und Förderer des Volkstheaters Rostock e.V., den Mecklenburg-Vorpommerschen Theaterfördervereinen Hebebühne e.V. und TheaterLeben e.V., dem Internetforum http://www.de-drom.de, der Anderen Buchhandlung Rostock, dem Rostocker Bund sowie der Rostocker Fraktion der Linken zur Demonstration auf:

Dienstag, 31. März 2015,

ab 16.00 Uhr

vor dem Rostocker Rathaus

„…Sie haben viele Herzen in Rostock neu entflammt. Theater hat wieder etwas zu sagen. Nur wer nicht hören will, bleibt taub. Danke für diesen Impuls. Es steht zu befürchten, dass Politik dieses Feuer in wenigen Tagen löscht.“ (Frank Pubantz in der Wochenendausgabe der OSTSEE-ZEITUNG über Sewan Latchinian, 28. März 2015)

aufruf-demo

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Einfach unfassbar

„Heute beschäftigte sich die Bürgerschaft in Rostock im nichtöffentlichen Teil mit der heftigen Kritik an der Rede des Rostocker Theaterintendanten Anfang März auf einer Theater-Demo in Neustrelitz. Dort hatte Sewan Latchinian die Zerstörung von jahrtausendealten Weltkulturerbestätten durch die Terroristen des „Islamischen Staates“ mit der „Zerstörung funktionierender Theaterstrukturen“ in MV verglichen“, schreibt die NNN in ihrer gestrigen Ausgabe, die auch. ein Interwiev mit Latchinian enthält.

Ähnliche pauschale Aussagen finden sich in der OZ, bei n-tv, auf nachtkritik.de und an anderen Stellen. Was aber der Intendant wirklich gesagt hat, bleibt ausgeblendet. Wieder einmal sollen wir Bürger uns auf Politiker und Medien verlassen. Warum eigentlich? Am konkretesten wird Latchinian selbst im NNN-Interview:

„Mir ging es um einen geschichtlichen Horizont, ohne den Kunst, Kultur und Kulturpolitik nicht gedacht werden können, im Guten wie im Bösen. Das deutsche Kulturverständnis nach 1945 wäre ohne dieses Bewusstsein kaum möglich gewesen…

Gemeint war, dass wir uns gerade angesichts der akuten Zerstörung von Kulturwerten im Irak und in der ehemaligen DDR als Deutsche der Verantwortung erinnern sollten, behutsam mit dem Ererbten umzugehen. Eine Gleichsetzung grundverschiedener Vorgänge war von mir nicht beabsichtigt“

Dem sollte man uneingeschränkt zustimmen können.

Diskussionen und Informationen auch auf Facebook.

Wieder einmal spielte sich ein Denunziant als Retter des „demokratischen Rechtsstaates“ auf:

„Den Stein ins Rollen gebracht hatte ein Brief von Ex-Landtagsabgeordneten Michael Körner (SPD) aus Neustrelitz, der Latchinian vorwarf „Mörder und fanatische Kulturzerstörer“ mit Repräsentanten des demokratischen Rechtsstaates zu vergleichen.“

Wenn es es dem Herrn Michael Körner wirklich um die Inhalte der Latchinian-Rede gegangen ist, so wäre ein Brief an den Redner angemessen und richtig gewesen. Aber den von Brodkorb (ebenfalls SPD, sagt uns das was?) ungeliebten Intendanten gleich beim Genossen Minister zu denunzieren, zeigt uns deutlich das moralische Niveau heutiger Politiker. Folgt man den Wikipedia-Informationen, ist Herr Klaus-Michael Körner nicht nur Politiker, sondern auch promovierter Theologe. Geht es noch schlimmer?

Update am 28.3.:

Viele und für die Beurteilung des Geschehens wichtige Informationen finden sich auf das-ist-rostock.de, wo die Diskussion wohl noch nicht abgeschlossen ist. Die Situation stellt sich etwas anders das als in den vorstehenden Zeilen, aber nicht besser:

  • Dr. Michael Körner ließ 10 Tage zwischen dem Ereignis (Latchinian-Rede) und Datierung seines Briefes verstreichen, um sich mit anderen abzustimmen.
  • Dr. Michael Körner schickte seinen Brief am Freitag, den 20.3. an den Intendanten, der ihn am Montag, den 23.3. erhielt. Noch bevor er ihn lesen, geschweige denn beantworten konnte, mailte Dr. Michael Körner am Sonntag, den 22.3. den Brief an die OB’s von Schwerin und Rostock und an die Stadtverordneten beider Städte mit der Begründung, „habe ich Herrn Latchinian am 20. März einen Brief (Anlage) geschrieben auf den ich leider noch keine Antwort habe und den ich Ihnen hiermit zur Kenntnis gebe. In diesem Brief habe ich angekündigt, dass ich Sie in meinen Verteiler aufnehme.“ Wie verdreht ist denn das?! Dr. Michael Körner hatte also von vornherein vor, Latchinian in Schwerin und Rostock zu denunzieren – wohlgemerkt ohne die wörtliche Rede von Latchinian beibringen zu können!

Es lohnt sich, vor allem auch das Schreiben von Dr. Körner und den Brief von Dr. Sybille Bachmann (beide auch auf das-ist-rostock.de) sehr sorgfältig zu lesen!

Über den konkreten Vorgang hinaus, der schlimm genug ist, stößt der interessierte Theaterfreund im Zusammenhang mit dem Tun von Dr. Körner auf den Landeskulturrat M-V, dessen Vorsitzender der „Kulturpolitiker und ehemalige Landtagsabgeordnete Dr. Michael Körner ist“. Es lohnt sich, die Mitglieder und ihre Tätigkeitsfelder näher anzusehen. Ein repräsentativer Querschnitt für die kulturellen Akteure in diesem Land erscheint mir das nicht!


Kommentare und Bericht u.a. bei:

 

Wer soll den Musik-Gordi bekommen? Mit abstimmen!

Gefunden auf http://www.musik-gordi.de/:

Seit 2013 wird der „Musik-Gordi“ vom Musikforum des Deutschen Musikrates und der neuen musikzeitung verliehen. In diesem Jahr kann das Publikum abstimmen, wer von den drei Nominierten die unbegehrte Trophäe erhält. Nachfolgend die Nominierten:

  • Sandra Scheeres,
  • Mathias Brodkorb und
  • Jean-Claude Juncker.

Der „Musik-Gordi – der gordische Knoten des Musiklebens“ wurde von dem Magazin Musikforum gemeinsam mit der neuen musikzeitung ins Leben gerufen wird seit 2013 im Rahmen der Internationalen Musikmesse Frankfurt am Main verliehen. Der „Musik-Gordi“ steht nicht in einer Reihe mit anderen so genannten Negativpreisen, sondern ist als Aufforderung zum Handeln zu verstehen, den gordischen Knoten zu durchschlagen und sich der Verantwortung gegenüber der Kultur und den Kulturschaffenden zu stellen.

Mit abstimmen, am besten jetzt gleich!

Hier ist das bisherige Ergebnis.

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