Der Triumph des Willens oder Wer einmal aus dem Brodkorb frisst

Gefunden bei Florian Leiffheidt:

Was soll man tun, nach dem gestrigen Tag, dieser gestrigen Entscheidung, einer vermeintlichen Bürgerschaftsentscheidung, getroffen durch den Hauptausschuss der Hansestadt Rostock? Wie soll man reagieren, ja, soll man reagieren? Lachen, weinen, sich erzürnen, aufregen, schreien, toben, aufbegehren? Sicher scheint eines: Auf keinen Fall kann dieses Ereignis, was ohne jeden Zweifel seinen Namen verdient, folgenlos bleiben!

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Gegen Windmühlen kann man kämpfen – an einem Brodkorb scheitert man, scheinbar. Das hat der schwarze Dienstag auch gezeigt. Bleibt zu hoffen, dass die Rostocker sowohl die Lust auf ihr Theater als auch die Wut auf ihren demokratiefern anmutenden Oberbürgermeister nicht allzu schnell vergessen. Die Besetzung des Rathauses aber auch der Gedanke, das Theater zukünftig zu einem Ort der Begegnung und des Meinungsaustausches lassen einen kleinen Schimmer aufblitzen. Wenn auch nur ein kleiner, verdeckt von grauen(haften) Wortschwaden einer bevölkerungsfern auftretenden Politiker.

(ebenda).

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Ein Gedanke zu „Der Triumph des Willens oder Wer einmal aus dem Brodkorb frisst

  1. Was man oder Frau tun soll?

    1) Weiterhin ins Theater gehen, Herrn Latchinian weiterhin – emotional und intellektuell – unterstützen, also mit Handschlag, Schulterklopfen, verbal, laut, vernehmlich, mit Haltung und Überzeugung, ggf. auch juristisch – gäbe es nicht sogar das Mittel der einstweiligen Verfügung zur Abwendung von Schaden am Organismus‘ Theater – oder sind auch alle Richter schon so von toten Gesetzen und Teer auf der emotionalen Gehirnhälfte betroffen, dass gar nichts mehr von der „unabhängigen Gewalt“ zu erwarten wäre?

    2) Die Traumatisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Volkstheater abwenden. Persönliche Kontakt aufleben lassen, nicht vorbeigehen, sondern im Theater vorbei gehen. Solidarität verbal, körperlich, emotional „üben“. Wir müssen leider schon wieder üben, weil wir völlig verroht und verklemmt geworden sind. Wir geben uns nicht einmal mehr die Hand, wie Untote aus einem Film, weil man uns einredet, uns spränge überall ein Tuberkel in die Nase. Eine ANGST-Gesellschaft bekommt ihre Angst frei Haus geliefert, damit sie teure Versicherungen gegen LebensANGST abschließt. Hallo?

    3) Die Filzbrigade und die falschen Freunde – die fiesen „Hinterbänkler“ angreifen, ans Licht ziehen, Ihre Schwärze im Kopf öffentlich machen UND das erbärmliche Opfer seiner Selbstverliebtheit, seines sich GOTT-GLEICH-FÜHLENS – Herr Methling in die Realität holen und ob seiner Schwärze im Kopf auch Bedauern, in Fürbitten aufnehmen, ihm mitleidig (mit leidend – er leidet jetzt…) auf die Schulterklopfen und zur UMKEHR auffordern, für uns, für sich…

    4) Und NICHT Herrn Methlings Familie angreifen, denn hier gelten biologische Gesetze. Man lügt für seine Nächsten das Blaue vom Himmel herunter, damit sie vermeintlich keinen Schaden nehmen und wenigstens die Welt zu Hause „schön“ ist. Das ist ein biologisch-psychologischer Lügenmechanismus, den nur kleine oder selbst bestimmte, „große“ Kinder durchbrechen bzw. sein Durchbrechen in der Familie orcieren können.

    In gewisser Weise auch zur Psychologie eines Ingenieurs sprach vor Kurzem Frau Prof. Ihsen an der Universität. Leider muss man hier immer noch bedenken, dass die Berufswahl eher nicht frei stattfindet. Herr Methling glaubt offenbar wirklich daran, das man „mit großen Maschinen und Betonklötzen“ eine schöne neue Welt aufbauen kann, weil seine Erlebniswelt eventuell in früher Zeit eher „kühl und mechanisch“ war.

    Dass man eine schöne Welt hat, die man nur wieder nicht schwarz sehen muss, ist für Ihn im Moment noch absolut unvorstellbar. Erst wenn er seine erste richtige Lebenskrise auch wirklich verarbeitet hat, wird er wieder im wahrsten Sinne des Wortes „klare Bilder“ sehen können und auch seinen Frau und seine Kinder bzw. Enkel wieder richtig emotional wahrnehmen können.

    Also – Respekt auch dem „Täter“ gegenüber, der ein ganz bedauerliches Opfer unserer kranken Gesellschaft ist. Böses tun wollte er nie, aber er hat den Bezug zum realen Leben völlig verloren. Seine „echten Freunde“ haben versagt, wie auch seine Nachbarn, seine Gemeinde…
    Ein sehr trauriges Leben, welches aber wieder besser werden kann. Das wollen wir ihm gönnen, auch wenn er jetzt nur noch mit im übertragenen Sinne „Gewalt“ gegen die Stadt, seine Gesundheit, seine Psyche den Bürgermeisterposten weiter ausfüllen können wird.
    Aber das hat er offenbar sowieso schon zu lange so getan. Widerstand ist also jetzt immer noch notwendig, vor allem gegen die perfiden Hinterbänkler, die diesen Mann für ihre Zwecke missbraucht haben. Je mehr Widerstand jetzt aufflammt umso eher kann man auch den Bürgermeister aus seiner Perspektive wie im Fahrstuhlschacht befreien.

    Empört Euch, rührt Euch, mit Vorwurf, aber ohne Hass. Denn nicht selten sehen wir beim Fingerzeig auf den Täter unsere eigenen Fehler auch weniger oder nicht mehr. Das kleine und große Sich-Selbst-Belügen ist Natur, aber auch die Wahrheit finden, mit Freunden – sich SPIEGELN, um Lösungen zu finden, ist unsere Natur. Sie würde aber dazu führen, den Tag nicht so sinnlos zu verbringen, wie wir es fast überall derzeit tun. Das Theater wäre ständig ausverkauft…

    Auferstehung, aufstehen, nicht stehen bleiben, weiter gehen… Frohe Ostern, den Theatermitarbeiterinnen und -mitarbeitern, Herrn Latchinian, allen Rostockern, die noch etwas Gutes hier machen wollen, und – auch Herrn Methling auf seinem schweren Weg, den er noch zu gehen hat.

    In diesem Sinne, Rostock nicht den Schwarz-Sehern überlässen. Es wird, wenn wir es nicht immer nur den Anderen überlassen, kleine Dinge ENDLICH einmal FÜR ANDERE (!) zu verändern. Helft Euch gegenseitig. Bewahrt den Busfahrer vor seinen tödlichen Alarmklingeln, die junge Frau vor tonnenschweren Türen, die sie niemals bewegen kann usw. usf. – jeder in seinem Beruf und auf der Straße, mehr brauchts nicht, um die Stadt wieder lebendig werden zu lassen, da bin ich mir ganz sicher. Den lebensfrohen Geist aus anderen Ländern in unsere Stadt zu lassen – das setze ich voraus. Ohne HMT, Uni usw. wäre Rostock eine Bühne für den Totentanz. Nun aber endlich- Goethe – BUNTES GEWIMMEL, denn wer nicht lacht, wird … natürlich: SCHWARZ IM KOPF und IM HERZEN.

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