Publikum macht Theater mit dem Theater – am 3.6.2015

Eine Information von Barbara Maria Drischler, übernommen von der Facebook-Seite „Initiative Volkstheater“:

Es geht in die nächste Runde:
Die Initiative Volkstheater lädt am 3.6.2015 um 16:30 Uhr auf dem Neuen Markt zu einer Veranstaltung ein, die unter dem Motto steht:
PUBLIKUM MACHT THEATER MIT DEM THEATER!
Nach monatelangem Protest ist es an der Zeit, einmal durchzuatmen und die Kunst, die Kultur und das Theater, für das wir uns alle so engagieren, zu feiern. Das Publikum möchte das 4-Sparten-Theater und das Theater wünscht sich ein Publikum. Wir haben gemeinsam gekämpft und nun laden wir Publikum und Theatermachende herzlich dazu ein, Seite an Seite einen Ausschnitt (den Refrain) aus „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“ zum Besten zu geben und miteinander Spaß zu haben. Laut und bunt und ein wenig albern soll es sein. Denn Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Parallel dazu wird die Bürgerschaft hoffentlich mehr Mitbestimmungs- und Entscheidungsrecht an sich ziehen, um der kulturellen Vielfalt in dieser Stadt und in diesem Land eine weitere Chance zu geben. Stimme ölen, locker machen und ab die Post…. Kommet in Scharen. Weitere Infos folgen…

„2 plus 2“

Unter der Überschrift „2 plus 2“ schrieb Sonja Hilberger am 21. Mail 2015 auf der Facebook-Seite „Initiative Volkstheater“ den nachstehenden Text und erlaubte uns, ihn auch hier einzustellen:

2 Plus 2

Das Ganze ist ein riesiges Lügenpaket. Die Landesmittel sind seit 1994 eingefroren. Das heißt , alle Gehaltssteigerungen und die steigenden Materialkosten müssen durch Einsparungen oder steigenden Zuschuss der Stadt getragen werden, die wiederum Schulden abbauen muss also nicht mehr gibt. Seit 1994. jeder sollte sich mal fragen was er da verdient hat oder sein Papa und wie die Preise gestiegen sind. Dann kann man Ermessen was das bedeutet. Das ist ein eiskalter Würgegriff, seit zwanzig Jahren. Anstatt dass nun endlich diese Eiszeit aufgehoben wird soll von dem Nichts was übrig ist noch was weggenommen werden. Und um das, was eine RiesenSauerei ist, zu verheimlichen macht man ein Paket daraus wozweimal ein plus steht. Plus zwei Plus Neubau. George Orwell, Neusprech. Minus. Minus von Minus. Heißt das. So wurden die Finanzpakete an den amerikanischen Banken geschnürt die zum Zusammenbruch geführt haben. Von Amerika lernen heißt Siegen lernen. Der Mann macht keine „Kulturpolitik“. Auch das ist Neuprech. Er ist dafür da, die Kultureinrichtungen abzuwickeln , heißt, zu vernichten. So ist das.

Am 27. Mai hat der Theaterförderverein einen offenen Brief veröffentlicht, der hier nachgelesen werden kann: 150527-offnener-brief-theaterförderverein-re-OZ-Interview des Ministers.

Dieser Brief spricht einige der schmutzigen Tricks sehr deutlich an, beispielsweise die anteilige Rückzahlung von Fördermitteln an den Fördermittelgeber:

„Verwundert hat die Feststellung, dass 2,5 Millionen Euro aus den Zuschüssen an das
Theater von diesem an Stadt oder Land zurückgezahlt werden müssen. Warum dann
nicht gleich die Mittel um diese Summe kürzen? Man gibt erst das Geld ans Theater
und nimmt es dann wieder, was soll das? Das Theater soll de facto den Neubau selbst
finanzieren, aus den Zuschüssen, die doch für den laufenden Betrieb gedacht sind und
gebraucht werden! Wie soll die Rückzahlung der 2,5 Millionen funktionieren, wenn ggf.
nur noch zwei Sparten komplett vorhanden sind?“

Dieser Trick ist übrigens nicht neu: Für die Nutzung des im städtischen Besitzes befindlichen „Theater im Stadthafen“ musste das VTR monatlich 50.000 € Miete zahlen. Jahr für Jahr holte sich so die Stadt 600.000,00 € Fördergelder zurück! Nach der Kündigung dieses Wuchervertrages steht das TiS anderen Nutzern nunmehr unentgeltlich zur Verfügung!

Aber das ist nur ein Aspekt der BroMeSe-Theatermisere. Einfach den ganzen Offenen Brief lesen!

TTIP oder Kultur?

Am Tag der Kulturellen Vielfalt gemeinsam gegen TTIP und CETA!

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„…warum protestieren wir eigentlich gegen TTIP? 
TTIP soll dazu dienen, den Handel von Gütern und Dienstleistungen zwischen den USA und der Europäischen Union zu verbessern, indem bestehende „Handelshemmnisse“ beseitigt werden sollen. Solche „Handelshemmnisse“ für potentielle US-amerikanische Unternehmen in Deutschland sind z.B.

  • die Buchpreisbindung,
  • das europäische Urheberrecht,
  • die öffentliche Kulturförderung und
  • die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch die Haushaltsabgabe.

Für uns sind das keine Handelshemmnisse, sondern es ist die Voraussetzung, um auch in der Zukunft eine Vielfalt an kulturellen Gütern produzieren zu können.“

„… nichts, leider überhaupt nichts spricht dafür, dass durch TTIP den Verhungernden und den Ungebildeten in den Entwicklungsländern bessere Lebenschancen ermöglicht würden. Die Globalisierung der Märkte befreit die Armen nicht aus ihrem Elend. Im Gegenteil, die globalisierten Märkte machen nur die Reichen immer reicher. Und deshalb geht es bei dem Kampf gegen TTIP nicht nur um den Erhalt der Buchpreisbindung, um die Möglichkeit auch in der Zukunft als Daseinsvorsorge mit öffentlichen Mitteln Kultureinrichtungen zu finanzieren, um die weitere Existenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und um die Vielfalt der kleinen kulturwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland, die einem ungebremsten Konkurrenzdruck durch die amerikanischen Medienmultis nur wenig entgegen zu setzten haben. Es geht um noch viel mehr!

Quelle: http://www.tag-gegen-ttip.de

Und in Rostock?150508-11219493_1440694632909879_7724087000537975806_oPS. Was macht eigentlich das Volkstheater zum internationalen Tag der kulturellen Vielfalt?Laut Spielplan NICHTS! Und die „Initiative Volkstheater„? Leider auch NICHTS!

Update: Auf http://www.no2isds.eu/de/campaign kann man sich an einer Aktion beteiligen, die die Abgeordneten des Europäischen Parlamentes auffordert, SONDERRECHTE FÜR KONZERNE ENTSCHIEDEN ABZULEHNEN!

Eine zentrale Botschaft

Wenn der stellvertretende Chefredakteur der WELT-Zeitungsgruppe zur Feder greift, will er eine zentrale Botschaft vermitteln. In diesem Fall lautet sie:

„Fack ju Subvention!

Die durchsubventionierte deutsche Kulturlandschaft produziert nur gremienverhunzte Konsensbrühe. Künstler müssen sich endlich entscheiden, ob sie Staatsflittchen sein oder Kunst hervorbringen wollen.“

Sehen wir mal vom Stil dieser Schreibe ab, den der Herr Poschart als WELT-Bürger pflegt, und schauen auf den Inhalt.

Als erstes fällt

der inflationäre Gebrauch des Wortes „Subvention“

auf, obwohl kluge Leute mehr als einmal und wohlbegründet darauf hingewiesen haben, dass dieser Begriff in bezug auf jegliche Kulturförderung völlig unangemessen ist. Muss man aber als Mann von WELT nicht wissen. Daher enthält der WELT-Artikel 17 mal das Wort Subvention, das sind 3 % aller Worte im Artikel. Offenbar glaubt der Autor selbst nicht so recht, dass wir ihm seinen Text glauben, und versucht es daher mit Wort-Stalking.

Als zweites sticht

die durchgehende Denunziation engagierter Künstler

ins Auge. Fürs Theater liest sich das unter anderem so:

„Die Freundeskreise besonders avantgardistischer, vermeintlich linker Kulturinstitutionen sind bourgeoiser als jeder Rotary Club. So geht bürgerliche Kultur, und deswegen ist die Lobby für ihre Subventionierung so groß.“

„Im Berlin tobt ein Theaterstreit, in dessen Zentrum eine Elite von Theaterfürsten steht. Das sauer verdiente Steuergeld, das ihnen die öffentliche Hand rüberschubst, erachten sie als selbstverständlich. Es sind oft dieselben, die am Kapitalismus, der BRD, dem Spießer kein gutes Haar lassen, die all das verachten, was sie ermöglicht. Für diese Verachtung werden sie bezahlt.“

„Es gehört wie im Theater zur inneren Logik der Subvention, dass man deren Gestus der Spende als Demütigung versteht und mit Respektlosigkeit erwidert. Man spuckt auf die öffentliche Hand, die zahlt.“

Kurz und knapp: Unser stellvertretender Ober-WELT-Bürger hat messerscharf erkannt, dass die Theatermacher das alles um so weniger ernst meinen, je engagierter und gesellschaftskritischer sie es darstellen. Staatsflittchen eben.

Den Literaten, bildenden Künstlern und Filmemachern ergeht es nicht besser.

Als drittes folgt

die absolute Verarsche aller kunstinteressierten Menschen,

indem der stellvertretender Ober-WELT-Bürger die Welt mal schnell auf den Kopf stellt: „Die kulturellen Leitmedien im Fernsehen, die Serien, kommen in der Regel auch ohne Subvention zur Aufführung. Wer etwas sagen muss, weil es für ihn keine andere Option gibt, als Kunst zu machen, wird dies immer auch ohne finanzielle Unterstützung tun.“

Eben. Wir finanzieren alle das unsäglich seicht gewordene öffentlich-rechtliche Fernsehen mit einer unvermeidbaren Zwangsabgabe – aber „Subvention“ ist das natürlich nicht!

Die zentrale Botschaft,

auf die der stellvertretende Chefredakteur der WELT-Zeitungsgruppe so „überzeugend“ hingearbeitet hat, ist wenigstens konsequent und frei von jeglicher Eierei:

„Es wäre kein Problem, Kultursubventionen komplett einzustellen. Folgt man der Hegel’schen Idee der Kultur als Fortschritt im Geiste der Freiheit, dann gibt es kaum etwas, das sinnvollerweise zu fördern wäre.“

„DIE WELT“ ist kein beliebiges Blättchen, sondern ein Sprachrohr der Herrschenden. Aus diesem Blickwinkel wird sehr deutlich, warum das Theatersterben und andere Beschneidungen von kulturellen Aktivitäten nicht vorrangig den Kommunen und Landesregierungen anzulasten sind, warum unser kluger und integrer Ministerpräsident so hartnäckig schweigt und sich sein Kultusminister so zum Affen machen muss – es ist Staatsraison! Und als solche ein nur ein Element von vielen, die ein einziges Ziel haben: Den Bürgern das Denken abzugewöhnen, sie zu entmündigen bis hin zur Rechtlosigkeit. Nicht ohne Grund wettert der stellvertrende WELT-Mensch:

„richtig übel ist die Polemik dieser Subventionsfürsten, die jetzt gegen TTIP agitieren, gerne mit nationalen Ressentiments gegen den amerikanischen Kulturimperialismus. Motto: Kommt TTIP, kommt eine Hollywood-Monokultur.“

Kommt TTIP, kommt nicht nur USA-Monokultur, ungebremste Gen-Food, USA-Ideologie auf allen Bereichen, Aushebelung fast aller bürgerlicher Rechte, sofern sie Investoreninteressen entgegenstehen usw. usf.

Und neben TTIP kommt die schnelle Eingreiftruppe, kommen noch mehr militärische Aktivitäten an Russlands und Chinas Grenzen, erfolgt eine „Modernisierung“ der Bundeswehr sowie der ganzen NATO ohne absehbares Ende – es wäre noch viel aufzuzählen.

Auf einem anderen Blog fand ich ein Gedicht, das auch hierher zu gehören scheint:

Darum laßt uns alles wagen,
nimmer rasten, nimmer ruhn,
nur nicht dumpf, so gar nichts sagen,
und so gar nichts woll’n und tun.

Nur nicht brütend hingegangen
ängstlich in dem niedern Joch,
denn das Sehnen und Verlangen
und die Tat, sie bleibt uns doch!

Karl Marx

 

 

 

 

 

 

 

Ein wirklich wichtiger Termin für Sie, für uns, für alle: 06.05.2015

Pressemittei11209467_919940064723539_9141016134061221599_nlung der „Initiative Volkstheater“ – Wer hat den Hut auf – Wahl am 06.05.2015

Wer hat den Hut auf? Sie haben die Wahl!

Am Mittwoch, dem 6. Mai tagt die Bürgerschaft der Hansestadt Rostock. Auf der Tagesordnung steht erneut die Berufung des gekündigten Intendanten Sewan Latchinian. Auch in Bezug auf den Widerspruch des Oberbürgermeisters verbreitet sich zunehmend Frust in der Stadt, weil die Menschen das Gefühl beschleicht, dass ihr Wille ungehört bleibt. Deshalb findet am

Mittwoch, dem 6. Mail 2015 von 15-17 Uhr

auf dem Neuen Markt in Rostock eine Wahl statt.

Die Initiative „Wir haben den Hut auf!“ tritt gegen das Bündnis „BroMeSe“ (Brodkorb-Methling-Sellering) an. Während die Hüte mehr Demokratie, echte Teilhabe und Kultur fordern, trägt BroMeSe den Slogan „Beherrschen statt Mitbestimmen“ vor sich her.

Sie haben die Nase voll von der Ignoranz der Politik, sie wollen gehört werden und mitbestimmen? Dann kommen sie auf den Neuen Markt und treffen Sie Ihre Wahl! Ob Theater, Mittelmole, Südstadt, IGA oder Ulmenmarkt – die Menschen in dieser Stadt wollen beteiligt werden und selbst gestalten, so die Initiative „Wir haben den Hut auf“.

Als Konkurrentin fordert das Bündnis „BroMeSe“ eine Regierung ohne Rücksichtnahme. Bürger sollen sich unterordnen und kritiklos hinnehmen, was Politik entscheidet. Zeit für Beteiligung ist nicht vorhanden, die Bürger sollten zwischen Wahlen die Füße still halten.

Die Initiative Volkstheater ruft zur Wahl und freut sich auf rege Wahlbeteiligung.


Die „Initiative Volkstheater“ ist eine private,
unabhängige und überparteiliche Initiative Rostocker Bürger
zum Erhalt des Rostocker Volkstheaters mit den Sparten
Tanztheater, Musiktheater, Schauspiel und der Norddeutschen Philharmonie.

Schirmherren der „Initiative Volkstheater“ sind der Schauspieler Charly Hübner und die Bundestagsabgeordnete a.D. Dr. Christine Lucyga.

Update 04.05.2015: Hier online abstimmen!