Geld ist genug in der Stadtkasse…

… die Frage ist nur, wofür es ausgegeben wird. Ungern für Kultur, lieber für Bundeswehr-Werbung. Warum betreibt die Kommune Rostock Bundeswehrwerbung? Der Stadtsprecher Ulrich Kunze erklärte es der OZ auf Nachfrage:

„Die Plakate sollen öffentlich Respekt und Anerkennung für die Angehörigen der Bundeswehr signalisieren. Die Aktion geht auf eine Bitte der Bundeswehrkameradschaft zurück „

Leserbriefe in der OZ sprechen eine eindeutige Sprache:

Keine Militärwerbung mit Kindern

Rostock. Das Plakat erinnert schon auf eine sehr drastische und anwidernde Art und Weise an die Marine-Propaganda aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Mich würde mal interessieren, ob die Kleine immer noch so grinsen würde, wenn Mama oder Papa in den Einsatz müssen – wahrscheinlich nicht.

Von daher ist es absolut pervers ein kleines Kind für ein Plakat mit einer derartigen Aussage zu verwenden, denn diese stellt schlicht und ergreifend keine natürliche Äußerung aus kindlicher Sicht da.


Rostock lässt Kind fürs Militär lächeln

Rostock. Die ganze Welt prangert den Missbrauch von Kindern als Kindersoldaten an. Hier in Rostock werden sie für die Werbung missbraucht! Ich schäme mich dafür!

Ich hoffe sehr, dass der öffentliche Protest dazu führt, dass diese 180 Plakate sofort entfernt werden! Und sich die Verantwortlichen für diese Entgleisung öffentlich entschuldigen!


Recht hat er!

Rostock. Es ist wichtig festzuhalten, dass Herr Steffen nirgendwo das Militär an sich kritisiert. Trotz grundsätzlicher Probleme mit dem Militär erkennt DIE LINKE im Großen und Ganzen die Notwendigkeit einer Verteidigungsarmee an und respektiert die Männer und Frauen die sich entschieden haben ihren Dienst dort zu verrichten.

Aber Armee ist Armee, Gewalt und Tod gehören zwangsläufig dazu. Das ist einfach kein Themenkomplex, der mit Kindern beworben werden sollte. Solche Bilder verklären aber und das darf einfach nicht sein. Es würde ja auch keiner auf die Idee kommen Rostocker Pils mit Kindern zu bewerben, obwohl wohl die überwältigende Mehrheit der Rostocker mit der Brauerei solidarisch ist. Macht man einfach nicht.


Militär raus aus Schulen und Kindereinrichtungen

Sassnitz. Ich erinnere mich noch der Zeiten als man sich künstlich wegen des Wehrkundeunterrichts in der DDR aufregte. Gerade in Zeiten wo immer mehr Bundeswehrangehörige wegen des Blut und Eisengeldes zum humanitären Krieg in andere Länder ausziehen sollten die Stimmen laut werden welche sagen: Wir wollen keine Kriege in unserem Namen!

Clausewitz sagte, Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, mit den Mittel der militärischen Gewalt“ (Quelle Clausewitz über den Krieg). Ich stelle immer wieder fest, die Bundeswehr ist keine Armee zum Anfassen, eher zum Schämen. Sie präsentiert sich wie die allerletzten Gefechtsschlampen.

Das ist durchaus auch gut so, denn wer soll diesen undisziplinierten Haufen in einer falschen Uniform ernst nehmen? Ich erinnere, mit der Aufstellung der Bundeswehr wurde die Spaltung Deutschlands weiter zementiert. Wozu brauchen wir diese Truppe überhaupt?


Wehrerziehung

Rostock. Ein kleines Mädchen für diese Propaganda einzusetzen ist geschmacklos.

Wenn sie einmal Mutti wird und ihr Kind zum Bund geht, um dann bei der Sicherung deutscher Interessen zu fallen, wird sie sich bei den Plakatmachern „bedanken“.


Natürlich gibt es auch andere Meinungen, so z.B. die nachstehend zitierten:
Keine Werbung – sondern Solidarität und Respekt
Christopher Scheele aus Rostock, 16.06.2015 12:06 Uhr
Rostock.Es geht nicht um Werbung, sondern um etwas Selbstverständliches. Die Bundeswehr ist Teil der Gesellschaft. Das Konzept des Staatsbürgers in Uniform und die freiheitlich-demokratische Grundordnung in unserer Verfassung sehen die BW genau in der Mitte der Gesellschafft.
Das Plakat ist keine Werbung, sondern das Mindestmaß an Respekt, gerade auch gegenüber den Kindern. Die Kindern leiden in jedem Krieg am meisten, daher verdient jede friedenssichernde oder friedenswiederherstellende Maßnahme Respekt.
Bei jeder Katastrophe leiden Kinder, ob Elbe oder Oder die Bundeswehr war stets vor Ort. Die Solidarität gilt daher nicht nur den Soldaten, sondern auch ihren Kindern und Familien. Die Kinder verzichten wochenlang, monatelang auf Mutter oder Vater, die im Einsatz sind. Die Kinder verlieren bei jeder beruflichen Versetzung durch die Bundeswehr ihr soziales Umfeld. Und manche verlieren Vater oder Mutter für immer im Einsatz für unsere Sicherheit und den Frieden.
Es ist niemand gezwungen Soldat zu werden, es ist niemand gezwungen die Bundeswehr gut zu finden, aber die eigene Freiheit und die Leistung für die Gesellschaft verdienen zumindest Respekt. Wer diesen Respekt gegenüber sich selbst und der Gesellschaft nicht aufbringen kann, sollte sich ernsthaft Gedanken über sein Verhältnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung machen.
Es ist ein Irrglaube, dass die einseitige Abschaffung der Wehrhaftigkeit des Friedens das automatische Ausbleiben der Aggression nach sich ziehen würde. Das funktioniert weder bei der Bundeswehr noch bei der Polizei.

Solidarität mit Bürgern in Uniform

Matthias Cymann aus Rostock, 16.06.2015 10:08 Uhr

Rostock. Ist das Werben für die Bundeswehr mit Kindern erlaubt? Hierzu gibt es klare Standpunkte der Bundeswehr, die dies klar ablehnen. Was hier bei der Plakataktion jedoch durch linke Selbstdarsteller, die bei Weitem keinesfalls das allgemeine Meinungsbild der Rostocker vertreten, wieder einmal übersehen wird, ist der Sinn und die Aussage der Plakate. Weder ist das Logo noch der Name der Bundeswehr zu erkennen, was selbst dem blutigsten Laien klar ausdrückt, dass es sich wohl kaum um ein Plakat der Bundeswehr handeln kann.
Was also soll die Aktion bewirken? Es geht um Solidarität – ein Wort was diejenigen, die hier am lautesten ihrer Nichtahnung freien Lauf lassen, zwar immer und überall propagieren, jedoch in eigener Anwendung nicht zu zeigen fähig sind (mit einigen, wenigen Ausnahmen).
Hier geht es darum klar auszudrücken, dass wir als Stadt klar hinter unseren Bürgern stehen, hinter Müttern, Vätern, Söhnen, Töchtern, Nachbarn, etc. Die Tatsache, dass deren Job darin besteht, für UNS ALLE (einschliesslich derer, die mal wieder in Unwissenheit den Mund aufreissen) den Kopf hinzuhalten, für Aufträge und Einsätze, die von unserer Regierung – und damit von uns allen – legitimiert und beschlossen werden, ihr Leben zu riskieren, ist dabei sicherlich nicht hintergründig, jedoch keinesfalls eine Werbeaktion für die Einsätze, wie es gerne von Linken dargestellt wird.
Ich erwarte von Herrn Karsten wenig bis nichts an geistiger Reife – jemand der Selfies von sich selbst mit dem Kopf über dem Toilettenbecken und dem Badge der Linken darauf als öffentliche Profilbilder in sozialen Netzwerken einstellt, zeigt für mich persönlich den Grad seiner geistigen Reife. Von daher ist mit Ausnahme eines Kopfschüttelns der unqualifizierte Kommentar dieses Herrn nicht das Papier wert, auf dem er abgedruckt war.

Zwei Fragen ergeben sich:
  1. Werden eher die Kritiker der städtischen „Solidaritäts“-Plakatierung ins Theater gehen, sich mit dem VTR im besonderen und der Kultur generell solidarisieren oder die Solidarisierer?
  2. Wird die Stadtverwaltung demnächst auch mit 180 (oder mehr) großformatigen Plakaten für Solidarität mit dem Theater plakatieren?

Es gibt auch eine kurze, klare, umfassende Antwort zum Thema (gefunden auf propagandaschau)!

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Ein Gedanke zu „Geld ist genug in der Stadtkasse…

  1. Kurt Tucholsky: „Soldaten sind Mörder!“ Für mich nach wie vor gültig. Und nach Außerhalb Deutschlands werden sie geschickt, um Schürfrechte zu sichern. Dafür Kinder auch noch Danke sagen zu lassen, ist nicht schlechthin geschmacklos, sonder sträflich.
    Das Geld wäre besser angebracht, den Kindern gute Bildung und ein kulturvolles Dasein, auch mittels eines Theaters zu sichern.

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