Rostock. Mikis Theodorakis. Zwei Welten

„Mikis Theodorakis wurde am 29. Juli 1925 auf der Insel Chios geboren. Er feiert heute seinen 90. Geburtstag – und mit ihm ganz Griechenland und Freunde in aller Welt. Das riesige Werk des Komponisten machte griechische Musik international bekannt. Berühmt wurde er als Schöpfer vieler hundert Lieder, die in seiner Heimat längst Volksgut sind. Er vertonte griechische, französische und lateinamerikanische Poesie, darunter die Werke der Nobelpreisträger Giorgos Seferis, Odysseas Elytis und Pablo Neruda…

Wichtige Werke des Komponisten sind die zwischen 1974 und 1981 entstandene Vertonung von Nerudas Lateinamerika-Ballade »Canto General«, des Mauthausen-Zyklus von Iakovos Kambanellis, das Oratorium »Axion Esti« nach der gleichnamigen Dichtung von Elytis und die musikalische Umsetzung des Poems »Epitaphios« von Giannis Ritsos. Zu den hochgelobten Werken klassischer symphonischer Musik zählen »Das Fest von Asi-Gonià«, die 3. Symphonie mit Texten von Dionysios Solomos und Konstantinos Kavafis sowie die »Frühlingssymphonie« mit Texten von Ritsos und Giorgos Koukoulis. Hinzu kommen zahlreiche Werke für Ballett, Oper, Theater und Film. Berühmt wurde die Musik für Michalis Kakogiannis’ »Zorba the Greek« und Costa-Gavras’ »Z«“

Mehr dazu hier – aber doch nicht im VTR, nicht in Rostock…

In Berlin gibt es ein Geburtstagskonzert, in Rothenburg ob der Tauber spielt die Russische Kammerphilharmonie Werke von Thodorakis, in Brandenburg gibt es die „25. Brandenburgische Sommerkonzerte: Mikis Theodorakis zum 90. Geburtstag“ und in Leipzig spielt Anonimi unter dem Titel „Griechische Weltmusik“ Werke des Komponisten.

Der Komponist hat es verdient, geehrt zu werden ob seiner musikalischen Werke und seines persönlichen Engagements für Freiheit und Gleichheit. Und das griechische Volk hat unsere volle Aufmerksamkeit verdient – aber doch nicht in Rostock, auch nicht am VTR. Hier wie dort scheint Nabelschau angesagt. Ob das unter Florian Krumpöck auch passiert wäre?

Was schreibt die Stadtverwaltung Rostock auf ihrer Webseite: „Kulturbegeisterte kommen in den Museen und Theaterhäusern in Rostock und Warnemünde auf ihre Kosten… Rostock hat auch für alle Theater-Fans das Beste vom Besten zu bieten. Im Volkstheater der Stadt können Sie von Musik- und Tanztheater über Schauspiel bis hin zu Orchesterwerken alles erleben…“ Schön wär’s ja!

 

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Ein Gedanke zu „Rostock. Mikis Theodorakis. Zwei Welten

  1. Die Ausblendung von Realität und das kleine und große Sich-Selbst-Belügen (individuell, als Arbeitsgruppe, als Fraktion, als Partei, als Stadt…) ist aller Orten vorhanden. Leider macht dieser Widerspruch alle Menschen auf Dauer krank. Der Mensch hat (bis auf ganz wenige Ausnahmen … vgl. Filme wie „Jacob der Lügner“ bzw. „Das Leben ist schön“) NICHT durch Lügen Jahrtausende überlebt. Es macht sozusagen „Kurzschlüsse“ ins Gehirn – man denke an die Lügen, die man nicht aushalten konnte, als man ganz jung war. Die Last, die von einem abfiel, wenn die Lüge endlich bei den Eltern „gebeichtet“ wurde…. Ja, und unterbewusst kann diese Lügen auch kein erwachsener Mensch auf Dauer ertragen, ohne sie irgendwann auszusprechen. Sonst werden die Menschen einfach krank. Mir tun die Leute in der Stadt wirklich leid, die das Theater ruinieren und am nächsten Tag „Image-Lügen“ auf Hochglanz zum „tollen Theater“ drucken müssen. Sie dürfen es nicht aussprechen, weil sie Angst um Ihre Arbeit und Ihre Familie haben.
    Lügengesellschaften müssen also krank machen. Und die Generation 40-60 geht reihenweise in die Krankschreibung… Ausblendung von objektiver Realität hat schon die DDR und ihre Menschen in großen Teilen ruiniert. Wir laufen in das gleiche Schema, aber niemand will es wahrhaben und niemand führt normale Kommunikation über objektive Realitäten. Eine Hierarchie von Angst und Macht erhält sich selbst, es sei denn, wir sprechen den Unsinn überall endlich einmal wieder aus. In diesem Sinne, mein tiefes Mitgefühl für die MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung, die diese Kurzschlüsse tagtäglich aushalten müssen, ohne krank zu werden.

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