Solidarität ist keine Einbahnstrasse

Hut ab vor – Till Schweiter und FSF!

„Man muss Til Schweiger nicht mögen. Wirklich nicht. Nun aber hat sich der Schauspieler aus guten Gründen mit den eigenen Fans anlegen müssen. Auf seinem Facebook-Profil hatte er zu einer Charity-Aktion zugunsten von Flüchtlingen aufgerufen, was den digitalen Mob zu wüsten rassistischen Kommentaren anstachelte. Schweiger reichte es irgendwann: »Ihr seid zum Kotzen! Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack!«

Hut ab dafür, und: Wo ist sie eigentlich, die ganze Kunst- und Kulturbagage, die sonst kein Mikrofon, keine Kamera auslässt? Warum macht nur Schweiger den Mund auf, während eine Hasswelle wie in den düsteren 90ern durch das Land fegt? Auf einmal sind die Leinwandhelden öffentlichkeitsscheu, die üblichen Großmäuler kleinlaut geworden. Ein Eintreten für die Ärmsten und Schwächsten, und sei es in der wohlgefälligen Form eines Spendenaufrufes, ist momentan eben nicht karrierefördernd“, schreibt die „junge Welt„.

„Das-ist-rostock“ berichtet in einem Interview mit Jan Gorkow („Feine Sahne Fischfilet“) von solidarischem Engagement für die Syrer:

Jan Gorkow: Es ist wichtig, nicht nur empört zu sein, sondern auch praktische Solidarität zu leisten. Und dabei vor Ort zu sein, um den Menschen dort zu zeigen, dass wir ihren Kampf  gegen die Faschisten des Islamischen Staates unterstützen. Denn der IS hat klar angekündigt, sich in Europa ausbreiten zu wollen. Die Lage ist durch die vielen Kriegsparteien undurchsichtig, aber grundsätzlich ist der Kampf gegen den Islamischen Staat auch unser Kampf..

Man muss kein Profi sein, um helfen zu können. Man muss einfach nur anfangen. Wir haben auch vor einem halben Jahr nicht im Ansatz daran gedacht, dass wir es schaffen würden, fünf LKW mit Hilfsgütern nach Kobane bringen zu können. Heute stehen wir mit den Leuten vor Ort in ständigem Kontakt. Wir sind 10 bis 15 Leute, Lehrer, Anwälte, Erwerbslose, Künstler – und wir können alle miteinander etwas bewirken…

Auch er erntet Hassbekundungen (enngleich nicht nur): „Warum bietet man linksextremer Propaganda eine Plattform?“. „Also es ist doch einfach unglaublich. Wie kann diese Person dort den IS als „rechtsextrem“ bezeichnen oder gar dem Faschismus zuordnen? Beides hat mit diesem religiös verblendeten Menschentum nicht das Geringste zu tun…Wenn Herr Gorkow den IS als expanives, extrem einseitig orientiertes und menschenverachtendes System anprangert, dann könnte sich das auch auf jene Ideologie übertragen lassen, der der feine Herr selbst anhängt.“   DAS ist Rostock? Auch?
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Vor allem aber: Wo bleibt die Rostocker Kunst- und Kulturszene? Lessings „Nathan“ im September und als „Spektakel“, ist das nicht ein wenig wenig?
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2 Gedanken zu „Solidarität ist keine Einbahnstrasse

  1. Es gibt so viele wichtige Termine, zu denen sich die Mitglieder des Volkstheaters positionieren könnten, ohne dass jedesmal einen großen zusätzlichen Aufwand nötig wird.
    Der 90. Geburtstag von Mikis Theodorakis war so ein Termin.
    Der 70. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ist so ein Termin (http://www.rostocker-friedensbuendnis.de/node/463).
    Am Mittwoch, dem 5. August, am Schwanenteich in der Nähe der Kunsthalle zwischen 20 und 22 Uhr, etwa zu der Zeit Mitteleuropäischer Zeit, als am 6. August 1945 die Bombe auf Hiroshima fiel, werden wir sehen, ob auch das VTR dabei ist.

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