Werkstatt unserer Gesellschaft oder Theaterelend und Erpressung?

1. Gesellschaftlich unverzichtbar?

In einem Gastbeitrag für die Ostseezeitung weist Frau Prof. Barbara Kisseler, Kultursenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg und Vorsitzende des Deutschen Bühnenvereins darauf hin, dass

„die Theater in unserer Gesellschaft unverzichtbar sind. Sie setzen sich mit der aktuellen Wirklichkeit unserer Welt auseinander und ermöglichen dies auch ihrem Publikum, ihrer Stadt, ihrem Netzwerk. Auch Politiker täten gut daran, diese Funktion zum einen stärker anzuerkennen, und zum anderen die aus dieser Reflexion wachsenden Erkenntnisse in ihren Entscheidungen zu Veränderungen in den Theatern zu berücksichtigen…

Mit all ihren Formen des Engagements nehmen die Theater ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr, mischen sich ein und widerlegen so das Vorurteil vom elitären und wirklichkeitsfremden Elfenbeinturm. Sie stellen sich immer wieder der Herausforderung, aktuelle gesellschaftliche Themen zu bearbeiten und zu reflektieren.

Dies stößt manchen bitter auf…

Der Dichter Bert Brecht sagte es so: „Der Künstler hat nicht nur die Verantwortung vor der Gesellschaft, er zieht auch die Gesellschaft zur Verantwortung.“ Theater werden zu einem Großteil mit öffentlichen Geldern gefördert…

Die öffentliche Finanzierung ermöglicht künstlerische Intervention. Künstler wie Christoph Schlingensief haben gezeigt, dass ihre Projekte direkt und konfrontativ in die Gesellschaft einschlagen können, der theatrale Raum umgedacht werden kann, man sich von den Textvorgaben lösen und Neues schaffen kann, das das Spektrum der Stadttheater um ein Vielfaches erweitert.

Im Theater kumulieren Tradition und Moderne, historische Verortung und Neuinterpretation, Repräsentanz auf der Bühne und Interaktion mit dem Publikum zu etwas, das für jeden real erlebbar wird. So kann das Theater ganz unmittelbar und direkt die Frage stellen, wie wir in unserer Gesellschaft leben wollen. Es kann mit Witz und Sinnlichkeit, aber auch mit Provokation Kritik äußern. Es führt uns die Werte vor Augen, die in unserer Gesellschaft gelten.“

Man sollte den ganzen Beitrag lesen. Jeder Satz ist richtig. Jeder Satz gilt nicht für die „Hansestadt“ Rostock.

2. In Rostock eher verzichtbar!

Frank Schlößer analysiert die rostocker Situation und kommt zu einem erschreckenden Ergebnis:

„…der Kahn läuft auf die Klippen zu… Ob das Schiff nun auf den Felsen landet oder ob vorher die Kessel explodieren und das Schiff führerlos auf dem Meer treibt – das Ende der MS Volkstheater ist so oder so in Sicht und auch eine 130jährige Tradition geht zuende, wenn – wie Gustav Mahler einst sagte – es nicht mehr um die Weitergabe des Feuers, sondern nur um die Anbetung der Asche geht.

… Die „MS Volkstheater Rostock“ wird dagegen im Bermuda-Viereck zwischen Kopenhagen, Hamburg, Berlin und Stettin versinken. In dieser Stadt ein neues Volkstheaterschiff auf Kiel zu legen, ist genauso sinnvoll wie einen Leuchtturm im Marianengraben zu bauen. Sewan Latchinian war der letzte Kapitän auf diesem Schiff. Wir wissen jetzt: Mit dieser Reederei konnte er nur scheitern. Derzeit sieht es so aus, als endet das Volkstheater wie die Deutsche Kaiserliche Marine im Jahre 1919 in Scapa Flow.“

Pikantes Detail: „…Oberbürgermeister Roland Methling … hat weder den vorgelegten neuen Spielplan von Sewan Latchinian als Arbeitsgrundlage akzeptiert noch traut er dem Intendanten zu, dass er …das Sparmodell am Volkstheater umsetzt“ (ebenda). Wie formulierte Frau Prof. Kisseler? „Die öffentliche Finanzierung ermöglicht künstlerische Intervention.“ Aber doch nicht in Rostock!

Man sollte auch diesen Artikel in voller Länge lesen.

3. Erpressung

Die Ostsee-Zeitung meldet heute:

„Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) stellt Rostock zusätzliche fünf Millionen Euro für den Bau eines neuen Theaters in Aussicht. Wenn die Hochschule für Musik und Theater (HMT) dort Räume bekommt…

„Das Geld ist da, aber das ist kein Selbstläufer“, wiederholt er seine Position. Voraussetzung bleibt nach wie vor, dass das Volkstheater, so wie in der Zielvereinbarung von 2015 festgelegt, „zukunftssichere Strukturen“ schafft.“

„Zukunftssichere Strukturen“ – das meint unverändert die Abschaffung der Schauspielsparte. Weil Sprechtheater am ehesten „Werkstatt unserer Gesellschaft“ sein kann, uns die Werte vor Augen führt, die in unserer Gesellschaft gelten?

Tut nichts! Der Jude wird verbrannt!

Dreimal wiederholt in Lessings dramatischem Gedicht »Nathan der Weise« (1779) der Patriarch von Jerusalem diese Worte. Sie sind seine stereotype Antwort auf alle Einwände des jungen Tempelherrn gegen die Verurteilung eines Juden zum Tode auf dem Scheiterhaufen… Das Originalzitat, mit dem man ironisch auf jemandes Unbeirrbarkeit oder Starrköpfigkeit hinweisen kann, wird heute nur selten und nur in Situationen verwendet, in denen es nicht als Ausdruck antisemitischer Ressentiments missverstanden werden kann.

Gefunden auf http://universal_lexikon.deacademic.com/312297/Tut_nichts!_Der_Jude_wird_verbrannt!

Hier in diesem Beitrag erscheint mir das Zitat nahezu unvermeidbar, denn vor allem eine (aber leider nicht die einzige) Person trägt schon sehr viel Holz für den Scheiterhaufen zusammen und schichtet fleißig auf. Man kann es auf der öffentlichen Facebookseite der „Initiative Volkstheater“ nachlesen, von der die nachstehenden Zitate stammen. Alle aus einem einzigen Post.

1. Eine scheinneutrale Einleitung

Als Kommentar zur Tierparabel stellte Eva-Maria Kröger hier die Frage nach der Schuld für die verfahrene Situation.
Meines Erachtens müssten vielmehr Fragen nach der Verantwortung, Verantwortungsübernahme und Lösung gestellt werden.

Verantwortung für das finanzielle Budget eines Theaters tragen Land und Kommune, die Verantwortungsübernahme hat durch die Politik zu erfolgen. Bis 2023 stellen Land und Kommune dieselben Finanzmittel zur Verfügung wie bisher.
Lösungsansätze für Veränderungen sind einerseits durch die Theater selbst mittels überzeugender Konzepte und andererseits durch die Politik mittels Bereitstellung erforderlicher Mittel zur Umsetzung dieser Konzepte zu erarbeiten.
Hierbei handelt es sich um einen sowohl künstlerischen + unternehmerischen (Konzept) als auch politischen (Finanzen) Prozess, der mit politischen Mitteln zu moderieren ist.
Haltungen wie „alles soll bleiben wie bisher“ oder „ich will das nicht“ bedeuten Stillstand und sind wenig hilfreich. Allerdings sind sie höchst einfach und bequem, da man sich nicht weiter anstrengen muss.

2. Jetzt wird es haarig

Wer aber trägt die Verantwortung für die Umsetzung gefasster und gültiger Beschlüsse? Eindeutig ist das die Geschäftsführung.
Selbstverständlich darf sie jederzeit (sachliche) Kritik an Beschlüssen äußern und mit eigenen (konstruktiven) Vorschlägen zur Fassung neuer Beschlüsse beitragen. Sich bis zu eventuellen neuen Beschlüssen aber der Umsetzung bestehender Vorgaben komplett zu verweigern, gefährdert nicht nur Zuschüsse, sondern ist schlicht und einfach nicht zulässig. Derartiges führt regelmäßig zur Beendigung eines Anstellungsverhältnisses.

Das geht eindeutig gegen den Intendanten. Aber verweigert er sich denn? Mit dem am 20.2. abgelieferten Konzept versucht er zu erklären, warum nur „Operntheater“ nicht funktionieren wird. Das erscheint mir noch nicht einmal eine (natürlich sachliche!) Kritik, sondern wirklich nur eine faktenbasierte Darlegung, eben eine Erklärung. Das soll nicht zulässig sein? Das soll zur Beendigung des Anstellungsverhältnisses führen? Ja wo leben wir denn?

3. Verantwortung einmal ganz neu definiert

Im ersten Abschnitt lesen wir, „Verantwortung für das finanzielle Budget eines Theaters tragen Land und Kommune, die Verantwortungsübernahme hat durch die Politik zu erfolgen.“ Den mit der Umsetzung des politischen Handelns Beauftragten wird in dieser Definition keine eigene Verantwortung zugebilligt. Demzufolge formuliert die Autorin folgerichtig:

Wer sich an einem Prozess nicht beteiligen möchte, aus welchem Grunde auch immer, sollte dann auch die Konsequenz ziehen und gehen. Auch das ist gängige Praxis. Vor allem aber sollten weder Poker aus Eigeninteresse noch persönliche Befindlichkeiten ein ganzes Haus in Mitleidenschaft ziehen.

Sehen wir mal von den dreisten Unterstellungen im zweiten Satz ab („Poker aus Eigeninteresse“, „persönliche Befindlichkeiten“), so wird im ersten Satz gefordert, wer in einer Leitungsfunktion nicht bereit ist, eine Vorgabe ohne wenn und aber umzusetzen, der hat zu gehen. „Auch das ist gängige Praxis“.

Angesichts des 25jährigen DDR-Deligitimierungsbemühens erlaube ich mir ganz bescheiden festzustellen, dass mir eine so ultimative Forderung auf Verzicht eigenen Einbringens vor dem Jahr 1990 noch nicht vorgekommen ist. Einem solchen Ansinnen würden auch nur erbärmliche Feiglinge folgen – Sewan Latchinian ist gottseidank das Gegenteil davon.

4. Nun doch Verantwortung?

Beim Weiterschreiben bemerkte die Autorin, dass man mit dem Zuspielen von Verantwortung eine Menge Vorwürfe erheben kann. Auf geht’s:

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass es Anfang März weder einen fertigen Spielplan für den Sommer 2016 (!) noch für die Spielzeit 2016/17 gab?

Die Antwort ist ganz einfach, wenngleich nicht im Sinn der Autorin dieser Vorwürfe:

  1. Der Aufsichtsrat mit seinem Beschluss, das 4-Sparten-Volkstheater in ein „Opernhaus“ umzuwandeln (wenngleich der Aufsichtsrat es später so nicht formuliert haben will, aber dies halbherzige Dementi ist leider nur mündlich überliefert),
  2. der Oberbürgermeister mit seinem Gesellschafterbeschluss vom 16.02.2016, in dem er dem Intendaten auftrug, kurzfristigst ein Konzept zum Umbau des VTR in ein Opernhaus zu erarbeiten und vorzulegen. Natürlich blieb unter dieser Auflage jede Arbeit am Spielplan erst einmal liegen.

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass ein Spielplan auf fast eine einzige Person zugeschnitten ist und bei deren Fehlen alles lahm liegt und Ersatz kaum stattfindet?

Aha. Der Spielplan fehlt zwar, ist aber zugleich „auf fast eine einzige Person zugeschnitten“. Diese Ecke des Scheiterhaufens erscheint mir doch etwas zu wackelig und sollte neu gestapelt werden.

Weiter:

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Mitarbeiter, Abteilungsleiter/Spartenleiter sich noch so schöne Dinge ausdenken können, sie aber immer der Zustimmung eines Einzelnen bedürfen, der ausschließlich seine eigenen Vorstellungen durchsetzt?

So ist das nun einmal: „Intendanten (von französisch intendant ‚Aufseher‘, ‚Verwalter‘) sind gesamtverantwortliche Geschäftsführer und künstlerische Leiter … eines Theaters, eines Opernhauses, (gefunden bei https://de.wikipedia.org/wiki/Intendant).

Ohne Zustimmung dieses „Einzelnen“ geht es schwerlich, nicht in Rostock und nicht andernorts. Nicht im Theater und nicht in einem beliebigen anderen Betrieb.

In diesem Zusammenhang auch von Interesse: „Die weit reichenden Befugnisse … bieten dem Intendanten die Möglichkeit, ein künstlerisches Konzept zu verwirklichen, ohne darin von Dritten behindert zu werden… Als Intendant sollte man klare Vorstellungen darüber haben, welches künstlerische Profil man an einem Theater schaffen kann und möchte und mit welchen Stücken und Personen dieses Ziel realistisch zu erreichen ist.“ (gefunden auf; http://www.buehnenverein.de/de/jobs-und-ausbildung/berufe-am-theater-einzelne.html?view=19)

Aber dass dieser Einzelne darüber hinaus hierorts „ausschließlich seine eigenen Vorstellungen durchsetzt“, gehört wohl wieder in den Bereich übler Nachrede. Wer mag denn glauben, dass unser Intendant den Tänzern die Choreographie vorgibt, den Sängern vorschreibt, wie sie ein Lied zu interpretieren und vorzutragen haben, den Dirigenten zur Seite schiebt und selbst dirigiert?

Weiter:

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Mitarbeiter/innen Angst haben, offen ihre Meinung zu sagen, weil sie befürchten müssen, entlassen zu werden. (Sie haben die Erfahrung aus dem letzten Jahr, wo interne Kritiker Nichtverlängerungen erhielten, selbstverständlich als rein künstlerische Entscheidung.)

Diese Frage ist besonders einfach zu beantworten, aber zuvor eine Bemerkung: Als Sewan Latchinian als Intendant in Rostock anfing und es dabei zu deutlichem Personalwechsel kam, erklärte man uns Außenstehenden, das sei allenthalben eine gängige Praxis und in keiner Weise kritikwürdig. Nichtverlängerungen seien normal im Leben von Schauspielern, Tänzern, Sängern, Musikern… Die Autorin des hier kommentierten Textes vertrat diese Auffassung ebenfalls und vehement. Warum jetzt diese Kehrwende?

Zurück zur Frage: „Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Mitarbeiter/innen Angst haben, offen ihre Meinung zu sagen…“? Die Antwort fällt leicht: Die Ängstlichen selbst. Es ist eine uralte Erfahrung: Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt. Als einer, der stets aufmüpfig und eigensinnig gelebt hat, weiß ich, wie viel Beulen und Schlimmeres man sich zumeist einhandelt. Muss man nicht haben, aber dann bitte klagt nicht darüber, keine Meinung äußern zu wollen!

Es ist doch bezeichnend: Von der letzten Mitarbeiterversammlung, an der der Intendant teilnahm, berichten Insider, dass in bezug auf seinen Leitungsstil großes Schweigen herrschte. Erst auf der darauffolgenden Versammlung, an der er krankheitsbedingt nicht mehr teilnehmen konnte, begann das große Klagen. Richtig, so sind die Philister. Vor der Wende waren sie fast alle in der SED, aus naheliegenden Gründen. Danach konnten sie sich nicht schnell genug distanzieren, die Cleversten mutierten zu Bürgerbewegten. So sind sie, die meisten Mitmenschen, und so werden sie wohl auch bleiben. Aber wenn sie uns auf der Bühne das Gute, Wahre und Richtige vorspielen wollen, dann wird es kaum hinreichend überzeugend über die Rampe kommen. Kunst kommt eben nicht nur von Können, sondern auch vom Charakter. Das macht ja Kunstschaffende aus – dass sie ihre Auffassungen, Sichtweisen, Überzeugungen im Alltag und in der Öffentlichkeit (hier: auf der Bühne) leben, dass sie glaubhaft sind!

Weiter:

Weshalb nur hoffen so viele Mitarbeiter/innen, dass der künstlerische Geschäftsführer nicht wiederkommen möge?

Gegenfrage: Wie viele mögen es denn sein, wie zuverlässig ist die Aussage, warum bleibt sie so vage? Außer, es handelt sich lediglich um eine Wiederholung der bereits beschriebenen Angst, eigene Meinung erkennen zu lassen.

Epilog

Trägt für all‘ dies die Politik die Verantwortung? NEIN.

Politik trägt jedoch mit die Verantwortung dafür, diesen lähmenden Zustand nicht schon längst beendet zu haben, zum einen mit der Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse, zum anderen mit klaren Entscheidungen.
Durch Nichthandeln befinden wir uns inzwischen auf einem Feld der Eitelkeiten, persönlichen Interessen und Intrigen, des vermeintlichen und tatsächlichen Wahlkampfes, persönlicher Entscheidungs- und Leitungsunfähigkeit und dergleichen.
Momentan werden das VTR und seine Mitarbeiter ganz gezielt den Spielchen Einzelner geopfert. Das ist in meinen Augen verantwortungslos.

Wer für den Erhalt des VTR kämpft, der löst umgehend die Personalfrage und beginnt endlich mit der inhaltlichen Debatte, der sich hier die meisten verschließen.

Muss man nicht kommentieren. Lähmender Zustand, Nichthandeln, Feld der Eitelkeiten, persönliche Interessen und Intrigen, persönliche Entscheidungs- und Leitungsunfähigkeit, Spielchen Einzelner, verantwortungslos – fehlt noch was?

Kommentare

Aus den vielen Facebookkommentaren seien hier nur zwei, noch dazu gekürzt, herausgepickt. Wer sich mehr antun möchte, dem steht es jederzeit frei. Die FB-Seite „Initiative Volkstheater“ ist ja öffentlich.

Ein Straßenbauingenieur, Mitglied der Rostocker Bürgerschaft, schrieb:

Wärest Du in meinem Beruf tätig, wären deine Straßen vielleicht schwarz, doch fahren könnte man darauf nicht… reicht es Dir, Dich zu verhalten, wie Roland Methling? Du versteckst Dich in einer existentiellen und sehr politischen Debatte über die Theater in MV hinter einer Personalie, welche Dir schon immer mißfiel…

Eine andere Mitstreiterin für das rostocker Volkstheater fragte kurz und bündig:

Ist der Beitrag ein Aufruf zum Putsch? An wen richtet er sich?

Abschließend noch eine persönliche Anmerkung: Rumpelstilzchen ist kein Fan von Sewan Latchinian. In einigen entscheidenden Punkten würde sich Rumpel einiges ganz anders wünschen. Aber das tut hier nichts zur Sache. Latchinian kämpft unbeirrt für ein Vierspartentheater und gibt selbst unter widrigsten Umständen nicht klein bei. Das verdient Respekt. Er bringt sich bis zur Erschöpfung ein (und darüber hinaus, wie wir aktuell wissen). Das ist nicht unbedingt klug, aber beeindruckt mich.

Vor allem aber: Sewan Latchinian ist ein Mensch, der wie jeder andere Fairnis verdient hat. Angriffe, wie sie hier von einem Bürgerschafts- und VTR-Aufsichtsratmitglied praktiziert werden, wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind – und den kann ich wirklich nicht leiden!


 

1Wikipedia merkt noch an: „Zählt zum Kompetenzbereich des Intendanten neben dem Musiktheater auch Schauspiel und Ballett (Dreispartenhaus), so erhält er den Titel Generalintendant.“