Tut nichts! Der Jude wird verbrannt!

Dreimal wiederholt in Lessings dramatischem Gedicht »Nathan der Weise« (1779) der Patriarch von Jerusalem diese Worte. Sie sind seine stereotype Antwort auf alle Einwände des jungen Tempelherrn gegen die Verurteilung eines Juden zum Tode auf dem Scheiterhaufen… Das Originalzitat, mit dem man ironisch auf jemandes Unbeirrbarkeit oder Starrköpfigkeit hinweisen kann, wird heute nur selten und nur in Situationen verwendet, in denen es nicht als Ausdruck antisemitischer Ressentiments missverstanden werden kann.

Gefunden auf http://universal_lexikon.deacademic.com/312297/Tut_nichts!_Der_Jude_wird_verbrannt!

Hier in diesem Beitrag erscheint mir das Zitat nahezu unvermeidbar, denn vor allem eine (aber leider nicht die einzige) Person trägt schon sehr viel Holz für den Scheiterhaufen zusammen und schichtet fleißig auf. Man kann es auf der öffentlichen Facebookseite der „Initiative Volkstheater“ nachlesen, von der die nachstehenden Zitate stammen. Alle aus einem einzigen Post.

1. Eine scheinneutrale Einleitung

Als Kommentar zur Tierparabel stellte Eva-Maria Kröger hier die Frage nach der Schuld für die verfahrene Situation.
Meines Erachtens müssten vielmehr Fragen nach der Verantwortung, Verantwortungsübernahme und Lösung gestellt werden.

Verantwortung für das finanzielle Budget eines Theaters tragen Land und Kommune, die Verantwortungsübernahme hat durch die Politik zu erfolgen. Bis 2023 stellen Land und Kommune dieselben Finanzmittel zur Verfügung wie bisher.
Lösungsansätze für Veränderungen sind einerseits durch die Theater selbst mittels überzeugender Konzepte und andererseits durch die Politik mittels Bereitstellung erforderlicher Mittel zur Umsetzung dieser Konzepte zu erarbeiten.
Hierbei handelt es sich um einen sowohl künstlerischen + unternehmerischen (Konzept) als auch politischen (Finanzen) Prozess, der mit politischen Mitteln zu moderieren ist.
Haltungen wie „alles soll bleiben wie bisher“ oder „ich will das nicht“ bedeuten Stillstand und sind wenig hilfreich. Allerdings sind sie höchst einfach und bequem, da man sich nicht weiter anstrengen muss.

2. Jetzt wird es haarig

Wer aber trägt die Verantwortung für die Umsetzung gefasster und gültiger Beschlüsse? Eindeutig ist das die Geschäftsführung.
Selbstverständlich darf sie jederzeit (sachliche) Kritik an Beschlüssen äußern und mit eigenen (konstruktiven) Vorschlägen zur Fassung neuer Beschlüsse beitragen. Sich bis zu eventuellen neuen Beschlüssen aber der Umsetzung bestehender Vorgaben komplett zu verweigern, gefährdert nicht nur Zuschüsse, sondern ist schlicht und einfach nicht zulässig. Derartiges führt regelmäßig zur Beendigung eines Anstellungsverhältnisses.

Das geht eindeutig gegen den Intendanten. Aber verweigert er sich denn? Mit dem am 20.2. abgelieferten Konzept versucht er zu erklären, warum nur „Operntheater“ nicht funktionieren wird. Das erscheint mir noch nicht einmal eine (natürlich sachliche!) Kritik, sondern wirklich nur eine faktenbasierte Darlegung, eben eine Erklärung. Das soll nicht zulässig sein? Das soll zur Beendigung des Anstellungsverhältnisses führen? Ja wo leben wir denn?

3. Verantwortung einmal ganz neu definiert

Im ersten Abschnitt lesen wir, „Verantwortung für das finanzielle Budget eines Theaters tragen Land und Kommune, die Verantwortungsübernahme hat durch die Politik zu erfolgen.“ Den mit der Umsetzung des politischen Handelns Beauftragten wird in dieser Definition keine eigene Verantwortung zugebilligt. Demzufolge formuliert die Autorin folgerichtig:

Wer sich an einem Prozess nicht beteiligen möchte, aus welchem Grunde auch immer, sollte dann auch die Konsequenz ziehen und gehen. Auch das ist gängige Praxis. Vor allem aber sollten weder Poker aus Eigeninteresse noch persönliche Befindlichkeiten ein ganzes Haus in Mitleidenschaft ziehen.

Sehen wir mal von den dreisten Unterstellungen im zweiten Satz ab („Poker aus Eigeninteresse“, „persönliche Befindlichkeiten“), so wird im ersten Satz gefordert, wer in einer Leitungsfunktion nicht bereit ist, eine Vorgabe ohne wenn und aber umzusetzen, der hat zu gehen. „Auch das ist gängige Praxis“.

Angesichts des 25jährigen DDR-Deligitimierungsbemühens erlaube ich mir ganz bescheiden festzustellen, dass mir eine so ultimative Forderung auf Verzicht eigenen Einbringens vor dem Jahr 1990 noch nicht vorgekommen ist. Einem solchen Ansinnen würden auch nur erbärmliche Feiglinge folgen – Sewan Latchinian ist gottseidank das Gegenteil davon.

4. Nun doch Verantwortung?

Beim Weiterschreiben bemerkte die Autorin, dass man mit dem Zuspielen von Verantwortung eine Menge Vorwürfe erheben kann. Auf geht’s:

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass es Anfang März weder einen fertigen Spielplan für den Sommer 2016 (!) noch für die Spielzeit 2016/17 gab?

Die Antwort ist ganz einfach, wenngleich nicht im Sinn der Autorin dieser Vorwürfe:

  1. Der Aufsichtsrat mit seinem Beschluss, das 4-Sparten-Volkstheater in ein „Opernhaus“ umzuwandeln (wenngleich der Aufsichtsrat es später so nicht formuliert haben will, aber dies halbherzige Dementi ist leider nur mündlich überliefert),
  2. der Oberbürgermeister mit seinem Gesellschafterbeschluss vom 16.02.2016, in dem er dem Intendaten auftrug, kurzfristigst ein Konzept zum Umbau des VTR in ein Opernhaus zu erarbeiten und vorzulegen. Natürlich blieb unter dieser Auflage jede Arbeit am Spielplan erst einmal liegen.

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass ein Spielplan auf fast eine einzige Person zugeschnitten ist und bei deren Fehlen alles lahm liegt und Ersatz kaum stattfindet?

Aha. Der Spielplan fehlt zwar, ist aber zugleich „auf fast eine einzige Person zugeschnitten“. Diese Ecke des Scheiterhaufens erscheint mir doch etwas zu wackelig und sollte neu gestapelt werden.

Weiter:

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Mitarbeiter, Abteilungsleiter/Spartenleiter sich noch so schöne Dinge ausdenken können, sie aber immer der Zustimmung eines Einzelnen bedürfen, der ausschließlich seine eigenen Vorstellungen durchsetzt?

So ist das nun einmal: „Intendanten (von französisch intendant ‚Aufseher‘, ‚Verwalter‘) sind gesamtverantwortliche Geschäftsführer und künstlerische Leiter … eines Theaters, eines Opernhauses, (gefunden bei https://de.wikipedia.org/wiki/Intendant).

Ohne Zustimmung dieses „Einzelnen“ geht es schwerlich, nicht in Rostock und nicht andernorts. Nicht im Theater und nicht in einem beliebigen anderen Betrieb.

In diesem Zusammenhang auch von Interesse: „Die weit reichenden Befugnisse … bieten dem Intendanten die Möglichkeit, ein künstlerisches Konzept zu verwirklichen, ohne darin von Dritten behindert zu werden… Als Intendant sollte man klare Vorstellungen darüber haben, welches künstlerische Profil man an einem Theater schaffen kann und möchte und mit welchen Stücken und Personen dieses Ziel realistisch zu erreichen ist.“ (gefunden auf; http://www.buehnenverein.de/de/jobs-und-ausbildung/berufe-am-theater-einzelne.html?view=19)

Aber dass dieser Einzelne darüber hinaus hierorts „ausschließlich seine eigenen Vorstellungen durchsetzt“, gehört wohl wieder in den Bereich übler Nachrede. Wer mag denn glauben, dass unser Intendant den Tänzern die Choreographie vorgibt, den Sängern vorschreibt, wie sie ein Lied zu interpretieren und vorzutragen haben, den Dirigenten zur Seite schiebt und selbst dirigiert?

Weiter:

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Mitarbeiter/innen Angst haben, offen ihre Meinung zu sagen, weil sie befürchten müssen, entlassen zu werden. (Sie haben die Erfahrung aus dem letzten Jahr, wo interne Kritiker Nichtverlängerungen erhielten, selbstverständlich als rein künstlerische Entscheidung.)

Diese Frage ist besonders einfach zu beantworten, aber zuvor eine Bemerkung: Als Sewan Latchinian als Intendant in Rostock anfing und es dabei zu deutlichem Personalwechsel kam, erklärte man uns Außenstehenden, das sei allenthalben eine gängige Praxis und in keiner Weise kritikwürdig. Nichtverlängerungen seien normal im Leben von Schauspielern, Tänzern, Sängern, Musikern… Die Autorin des hier kommentierten Textes vertrat diese Auffassung ebenfalls und vehement. Warum jetzt diese Kehrwende?

Zurück zur Frage: „Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Mitarbeiter/innen Angst haben, offen ihre Meinung zu sagen…“? Die Antwort fällt leicht: Die Ängstlichen selbst. Es ist eine uralte Erfahrung: Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt. Als einer, der stets aufmüpfig und eigensinnig gelebt hat, weiß ich, wie viel Beulen und Schlimmeres man sich zumeist einhandelt. Muss man nicht haben, aber dann bitte klagt nicht darüber, keine Meinung äußern zu wollen!

Es ist doch bezeichnend: Von der letzten Mitarbeiterversammlung, an der der Intendant teilnahm, berichten Insider, dass in bezug auf seinen Leitungsstil großes Schweigen herrschte. Erst auf der darauffolgenden Versammlung, an der er krankheitsbedingt nicht mehr teilnehmen konnte, begann das große Klagen. Richtig, so sind die Philister. Vor der Wende waren sie fast alle in der SED, aus naheliegenden Gründen. Danach konnten sie sich nicht schnell genug distanzieren, die Cleversten mutierten zu Bürgerbewegten. So sind sie, die meisten Mitmenschen, und so werden sie wohl auch bleiben. Aber wenn sie uns auf der Bühne das Gute, Wahre und Richtige vorspielen wollen, dann wird es kaum hinreichend überzeugend über die Rampe kommen. Kunst kommt eben nicht nur von Können, sondern auch vom Charakter. Das macht ja Kunstschaffende aus – dass sie ihre Auffassungen, Sichtweisen, Überzeugungen im Alltag und in der Öffentlichkeit (hier: auf der Bühne) leben, dass sie glaubhaft sind!

Weiter:

Weshalb nur hoffen so viele Mitarbeiter/innen, dass der künstlerische Geschäftsführer nicht wiederkommen möge?

Gegenfrage: Wie viele mögen es denn sein, wie zuverlässig ist die Aussage, warum bleibt sie so vage? Außer, es handelt sich lediglich um eine Wiederholung der bereits beschriebenen Angst, eigene Meinung erkennen zu lassen.

Epilog

Trägt für all‘ dies die Politik die Verantwortung? NEIN.

Politik trägt jedoch mit die Verantwortung dafür, diesen lähmenden Zustand nicht schon längst beendet zu haben, zum einen mit der Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse, zum anderen mit klaren Entscheidungen.
Durch Nichthandeln befinden wir uns inzwischen auf einem Feld der Eitelkeiten, persönlichen Interessen und Intrigen, des vermeintlichen und tatsächlichen Wahlkampfes, persönlicher Entscheidungs- und Leitungsunfähigkeit und dergleichen.
Momentan werden das VTR und seine Mitarbeiter ganz gezielt den Spielchen Einzelner geopfert. Das ist in meinen Augen verantwortungslos.

Wer für den Erhalt des VTR kämpft, der löst umgehend die Personalfrage und beginnt endlich mit der inhaltlichen Debatte, der sich hier die meisten verschließen.

Muss man nicht kommentieren. Lähmender Zustand, Nichthandeln, Feld der Eitelkeiten, persönliche Interessen und Intrigen, persönliche Entscheidungs- und Leitungsunfähigkeit, Spielchen Einzelner, verantwortungslos – fehlt noch was?

Kommentare

Aus den vielen Facebookkommentaren seien hier nur zwei, noch dazu gekürzt, herausgepickt. Wer sich mehr antun möchte, dem steht es jederzeit frei. Die FB-Seite „Initiative Volkstheater“ ist ja öffentlich.

Ein Straßenbauingenieur, Mitglied der Rostocker Bürgerschaft, schrieb:

Wärest Du in meinem Beruf tätig, wären deine Straßen vielleicht schwarz, doch fahren könnte man darauf nicht… reicht es Dir, Dich zu verhalten, wie Roland Methling? Du versteckst Dich in einer existentiellen und sehr politischen Debatte über die Theater in MV hinter einer Personalie, welche Dir schon immer mißfiel…

Eine andere Mitstreiterin für das rostocker Volkstheater fragte kurz und bündig:

Ist der Beitrag ein Aufruf zum Putsch? An wen richtet er sich?

Abschließend noch eine persönliche Anmerkung: Rumpelstilzchen ist kein Fan von Sewan Latchinian. In einigen entscheidenden Punkten würde sich Rumpel einiges ganz anders wünschen. Aber das tut hier nichts zur Sache. Latchinian kämpft unbeirrt für ein Vierspartentheater und gibt selbst unter widrigsten Umständen nicht klein bei. Das verdient Respekt. Er bringt sich bis zur Erschöpfung ein (und darüber hinaus, wie wir aktuell wissen). Das ist nicht unbedingt klug, aber beeindruckt mich.

Vor allem aber: Sewan Latchinian ist ein Mensch, der wie jeder andere Fairnis verdient hat. Angriffe, wie sie hier von einem Bürgerschafts- und VTR-Aufsichtsratmitglied praktiziert werden, wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind – und den kann ich wirklich nicht leiden!


 

1Wikipedia merkt noch an: „Zählt zum Kompetenzbereich des Intendanten neben dem Musiktheater auch Schauspiel und Ballett (Dreispartenhaus), so erhält er den Titel Generalintendant.“

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8 Gedanken zu „Tut nichts! Der Jude wird verbrannt!

  1. Lieber Herr Hering, es ist unnötige Praxis, auf ihrem minder beachteten Blog verstümmelte Facebookkommentare zu posten und mit ihren eigenen Meinungen zu versehen. Ich will garnicht ihrer irrigen Behauptungen widerlegen, möchte nur in einem Fakt darauf hinweisen. Sewan Latchinian sollte keine Gefahrenanalyse leisten, sondern ein Konzept erstellen, wie er im geforderten Rahmen Theater leiten kann und mag. Und der Rahmen ist expanderartig zu dehnen und zu interpretieren. Aber nichts hat er getan. Er ist seiner Verantwortung für ca. 260 Mitarbeiter nicht nachgekommen und hat keinen Vorschlag unterbreitet, wie er sich die Zukunft des Volkstheater Rostock vorstellt. Stattdessen hat er eine Negativbeschreibung geleistet. Meinen Sie, die Mitarbeiter des VTR wünschen sich einen Chef, der Ihnen HÄTTE WÄRE KÖNNTE vorführt oder wünschen sich eine, der vielleicht Perspektiven eröffnet? Sewan Latchinian sollte nach fast 2 Spielzeiten gemerkt haben, dass seine Idee vom VTR nicht funktioniert, sinkende Zuschauerzahlen sind nur ein Indikator, aber bisher ist kein Gegensteuern und keine Kurskorrektur bemerkbar, sondern nur ein Jammern und Beharren. Dabei, Frau Bachmann hat es mehr als einmal betont, bekommt das VTR eine finanzielle und langfristig gesicherte finanzielle Ausstattung, ganz nach Wunsch des Intendanten, und nicht passiert von dessen Seite.
    und noch etwas: Vielleicht mag Ihnen ja als großer Freund der Zustände in DDR die Arbeitsweise im Umgang mit den Mitarbeitern des Intendanten zusagen, ich finde ihre Aussagen über die fleißigen und jahrzehntelang gegen alle Unbilden der Politik ankämpfenden Kollegen eine Frechheit und Beleidigung und ich hoffe, sie schämen sich beim nächsten Besuch des Theaters, wenn ihnen ein Mitarbeiter entgegenkommt, denn ohne diese Kollegen wäre Herr Latchinian noch viel weniger. Hören sie einfach auf, Facebook hier zu verhackstücken. Beste Grüße.

    • Werter Herr Bäuerlein,
      danke für Ihren Kommentar, der mich allerdings zu einigen Richtigstellungen veranlasst:

      1. Dieser Blog ist nicht mein Blog. Er wurde nicht von mir ins Leben gerufen. Ich habe lediglich die Ehre, als Administrator zu fungieren. Die (erhoffte) Funktion des Blogs ist auf der Seite https://vtrblog.wordpress.com/about/ benannt und hoffentlich verständlich ausgedrückt. – Manchmal schreibe ich auch, dann aber unter meinem Namen.
      2. Der von Ihnen kritisierte Text ist also nicht von mir.

      3. Ob der VTRblog „minderbeachtet“ ist, wie Sie behaupten, sei dahingestellt. Als Admin kenne ich die Besucherzahlen und finden sie bemerkenswert. Und wenn Sie nach vtrblog googeln, finden sie unter den ersten Treffern eben diesen Blog.

      4. Ob der Autor des von Ihnen beanstandeten Beitrages Facebook-Kommentare verstümmelt oder korrekt zitiert hat, vermag ich nicht auf Anhieb zu beurteilen. Das kostet Zeit und die Beweispflicht läge eigentlich bei Ihnen. Sie belassen es aber leider bei pauschalen Vorwürfen.

      5. Zurückweisen muß ich auch Ihre Behauptung, ich wäre ein „großer Freund der Zustände in DDR“. Ich bin in diesem Land groß geworden, auch mit und dank seinen Theatern, ich habe mich im Rahmen meiner Möglichkeiten für diesen alternativen Gesellschaftsentwurf engagiert – aber das bedeutet eben nicht, dass ich ein Freund der Zustände war. Eher im Gegenteil. Zu diesem Thema vielleicht einmal bei http://www.jungewelt.de/2016/04-04/054.php Anregungen empfangen, sofern Objektivität gewünscht ist.

      6. Sie unterstellen, mir würde die Arbeitsweise im Umgang mit den Mitarbeitern des Intendanten zusagen. Ich kenne den Umgang des Intendanten mit seinen Mitarbeitern nicht und kann mir daher kein Urteil anmaßen. Die wenigen Kontakte, die ich zu Herrn Latchinian hatte, verliefen sehr angenehm. Im übrigen verwechseln Sie mich schon wieder mit dem Autoren des Beitrages.

      7. Letzteres gilt auch für Ihre Wertung, „meine“ Aussagen über die fleißigen und jahrzehntelang gegen alle Unbilden der Politik ankämpfenden Kollegen [wären] eine Frechheit und Beleidigung. Doch an dieser Stelle möchte ich den Autoren in Schutz nehmen. So wie ich seinen Text verstehe, kritisiert er lediglich diejenigen Mitarbeiter, die nicht den Mut haben, ihre Sicht auf die Dinge offen zu vertreten, aber bei Abwesenheit des Intendanten über ihn herziehen. Wenn dem so sein sollte, dann fände auch ich es nicht gut.

      8. Ihr Kommentar ist unsachlich, aggressiv, enthält Unterstellungen und Falschaussagen. Ein derartiger Stil ist auf diesem Blog unerwünscht. Ich behalte mir daher als admin vor, Sie im Wiederholungsfall zu sperren.

      9. Sie sind nicht „Werner Bäuerlein“. Pseudonyme sind legitim, solange nicht als Pseudonym der Name einer anderen lebenden Person benutzt wird. Genau dass machen Sie. Werner Bäuerlein ist auf Facebook, aber das sind nicht Sie, sondern das ist ein seriöser Mitbürger aus Erlangen. Sie sind offenbar nicht einmal auf Facebook, zumindest nicht unter der für Ihren Kommentar benutzten Email-Adresse. Wenn Sie aber nicht bei Facebook angemeldet sind, dann können Sie überhaupt nicht wissen, ob die von Rumpelstilzchen benutzten Facebook-Zitate „verstümmelt“ sind (Ihre Behauptung) oder korrekt zitiert wurden. Bitte liefern Sie Beweise für die behauptete Verstümmelung!

      Für die Leser des VTRblogs wäre es sicherlich angenehm, wenn IHNEN der Blog weiterhin SEHR „minderbeachtlich“ bliebe.

  2. Ach, Bäuerlein, Sie lehnen sich entspannt zurück wie vermutlich andere Politiker dieser Stadt und sagen: Der Sewan soll´s richten.
    Die Stadt sagt, er soll das Theater verkleinern – und wenn der sagt: Nein, das ist nicht meine Aufgabe, Theater kaputt zu machen, dann ist er der für Sie Verantwortliche für die Rostocker Misere. Das glauben Sie doch icht allen Ernstes.. Machen Sie doch mal selbst `nen konstruktiven Vorschlag! Oder nein – besser nicht, denn vermutlich hätten wir dann gar kein Theater in Rostock mehr. . Diese Auffassung kennt man unter Ihrem Namen zur Genüge.
    Und Danke, Herr Hering, für Ihren Blog. Bitte weitermachen. Und so wenig beachtet kann er ja wohl nicht sein, wenn sogar das Bäuerlein sich hierher verirrt, der immer nach Seiten sucht, wo er seine Beleidigungen ablassen kann.
    Aber letztlich sind es Leute wie Sie, Herr hering, wie die Fördervereine, wie die Initiative Volkstheater, die dafür Sorge tragen, dass kutlurlose Politiker uns das kulturelle Gut nicht einfach nehmen können. So gern Sie das täten, nicht wahr, Bäuerlein.

  3. Der Intendant soll ein Konzept erstellen, Herr Bäuerlein? Dieser eine Mann soll für die Politik die Drecksarbeit machen? Das kann ja wohl kaum die Aufgabe des Intendanten sein. Er soll künstlerische Inhalte liefern. Und wenn Herr Rosinski ein Hybridmodell vorschlägt (schon wie das klingt), soll er doch auch gefälligst auch vorschlagen, wie das gehen soll.
    Die Politik – und nur sie – trägt die Verantwortung für den lähmeneden Zustand, wie Sybille Bachmann korrekt einschätzt. Und dies bereits seit Jahrzehnten – oder wie erklären Sie, Herr Bäuerlein, sich den Zustand, dass seit der Wende 10 Intendanten vergrault, vertrieben, geschasst wurden? Ach ja, das waren eben alles nur Querulanten, die nichts zustande gebracht haben…. Immer schön die Schuld auf die anderen schieben.

  4. Es kann doch nicht sein, dass – wie herr Bäuerlein will – der Intendant sagen soll, wie er sich die Zukunft für das Theater vorstellt. Das ist eine Entscheidung, in die man die Zuschauer, die Stadtbevölkerung, einbeziehen muss. Es ist eine Entscheidung aller gemeinsam – der Politik, des Theaters, der Stadtbevölkerung. Wie kann man einem Intendanten ein Ultimatum von wenigen Tagen und von ihm verlangen, er solle Zukunftsprojekt! in wenigen Tagen erstellen. Ich als reger Theaterbesucher wehre mich ntschieden dagegen – hier geht es um eine Entscheidung für die Zukunft, die muss durchdacht und gründlich vorbereitet und nicht überstürzt aus dem Boden gestampft werden. Dazu bedarf es mindestens eines kompetenten Gremiums, aber eines, das etwas von Theater versteht – und keinesfalls von solchen Leuten gebildet wird, die es lieber heute als morgen abschaffen würden.

    • Lieber Uwe, die Stadtbevölkerung kann sich vieles wünschen, aber bekommt sie das Schwimmbad auf der Kröpi oder das Bundesligastadion im Stadthafen? Ich glaube nicht, denn alles muss finanziert werden und am Ende aus den Taschen der Bürger. Wieviel Theater die Rostocker Bürger zur Zeit wollen, dass merkt man an den Besucherzahlen. Der Trend geht nach unten. Statistische Erhebungen haben schon vor ca. 8 Jahren ergeben, dass das VTR ein besseres Stadtteilzentrum ist und es sind nicht mehr Besucher geworden. Ich würde mich freuen, wenn sich die Bürger IHR Theater wünschen können, aber wieviele Bürgen brauchen noch IHR Theater. Kindergärten, Schulen, Sporthallen, Schwimmbäder, Museen … Wir haben gewählte Volksvertreter, die für uns entscheiden sollen, wieviel von jedem, was finanziere ich wann und wie umfänglich. Und ich habe auch nicht gesagt, dass der Intendant sich selbst die Zukunft seines Theaters vorstellen soll, kann er gern, aber der Zug ist abgefahren. Es gibt bindende Beschlüsse und Konzepte, die nun mit Kreativität gefüllt werden können, der Rahmen steht. Und lieber Uwe, Sie verkehren auch hier die Tatsachen: Die Theaterleitung weiß mindestens seit Frühjahr 2014, dass dem Theater eine Umstrukturierung bevorsteht. Keine Sache von Tagen, sondern Jahren. Die permanente Verweigerungshaltung des Intendanten bringt den Zugzwang mit sich. Wenn kommende Mittelzuweisungen durch das Land nicht mehr erfolgen, weil keine Strukturveränderungen vorgenommen werden, haben Sie bald gar kein Theater mehr, was besuchenswert wäre. Ich glaube, dass der Intendant von vornherein sich nicht grundlegend mit der Rostocker Theaterhistorie befasst hat. Er hat kein Konzept für Rostock entwickelt, sondern ist mit dem Gedanken: wird schon irgendwie in Rostock gestartet, viel hilft viel. Er hat keine langfristige Planung und keine Idee im Umgang mit einem Vierspartenhaus und der derzeitige Zustand des Theaters ist die Rechnung der Konzeptlosigkeit.
      PS: Mich gibts wirklich, aber da ein permanenter Hass auf scheinbare Latchiniangegner erfolgt, werde ich mich nicht mit meiner Vita und meiner fast 35jährigen Erfahrung mit dem Rostocker VTR zu erkennen geben.

      • Aha, Bäuerlein, Sie sind also gegen Bürgerbeteiligung – beim Theater, Bebauung Nordkante u. a. Na, war ja klar. Aber warum sollten sich die Bürger denn nicht beteiligen?- Es ist doch ihre Stadt, es ist nicht die Stadt des OB oder der Bürgerschaft. Haben Sie etwa Angst vor demokratischen Entscheidungen? Vielleicht führt ja die Bürgerbefragung zu dem Ziel, das Sie sich vorstellen. Vielleicht ziehen ja die gebetsmühlenartig wiederholten Argumente, es wäre kein Geld da. Aber das glaubt ja sowieso keiner mehr, denn man liest täglich von Mio -Überschüssen in diesem Land. Schäuble meldet 12 MRD Überschuss im Bundeshaushalt u.a. durch Steuereinnahmen. Und 220 Mio beträgt der Haushaltsüberschuss im Land MV. Ne, ne, da müssen Sie sich schon was anderes einfallen lassen – am Geld liegt`s definitiv nicht. Und kommen Sie nicht mit Schuldenabbau – da empfehle ich unbedingt gleich noch den Focus-Artikel:

        http://www.focus.de/finanzen/banken/chef-der-allianz-global-investment-deutschland-spart-sich-zu-tode_id_5405995.html

  5. Am 5.4. schrieb ich einen Leserbrief an die OZ, bezugnehmend auf den Artikel „Ein letztes Ultimatum?“ vom gleichen Tag. Mein Leserbrief wurde leider nicht veröffentlicht – zu viel Parteiname fürs Theater? Hier kann er nachgelesen werden:

    Intendanten-Mobbing?

    Da staunt der Laie…: Noch bis Mittwoch ist der Intendant krank geschrieben. Dennoch bekommt er bereits Aufträge, die umgehend abzuarbeiten sind. Bis kommenden Montag, also innerhalb von nur zwei Arbeitstagen, soll er eine „Antwort zur Umsetzung des Gesellschafterbeschlusses“ vorlegen – wohlgemerkt über das 16seitige Papier hinaus, das er vor seiner Erkrankung am 20.2. bereits vorgelegt hat. Fast genauso schnell, nämlich binnen 6 Arbeitstage, soll er vorlegen, „wie es um die Rechte an den Stücken der kommenden Spielzeit bestellt ist“. Und nach weiteren 10 Arbeitstagen ist eine „detaillierte wirtschaftliche Untersetzung der Spielzeitplanung 2016/27“ vorzulegen. Wer das packt, muss wohl über außerirdische Fähigkeiten verfügen. Wer das fordert, will den Intendanten auf Biegen und Brechen los werden. Wenn das kein brutales Mobbing (noch dazu an einem Krankgeschriebenen) ist, muss wohl die Definition für Mobbing umgeschrieben werden.

    Nachbemerkung, die nicht im Leserbrief steht: Wer ein betriebsinternes Papier – hier zwei Aufträge – parallel zur Übermittlung an den Auftragnehmer an die Presse gibt, offenbart in meinen Augen seinen äußerst schäbigen Charakter.

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