Es gibt doch noch Kultur in Deutschland…

Hier gefunden:

Brothers in Arms – Cover von Michaela Danner

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Gibt es noch Kultur in Deutschland?

Und, nein, ich habe, außer dem, was in der Videobeschreibung geschrieben ist, keine Ahnung, wo Michaela Danner politisch steht.

Vielleicht spricht die Kunst hier für sich?

Für sich, für Syrien, für den Frieden, für Menschlichkeit…

Und Ihr am Volkstheater Rostock, was wollt IHR ernsthaft einbringen?

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Kultur der Herrschenden

Gefunden:

Wo käme man denn da hin, wenn in der Kultur den Herrschenden nicht genehme Meinungen geäußert werden dürften. Man stelle sich nur mal vor, in der Kultur könnte jemand die geliebten Freunde aus Übersee einfach so eine terroristische Bande von Angriffskriegern nennen und 9/11 als Inside-Job bezeichnen, die herrschende Ideologie des Zionismus schmähen oder Gotteslästerung gegen die Überhöhung des Holocausts zum quasi-religiösen Popanz betreiben. Nicht auszudenken. Es ist klar, dass da die Wellen hochschlagen. Kunst und Kultur hat schließlich die Aufgabe, die herrschende Macht in ein positives Licht zu stellen, und sie, wenn überhaupt, dann allenfalls so zaghaft zu kritisieren, dass die Kritik denn auch gleich als Lob verstanden würde, dass es nichts wirklich wichtiges zu kritisieren gibt.

Richtige Kultur ist schließlich, wenn man sich zu Tode langweilt, aber trotzdem hingeht, um dagewesen zu sein. Bloß keine Inhalte und nichts zum Nachdenken. In einer Zeit vor der großen Gleichschaltung von Medien, Kunst und Kultur war das freilich einmal anders. Leute wie Schiller, Marx und Brecht standen zu ihrer Zeit mal für eine Parteinahme in spannenden historischen Auseinandersetzungen. Aber wer weiß das schon noch?

Vorweihnachtsfreude

Heute, am 14.122017, lesen wir in der Ostsee-Zeitung:

Das Oberlandesgericht in Rostock hat die im Juni 2016 ausgesprochene Kündigung des ehemaligen Intendanten des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, für unwirksam erklärt. Latchinian war von der Volkstheater Rostock GmbH (VTR) unter anderem wegen des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht und öffentlicher Kritik an der geplanten Umstrukturierung des Theaters gekündigt worden.

Schon vor dem Landgericht Rostock hatte Latchinian erfolgreich gegen die Kündigung geklagt. Öffentliche Äußerungen seien vom Grundrecht auf Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt. Der Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht rechtfertige nicht die Kündigung, hieß es im vergangenen Dezember. Dieser Meinung schloss sich das OLG in dem am Donnerstag verbreiteten Urteil an. Das OLG-Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

nachtkritik.de ergänzt wie folgt:

Das Pressebüro der Hansestadt Rostock gibt zu der OLG-Entscheidung folgende Stellungnahme: „Die Stadtverwaltung wird den Beschluss mit der inhaltlichen Begründung des Oberlandesgerichtes abwarten. Sie wird dann prüfen, ob eine Nichtzulassungsbeschwerde beim BGH einlegt werden sollte.“

Für das Recht-haben- und Recht-behalten-Wollen ist Roland I. kein Steuergeld zu schade.

Theater kann Mut machen…

Prof. Volker Rundshagen, Tourismusexperte an der Hochschule Stralsund, rät den Toursitikern  laut OZ vom 18./19.11.2017 u.a.:

Dem Urlaubsland MV empfiehlt Rundshagen daher, stärker auf die Kulturschiene zu setzen: „Wir haben die Backsteingotik, die Festspiele MV, Museen, Nationalparks und Künstlerkolonien. Hier sollten die Kräfte gebündelt und die buchbaren Angebote in Haupt- und Nebensaison ausgebaut werden.“

Theater vergisst auch der Stralsunder Rundshagen in dieser Aufzählung der „Kulturschiene“. Woran liegt es? Vielleicht daran:

Im Ernst: Theater kann die Welt nicht ändern. Aber Theater kann Mut machen, sie zu ändern.

Welches Theater in MV wäre hier zu nennen?

Einfach nur peinlich

Roland I. hat in seinem „Städtischen Anzeiger“ vom 2.11.2017, Seite 2, folgendes verkünden lassen:

Ich, der unterzeichnende Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock, Roland Methling, vertrete in dieser Funktion die Hansestadt Rostock als alleinige Gesellschafterin der Volkstheater Rostock GmbH…

… Dem künstlerischen Geschäftsführer Herrn Sewan Latchinan wurde mit Gesellschafterbeschluss vom 06.0.6.2016 das Vertrauen entzogen. Deshalb erfolgt für Herrn Latchinan keine Entlastung.

Hat denn unserem heißgeliebten OB bislang wirklich niemand beibringen können, dass man keinen Brief, keinen Artikel, nicht einmal einen Absatz mit „ICH“ beginnt? Haben Elternhaus und Schule wirklich so grauslich versagt?

Rostocker Sparwut

Strafzinsen statt Theaterfinanzierung: Eine Frage von Kultur(losigkeit).
ODER: Warum hat die Bürgerschaft den OB nicht zum OSPA-Anlegerforum geschickt?

mcpoblog

Unser aller Oberbürgermeister lässt immer und überall erkennen, wie sehr ihm die Tilgung der Schulden, die sein „Konzern“ hat, am Herzen liegt (woher die Schulden kommen, wer für sie verantwortlich ist, wie hoch sie sind – das erfahren die Bürger nicht. Und wenn ein Bürger seine (?) Bürgerschaft fragt, dann weiß die das auch nicht und will es wohl auch gar nicht wissen. Demokratie eben).

„Konzern“, so nennt der OB bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit die Kommune Rostock. So führt er auch die ihm anvertraute Stadt. Kultur? Brauchen wir kaum, da sparen wir. Bildung, Soziales, Bürgerbeteiligung und ähnlicher Krimskram? Da sparen wir auch!

Immobilienwirtschaft, Hoch- und Tiefbau? Für deren Interessen hat der „Konzern“ stets ein offenes Ohr.

Aber wie passt das alles mit einer neueren Zeitungsmeldung zusammen? „Die Strafzinsen bei Geldinstituten haben Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Die Hansestadt Rostock zahlt bereits für Guthaben bei einer ihrer Hausbanken, wie ein Sprecher…

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Bürgerforum: Das Freie StudentenOrchester Rostock e.V.

Den Admin erreichte der nachstehende „Diskussionsbeitrag für das heutige Bürgerforum“ mit der Bitte um Veröffentlichung hier auf diesem Blog. Dieser Bitte komme ich gerne nach, zumal auf dem Forum selbst diese Wortmeldung nicht zustande kam.

Liebe Kulturfreunde,

wir möchten uns als Freies StudentenOrchester Rostock e.V. (FSOR) an der Diskussion um die Zukunft des Volkstheaters beteiligen. Vorneweg sei gesagt: Wir begrüßen jedes Vorhaben, das das Theater als Ganzes stärkt und interessieren uns für jede Möglichkeit, Rostocker für Kultur vor Ort zu begeistern.

Das FSOR besteht aus über 60 Musikliebhabern, die an der Uni Rostock bzw. hmt studieren oder bereits im Berufsleben stehen. Die meisten von uns sind keine Profis auf ihrem Instrument – dafür jedoch leidenschaftliche und zum Teil sehr begabte Musiker, die ansonsten (angehende) Ärzte, Physiker, Lehrer oder ähnliches sind. Wir spielen im Durschnitt zwei Sinfoniekonzerte pro Hochschulsemester – eines davon in Rostock und eines auswärts. Des Weiteren engagieren wir uns sozial mit Projekten wie „Kinder in die 1. Reihe“ oder mit Benefizkonzerten z.B. für geflüchtete Schulkinder. Außerdem führen wir Kooperationsprojekte wie zuletzt „Karat meets Classic“ mit dem JugendSinfonieOrchester des Konservatoriums und der Band Karat durch.

Doch nun zum Theater: Wir sehen uns als Bereicherung für das kulturelle Leben der Hansestadt an – gerade weil wir niederschwellige Angebote für Instrumentalisten und Zuhörer schaffen (möchten). Wir wünschen uns seit einiger Zeit, im Volkstheater ein Konzert zu geben bzw. mit dem Theater zusammenzuarbeiten. Dies scheiterte zuletzt an drei Dingen:

  1. Das Volkstheater verlangt für die Saalmiete ein Entgelt, das das 3-4-fache vergleichbarer Säle in Rostock beträgt.
  2. Das Volkstheater hat wenige freie Termine. Kurzfristige Anfragen (< 1 Jahr Vorlaufzeit) sind nahezu aussichtslos.
  3. Anfragen für Kooperationsprojekte stoßen zumindest beim VTR-(noch)-Geschäftsführer Rosinski auf wenig Interesse.

Als gemeinnütziger Verein, der sehr basisdemokratisch geführt wird, entwickeln wir viele Projektideen, die aus unterschiedlichsten Gründen (zumeist wegen finanzieller Engpässe und weil wir ehrenamtlich mit begrenztem Zeitbudget arbeiten) oft nicht realisiert werden. Zuletzt wurden folgende Ideen diskutiert: ein Tanzprojekt zur Scheherezade von Rimski-Korsakow zusammen mit Kindern und Jugendlichen aus der Region sowie professionellen Tänzern und Choreographen nach „Rhythm is it“, die Begleitung eines Stummfilmes, die Aufführung eines großen Orchesterwerkes (z.B. Mahler 2) mit einem zweiten Orchester (z.B. der Norddeutschen Philharmonie), Solisten und einem Chor, ein Videoprojekt für Schüler (selbtgedrehte Filme zu Filmmusik von Schostakowitsch).

Wenn wir die Aussagen in Rosinskis Strategiepapier (vom Januar 2016) lesen, so fühlen wir uns direkt angesprochen. Wir sind einer Meinung, wenn er schreibt, dass „Künste vor allem dann bilden, wenn man sie ausübt“. Weiterhin sind wir gleichermaßen davon überzeugt, „dass Konzepte mit dem Ziel der Entwicklung kollaborativer und partizipativer Formen die Theaterarbeit zunehmend politisch legitimieren und offenbar gleichzeitig dem Bedürfnis des Publikums nach Erlebnis und zeitgemäßen Formen der Beteiligung entsprechen“. Doch wo bleibt diese Beteiligung?

Mit der von Latchinian initiierten Bürgerbühne wurde ein Anfang gemacht. Doch was ist mit den freien Kulturträgern der Stadt? Ich sehe nicht, dass unabhängige Gruppen wie die Freigeister, ROhrSTOCK, das Tanzland usw. im Theater auftreten. Woran liegt das?

Wir setzen uns dafür ein, dass Kooperationen stärker gefördert, die freien Kulturträger ins Theater integriert und somit (neue) Zuschauer ans VTR herangeführt werden. Gleichzeitig soll damit verdeutlicht werden, was Laien können und was sie eben nicht können – warum wir also weiterhin ein Vier-Sparten-Theater benötigen.

Ihr FSOR