Rostocker Sparwut

Strafzinsen statt Theaterfinanzierung: Eine Frage von Kultur(losigkeit).
ODER: Warum hat die Bürgerschaft den OB nicht zum OSPA-Anlegerforum geschickt?

mcpoblog

Unser aller Oberbürgermeister lässt immer und überall erkennen, wie sehr ihm die Tilgung der Schulden, die sein „Konzern“ hat, am Herzen liegt (woher die Schulden kommen, wer für sie verantwortlich ist, wie hoch sie sind – das erfahren die Bürger nicht. Und wenn ein Bürger seine (?) Bürgerschaft fragt, dann weiß die das auch nicht und will es wohl auch gar nicht wissen. Demokratie eben).

„Konzern“, so nennt der OB bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit die Kommune Rostock. So führt er auch die ihm anvertraute Stadt. Kultur? Brauchen wir kaum, da sparen wir. Bildung, Soziales, Bürgerbeteiligung und ähnlicher Krimskram? Da sparen wir auch!

Immobilienwirtschaft, Hoch- und Tiefbau? Für deren Interessen hat der „Konzern“ stets ein offenes Ohr.

Aber wie passt das alles mit einer neueren Zeitungsmeldung zusammen? „Die Strafzinsen bei Geldinstituten haben Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Die Hansestadt Rostock zahlt bereits für Guthaben bei einer ihrer Hausbanken, wie ein Sprecher…

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Bürgerforum: Das Freie StudentenOrchester Rostock e.V.

Den Admin erreichte der nachstehende „Diskussionsbeitrag für das heutige Bürgerforum“ mit der Bitte um Veröffentlichung hier auf diesem Blog. Dieser Bitte komme ich gerne nach, zumal auf dem Forum selbst diese Wortmeldung nicht zustande kam.

Liebe Kulturfreunde,

wir möchten uns als Freies StudentenOrchester Rostock e.V. (FSOR) an der Diskussion um die Zukunft des Volkstheaters beteiligen. Vorneweg sei gesagt: Wir begrüßen jedes Vorhaben, das das Theater als Ganzes stärkt und interessieren uns für jede Möglichkeit, Rostocker für Kultur vor Ort zu begeistern.

Das FSOR besteht aus über 60 Musikliebhabern, die an der Uni Rostock bzw. hmt studieren oder bereits im Berufsleben stehen. Die meisten von uns sind keine Profis auf ihrem Instrument – dafür jedoch leidenschaftliche und zum Teil sehr begabte Musiker, die ansonsten (angehende) Ärzte, Physiker, Lehrer oder ähnliches sind. Wir spielen im Durschnitt zwei Sinfoniekonzerte pro Hochschulsemester – eines davon in Rostock und eines auswärts. Des Weiteren engagieren wir uns sozial mit Projekten wie „Kinder in die 1. Reihe“ oder mit Benefizkonzerten z.B. für geflüchtete Schulkinder. Außerdem führen wir Kooperationsprojekte wie zuletzt „Karat meets Classic“ mit dem JugendSinfonieOrchester des Konservatoriums und der Band Karat durch.

Doch nun zum Theater: Wir sehen uns als Bereicherung für das kulturelle Leben der Hansestadt an – gerade weil wir niederschwellige Angebote für Instrumentalisten und Zuhörer schaffen (möchten). Wir wünschen uns seit einiger Zeit, im Volkstheater ein Konzert zu geben bzw. mit dem Theater zusammenzuarbeiten. Dies scheiterte zuletzt an drei Dingen:

  1. Das Volkstheater verlangt für die Saalmiete ein Entgelt, das das 3-4-fache vergleichbarer Säle in Rostock beträgt.
  2. Das Volkstheater hat wenige freie Termine. Kurzfristige Anfragen (< 1 Jahr Vorlaufzeit) sind nahezu aussichtslos.
  3. Anfragen für Kooperationsprojekte stoßen zumindest beim VTR-(noch)-Geschäftsführer Rosinski auf wenig Interesse.

Als gemeinnütziger Verein, der sehr basisdemokratisch geführt wird, entwickeln wir viele Projektideen, die aus unterschiedlichsten Gründen (zumeist wegen finanzieller Engpässe und weil wir ehrenamtlich mit begrenztem Zeitbudget arbeiten) oft nicht realisiert werden. Zuletzt wurden folgende Ideen diskutiert: ein Tanzprojekt zur Scheherezade von Rimski-Korsakow zusammen mit Kindern und Jugendlichen aus der Region sowie professionellen Tänzern und Choreographen nach „Rhythm is it“, die Begleitung eines Stummfilmes, die Aufführung eines großen Orchesterwerkes (z.B. Mahler 2) mit einem zweiten Orchester (z.B. der Norddeutschen Philharmonie), Solisten und einem Chor, ein Videoprojekt für Schüler (selbtgedrehte Filme zu Filmmusik von Schostakowitsch).

Wenn wir die Aussagen in Rosinskis Strategiepapier (vom Januar 2016) lesen, so fühlen wir uns direkt angesprochen. Wir sind einer Meinung, wenn er schreibt, dass „Künste vor allem dann bilden, wenn man sie ausübt“. Weiterhin sind wir gleichermaßen davon überzeugt, „dass Konzepte mit dem Ziel der Entwicklung kollaborativer und partizipativer Formen die Theaterarbeit zunehmend politisch legitimieren und offenbar gleichzeitig dem Bedürfnis des Publikums nach Erlebnis und zeitgemäßen Formen der Beteiligung entsprechen“. Doch wo bleibt diese Beteiligung?

Mit der von Latchinian initiierten Bürgerbühne wurde ein Anfang gemacht. Doch was ist mit den freien Kulturträgern der Stadt? Ich sehe nicht, dass unabhängige Gruppen wie die Freigeister, ROhrSTOCK, das Tanzland usw. im Theater auftreten. Woran liegt das?

Wir setzen uns dafür ein, dass Kooperationen stärker gefördert, die freien Kulturträger ins Theater integriert und somit (neue) Zuschauer ans VTR herangeführt werden. Gleichzeitig soll damit verdeutlicht werden, was Laien können und was sie eben nicht können – warum wir also weiterhin ein Vier-Sparten-Theater benötigen.

Ihr FSOR

Statement des Theaterfördervereins zur Entlassung des Intendanten

Es steht noch nicht auf der Webseite des Vereins „Freunde und Förderer Volkstheater Rostock e.V.“, das Statement, sondern bislang nur auf der Facebookseite „Initiative Volkstheater“. Da nicht alle (kulltur-) interessierten Bürger auf Facebook sind, findet sich das Statement auch hier.

Statement des Theaterfördervereins zur Entlassung des Intendanten

Sehr geehrte Mitglieder der Bürgerschaft der Hansestadt Rostock, sehr geehrte Damen und Herren der Lokalpresse sowie des NDR, sehr geehrte und hochverdiente Streiter im Dienste einer freien Kultur in Rostock!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Frau Dr. Bachmann!

Die Freunde und Förderer haben die schlechte Nachricht erhalten. Dem Intendanten wurde fristlos gekündigt. Das Theater erwartet die Ankunft eines neuen Intendanten, des wievielten nun bereits?
Die Freunde und Förderer des Volkstheaters sind bestürzt, auf welchem Niveau in Rostock Kulturpolitik und Kommunikation mit dem Bürger betrieben wird.
Im Anhang finden Sie das Statement des Vereins zur fristlosen Entlassung des Intendanten.

Am 16. Juni findet das Bürgerforum statt. Das ist gut. Es scheint
dringend erforderlich, mit den in Verantwortung stehenden Politikern sowie den Amtsträgern dieser Stadt ins Gespräch zu kommen.

Mit hochachtungsvollen Grüßen
Im Namen des Vorstandes

Antje Jonas

Mit freundlichen Grüßen

Antje Jonas
Vereinsvorsitzende

Statement der „Freunde und Förderer Volkstheater Rostock e.V.“ zur fristlosen Kündigung des Volkstheater-Intendanten Sewan Latchinian

Als Sewan Latchinian, der von den Stadtoberen erwählte Intendant, nach Rostock kam, erwarteten Politik, Verwaltung sowie auch das Publikum neuen Schwung für das von vielen als lethargisch wahrgenommene Vier-Sparten-Volkstheater. Der Theatermann machte sich an die Arbeit und versetzte mit seiner Energie und Leidenschaft die Rostocker in Erstaunen.
In nur zwei Jahren kamen zustande: zwei bemerkenswerte Theaterspektakel, mehrere Uraufführungen, darunter ein Text von Uwe Johnson. Gespielt wurde in der Brauerei und im Bunker, im Zoo und auf der Hohen Düne. In der Kleinen Komödie gelang die Sommerbespielung. Die Theaterkantine lud nach Vorstellungsende die Zuschauer zu Gespräch und Wein. Ein neues Format, der „Denkraum“, ging an den Start. Und so auch die Bürgerbühne und das Puppenspiel. Bis heute fährt die blaue Theaterstraßenbahn durch Rostock und kündet von dem Potenzial und Aufbruch des Volkstheaters unter dem Intendanten Sewan Latchinian. Zwei und oftmals drei Vorstellungen täglich sorgten dafür, dass das Theater vom Stadtvolk wieder wahrgenommen wurde. Wer versucht, dem Intendanten und dem Ensemble künstlerisches Versagen vorzuwerfen, sollte gut argumentieren können.
Die wirkliche Krise setzte mit der wankelmütigen Kulturpolitik der Bürgerschaft ein, die dem Druck seitens des Oberbürgermeisters und des Kultusministers nicht standhalten konnte oder wollte. So sah sich der Intendant, zweifellos ein kantiger Charakter und Urheber markiger Worte, nach nur wenigen Monaten mit einem beispiellosen Schwenk der Rostocker Theaterpolitik konfrontiert. Sicher gehört es zu den Aufgaben eines Geschäftsführers, sich dem Gesellschafter gegenüber loyal zu verhalten. Doch für den politisch gewollten, organisierten Kulturabbau brauchte es keinen Intendanten, sondern einen Insolvenzverwalter. Diese Rolle zu übernehmen war der Intendant nicht bereit. Kann man ihm das vorwerfen?
Wir alle gehören nun ein weiteres Mal zu den Verlierern einer Kulturpolitik, die ein kluges und geordnetes Verfahren genannt zu werden nicht verdient. Es fehlt, frei nach Brecht, an Leidenschaft, Anmut, Mühe und Verstand.

Rostock verliert einen streitbaren Intendanten. Rostock verspielt mit dem Abbruch einer vielversprechenden Theaterentwicklung ein weiteres Mal die Chance, seine kulturelle Identität jenseits großer Volksfeste auszuprägen. In Rostock gilt eine Meinung schon als Argument; hier reicht es, sich persönlich bei Amtsinhabern und Volksvertretern missliebig zu machen, um abgestraft zu werden. Eine Stadt, die ihre Kultur nicht schätzt, die Intendant um Intendant verschleißt, die mit ihrer eigenen Geschichte kulturell nur wenig anzufangen weiß, ist keine Großstadt! Rostock verzichtet schlecht gelaunt weiterhin auf eine niveauvolle Streitkultur, auf geistvolle Urbanität und wird mit dieser provinziellen Miesepetrigkeit unweigerlich weiter zurückfallen hinter die anderen Ostsee-, Hanse- und Theaterstädte.

Im Namen des Vorstandes
Antje Jonas
Vorsitzende
Rostock, den 08 Juni 2016

Abgeschrieben: Palmyra. IS. Kultur.

Der Admin hat bei Facebook abgeschreiben, genauer gesagt bei der FB-Seite der „Initiative Volkstheater“. Vielleicht interessiert es die eine oder den anderen…

Guenter Hering, 16. Mai um 19:11

Vielleicht zum Mitfreuen…:

Als Sewan Latchinian die im Theaterbereich beunruhigenden Zerstörungstendenzen durch einen Bezug auf die Kulturzerstörungen des IS deutlich zu machen suchte, wurde er entlassen.
In einem anderen Land, das einigen als Reich des Bösen gilt, das aber seit jeher eine sehr innige und unzerstörbare Beziehung zu seiner Kultur und der anderer Völker hat, engagierte man sich sehr pragmatisch und erfolgreich gegen den IS. Mit dem Ergebnis, dass auch Palmyra befreit werden konnte.
Mehr noch: Dieses andere Land entsandte das Orchester eines seiner Theater nach Palmyra, um durch ein ernstes, würdevolles Konzert den Erhalt wenigstens eines Teils dieses unschätzbaren Weltkulturerbes zu feiern. Seht und hört selbst: https://deutsch.rt.com/kur…/38173–gebet-fur-palmyra-waleri/ (Ergänzung auf https://deutsch.rt.com/gesel…/38159-heute-live-auf-rt-gebet/).

palmyra  ‚Ein Gebet für Palmyra‘ – Waleri Gergijews Symphoniekonzert für die befreite Oasenstadt – komplett


Olaf Koppe Ich glaube, Sewan Latchinian wüsste diese russische Propaganda-Nr. sehr wohl einzuordnen…


Guenter Hering, 21.05.
„Russische Propaganda-Nr.“ also, Herr nd-Geschäftsführer und Verlagsleiter. Was ist in Ihren Augen Propaganda? Dass Palmyra vom IS befreit wurde und die vollständige Zerstörung Palmyra’s verhindert wurde? So eine „Propaganda“ hätte ich mir von den USA schon lange gewünscht, dann wäre viel unersetzliches Kulturerbe erhalten geblieben.

Oder meinen Sie mit Propaganda, dass Russland die Syrer nicht nur durch Luftangriffe, sondern auch vor Ort unterstützt? Ich finde das deutlich mutiger und ehrlicher als die „no-boots“-Strategie der USA, die statt dessen undifferenzierte Drohnenangriffe fliegt.

Oder stört es Sie heftig, dass die russischen Musiker ausgerechnet aus Leningrad kamen, einer Stadt, die auf andere Art sehr großes Leid erfahren musste und sich daher mit den IS-drangsalierten Syrern auf besondere Art solidarisch fühlt? Falls Sie sich angesichts Ihrer heftigen Russophobie nicht erinnern sollten: Ich meine die Leningrader Blockade.

Vor einem Jahr schrieb das nd noch darüber…

Noch eins, Herr Koppe: Bitte versuchen Sie nicht, sich zum Wortführer für unseren Intendanten zu machen. Den mögen wir nämlich, trotz seiner Ecken, Kanten und manchmal nicht glücklichen Entscheidungen. Er hat es auch noch immer nicht verlernt, seine Meinung selbst kundzutun…!

Aber viel, viel wichtiger ist, dass Ihr alle die Möglichkeit nutzt, Eure Meinung zum „Hybridmodell“ zu äußern! Nur noch bis zum 25. Mai, also bis zum kommenden Mittwoch, besteht diese Möglichkeit!

Die Einschränkungen sind zwar eine Entmündigung der rostocker Bürger, aber besser hier mitgemacht als durchgehend geschwiegen!

 

 

 

Neues Outfit

Der Theaterblog hat ein neues Outfit bekommen. Die Zeiten werden immer haariger – da hat sich der Admin gedacht, das Erscheinungsbild sollte sachlicher und lesbarer werden. Zumal viele und selbst kluge Leute immer weniger in der Lage sind, längere Texte aufzunehmen und zu verstehen, Zusammenhänge zu erfassen und möglichst auch zwischen den Zeilen zu lesen. Smartphone & Co. machens möglich…

Vielleicht ist die neue grafische Oberfläche („Twenty Eleven“ bei WordPress) beim Verstehen hilfreich. Über Nutzermeinungen freut sich der Admin!

Eine wirklich gute Anregung

Auf der Facebookseite der „Initiative Volkstheater Rostock“ veröffentlichte heute Jana Petrat einen Aufruf, den ich für alle Nicht-FB-Mitmenschen hier wiedergebe:

Liebe Initiativgemeinde,

es ist ruhig geworden hier. Das ist schön. Einerseits. Andererseits frage ich mich, ob es hier wirklich nichts Anderes zu bereden gibt, als „wie toll die Vorstellung wieder war“.
Laut der Facebookanzeige gibt es 1778 Mitglieder in dieser Initiativgruppe.

Während es also so nett still hier ist, könnte man doch eigentlich mal wirklich interessante Themen ansprechen. Nämlich wisst ihr, dass das Theater sich in der Spielzeitplanung für die kommende Spielsaison befindet.
Und da Ihr das alle wisst, frage ich mich, warum nicht endlich mal eine Diskussion darüber stattfindet, was IHR, das Theaterpublikum, Euch wünscht. Alle sind schnell auf´s Tapez gebracht, wenn es darum geht, wie schlimm wieder etwas ist, was im Theater mit dem ein oder anderen dort Arbeitenden geschieht, wie ungerecht Beschlüsse der Bürgerschaft und des OBs sind, was alles nicht geht und doch gehen müsste….
Das ist aber nur die eine Seite, um die sich diese Initiativseite kümmern könnte/müsste.

Die Theatermitarbeiter werden seit Jahren immer wieder gefragt, warum die Veranstaltungen nicht in einem Maße gefüllt sind, welches die Stadt zufriedenstellt.
Und so frage ich nun: Tja, liebe Initiative, woran liegt es, dass die Stücke nicht gut gefüllt sind? Denn die Mitarbeiter orakeln seit Jahren. Deren Glaskugeln sind schon ganz schmierig und nebelig.
Also, was fehlt Euch, was habt Ihr für Anregungen, was erwartet Ihr von EUREM Theater? Was hält Euch davon ab, die Veranstaltungen in Scharen zu besuchen? Wären nämlich nur ein Fünftel der Anzahl der Mitglieder dieser Initiative in jeder Vorstellung, die das Theater anbietet, bräuchten wir überhaupt keine Initiative, denn die Frage der Daseinsberechtigung hätte sich für Stadt, Land und Theater auf einen Schlag erledigt.

DAS ist eine Sache, die, so finde ich, auch in eine INITIATIVE (deren Name beinhaltet die Erarbeitung, das etwas AKTIV – in dem Fall vom Theater – umgesetzt werden kann) gehören. Und nicht nur, dass Ihr wieder protestiert, wenn die Stadt etwas beschließt oder nicht beschließt.
Wie soll der Spielplan aussehen, damit IHR die Säle füllt? Denn erst, wenn ihr das benennen könnt, ist die Sache mit der Initiative auch wirklich rund.

Die Zeit dafür ist jetzt und war eigentlich schon viel eher. Nämlich ein ganze vergangene Spielzeit lang, damit das Theater Euch einen Spielplan hätte vorlegen können, den ihr auch gut findet.
Für den diesjährigen Plan dürfte mein Eintrag sowieso etwas zu spät kommen, soviel kann ich sagen, aber diese Vorschläge verlieren ihre Berechtigung und Gültigkeit nicht. Und evtl. kann man trotzdem die ein oder andere Anregung in Betracht ziehen.

Und was sind Eure Erwartungen an das Theater, was hält Euch – außer die politischen/medialen Diskussionen – davon ab, ins Theater zu gehen? Dass Musiktheater seit Jahren gerade bei den älteren Generationen stark gefragt ist, ist bekannt. Aber das Theater bietet halt nicht nur Musiktheater an, sondern es besteht auch noch aus Schauspiel und Tanz. Auch diese Veranstaltungen sind nicht so rege besucht, dass man sagen kann, die Zahlen überzeugen Stadt und Land.
Woran liegt das? Liegt es am Angebot? Wenn ja, wie müsste ein Angebot aussehen, das einen Großteil der Bevölkerung befriedigt? Liegt es am Ensemble? Liegt es an den Tagen, an denen Theater stattfindet? Oder daran, wie die Stücke inszeniert sind?

Entsprechende Vorschläge können auch hier auf dieser Seite unter Nutzung der Kommentarfunktion gemacht werden, sofern sie nicht auf FB eingereicht werden. Für solche eine Kommunikation zwischen Theatermachern und Theaterbesuchern ist dieser Blog ursprünglich eingerichtet worden…

Kommentare zur „Köpfung“

Auf NDR zur Artikel und dem Videobeitrag am 2.2.2016 (nur eine Auswahl):

JayJay schrieb am 02.02.2016 09:20 Uhr:
Bei einer halben Milliarde Überschuss im Jahr 2015 muss natürlich – aus Kostengründen! – dringend Kulturabbau betrieben werden.
Is klar.


Regine Schreier schrieb am 02.02.2016 23:39 Uhr:

Das ist kurz gedacht. Eine 121 jährige Tradition wird vom OB abgeschafft. Das gesprochene Wort erreicht als erstes den Zuschauer, was wird aus den Klassikern und Klassenrauminszenierungen für die Jugend, was aus der Komödie Warnemünde, was aus…- alles gesungen? Ich mag die Oper, aber zuerst stand für mich das Theater, schade und wieder sind Ferien und keiner weiß davon, einfach ungerecht und falsch, Danke Herr Latchinian für die tollen Stapelläufe, die sind nun ein Untergang


MultoBene schrieb am 03.02.2016 06:17 Uhr:

Ich verstehe nicht ganz, warum der NDR hier nicht etwas kritischer nachhakt: Es war doch genau Frau Bachmann, die über das gesamte letzte Jahr jede 2+2-Lösung abgelehnt hat und lautstark mit den Theaterlobbyisten auf dem Neuen Markt gegen OB Methling protestiert hat – auch weil sie mit ihm einen kleinen Privatkrieg am Laufen hat.

Und nun knickt die Dame ein (warum?) und darf hier unwidersprochen erklären, es sei „ein guter Tag für Rostock“? Diesen guten Tag hätte man schon vor einem Jahr haben können, wenn Frau Bachmann damals CDU und SPD mit dem Opernhaus-Vorschlag unterstützt hätte.
Sie hat dem VTR bzgl. Strukturveränderung und Neubau ein ganzes Jahr gekostet, und stellt sich jetzt unwidersprochen auf die Seite der zufriedenen Jubler? Ein schlechter Witz…


Lore C. – Rostock schrieb am 03.02.2016 08:02 Uhr:

Na, nun hat der Noch-OB ja erreicht, was er wollte, der Intendant wird gehen.
Unterstützung fand er augenscheinlich in der Achse Bachmann – Brotkorb!

Also nicht Neues bei uns an der Ostsee – allerdings hätten wir das schon vor Monaten ahben können.

Naja, die 100 Jahre (später), die schon Bismarck in’s Gespräch brachte.


Stillstandsaktionismus ohne nachhaltigen Sinn schrieb am 03.02.2016 11:11 Uhr:

Ein Bürgermeister der „handelt“? Sein Verhalten war absolut vorhersagbar. Er schaut auf aktuelle Zahlen und „entscheidet“ Opernhaus. Er war nicht in der Lage, die soziale Reaktion seiner Stadt zu reflektieren, ohne den Glanz der Philharmonie schmälern zu wollen. Wir sind in einer Tages-Technokratie der Politik verhangen. Politik für Leben ist kaum mehr Maßstab. Die gesamte Theater“reform“ in MV bleibt Lebens-Sinn schuldig. Ohne Verkehrs- und Tourismuskonzept stolpert ein Minister in Bruderschaft mit Tagesentscheidern wie Herrn Methling in eine fatale Strukturentscheidung für das Land. Die jungen Leute gehen schweigend. Wir haben einen Generationenkonflikt, den sich die Generation 50+ mit ihren selbst erzogenen „Jungpolitikern“ als Mehrheitsmeinung kultiviert, das sie in den letzten 15 Jahren des Dauerfeuers von Verordnungen zur Lebensregulation die Orientierung (menschlich nachvollziehbar) in Tausenden von Bürostunden und Meetings der gleichen Maschinerie verloren haben. Keiner fragt nach denen, täglich für Null Euro an den normalsten Orten des Lebens ihre Zeit opfern, um den psychischen Kollaps der Gesellschaft zu verhindern. Diese Menschen müssen auch irgendwo auftanken, um nicht den Halt zu verlieren, denn sie sind eine Minderheit, obwohl sie alles zusammenhalten. Neben der Natur bleibt oft nur Kultur, um den Kopf frei und oben zu behalten. Das Ersatzleben aus und mit Plasmabildschirmen hilft hier nicht, es bildet eine fatale Einheit mit dem Denken von 12 bis Mittag.


Maria schrieb am 03.02.2016 11:14 Uhr:
Noch ist nicht aller Tage Abend. Aufgeben gilt nicht. Kann nicht endlich jemand diesen selbstherrlichen Methling stoppen? Nun also macht Methling doch, was Brodkorb will. Und gerade jetzt hätte man doch gute Karten, dies nicht zu tun. Jetzt, wo alle Welt weiß, welch mieses Spiel der Minister betreibt und wie er im Hintergrund jahrelang das Schweriner Theater finanziell bevorzugt hat. Jetzt ist Brodkorb offen in der Kritik. Seine unsägliche Kulturpolitik wird im Landtag Maß genommen. Ich glaube kaum, dass er es jetzt noch vertreten könnte, Rostock den ausstehenden Betrag nicht zu gewähren. Und gerade jetzt stellt sich Methling hin und sagt: „Ich habe entschieden.“ Wie unverfroren!
Rostocker, wir wollen uns doch wohl unser Schauspiel und Tanztheater nicht nehmen lassen. Wir wollen doch wohl unseren Intendanten behalten. Also, auf geht`s.


Gundula schrieb am 03.02.2016 11:36 Uhr:

Musiktheater ist zweifelsohne toll. Es berührt, entspannt, begeistert, lädt zum Träumen ein. Aber: es tut auch keinem weh. Es ist nicht wie das Schauspiel in der Lage, aufzurütteln, sich in die politische Diskussion einzumischen, zu bilden, gesellschaftliche Problem aufzuzeigen. Musiktheater tut keinem weh. Und darum fällt ein OB auch solch eine Entscheidung. (Obwohl er generell nichts von Theater, auch nicht vom Musiktheater hält.)


Uwe schrieb am 03.02.2016 14:24 Uhr:
War das der letzte Racheakt von Rosinski, bevor er geht?
Fakt ist, dass er in seinem Positionspapier das Opernhaus favorisiert hat, so dass der OB hier auf den Zug aufspringen konnte.
Fakt ist aber eben auch, dass Rosinski im Papier abwertend über das Rostocker Schauspiel (auch der DDR-Vergangenheit) schreibt. Warum wohl?
Er geht weg, er hat in Rostock bald nichts mehr zu melden. Warum beschmutzt er dann noch das eigene Nest?

Auch auf der öffentlichen Facebookseite „Initiative Volkstheater Rostock“ herrscht Verwirrung, Verbitterung, Ratlosigkeit, Wille zum Widerstand ohne zu wissen wie… Nur zum Appetitmachen hier einige wenige Textstellen:

Jan-Ole Ziegeler
Jeder kennt diese Momente, in denen er nicht weiß, ob er lachen oder weinen soll. In der Rostocker Theaterdebatte ergeht es mir seit vier, fünf Jahren am Stück so.
Der OB als einziger Gesellschaftervertreter (wie absurd!) der VTR GmbH hat einen Beschluss zu Papier gebracht. Ich bin mir sicher, dass er weiß, was er will, aber ich bin mir ebenfalls sicher, dass wir zum zigsten mal nicht einen einzigen, brauchbaren Schritt weiter sind.
Und Herr Methling beweist, dass es ihm vollkommen egal ist, über welche Leiche, bzw. Spartenschließung, er gehen muss, um seine Idee einer zweiten Stadthalle auf seiner Maritimen Meile anstelle eines zukunftsfähigen Volkstheaters Rostock, durchgesetzt zu bekommen.
Aber das grundsätzliche Problem in dieser zähen, grotesken Theaterdebatte ist die Rostocker Bürgerschaft. Unter den 53 Mitgliedern sind bei weitem zu wenige, die sich bürgernah mit den Themen der Stadt befassen.
UND: Bevor es jetzt wieder von irgendeinem CDU- SPD- oder UfR-Heini abgetan wird, fragen wir doch unsere 53 mal, wer erklären kann, was im actori-Gutachten steht, wer von ihnen 2+2 erklären kann, wer von ihnen weiß, was die Zielvereinbarung (abgekartet zwischen Methling und Brodkorb) bedeutet und was in Methlings aktuellem Beschluss steht . . . Man wird bei mindestens 80% der „gewählten Rostocker Volkstvertreter“ lange Gesichter und Ahnungslosigkeit zur Antwort bekommen. Versprochen!


Tobias Sosinka

@ #‎Sewan_Latchinian‬ Das und Sie machen mich traurig +++

@ ‪#‎Stefan_Rosinski‬ +++ Das und Sie machen mich wütend +++


Rainer Schnös

Es ist und bleibt ein Affront gegen den Intendanten, das Ensemble und das Publikum: wie soll man denn dagegen noch ankämpfen?
Dieser OB will sich einen sehr zweifelhaften Platz in Rostocks Stadtgeschichte schaffen.
Ob man alles blockieren und aussitzen sollte bis dieses Ego ausgewechselt wird?-Abgesehen davon: für eine Oper von Rang reichen die Zuschüsse doch auch nicht. Ich muss immer wieder an Prenzlau und sein Orchester denken: alle Instrumentengruppen außer Streicher wurden abgewickelt: das Ergebnis: flachere publikumswirksame Programme.
Eine Stadt wie Rostock braucht ein progressives MusikTheater und Schauspiel und Tanz. Ohne all das wird die HFM geschwächt, die Bürger haben keine Chance, sich kulturell zu bilden und die Kinder sehen nichts außer Zauberflöte und Hänsel und Gretel.
Rostock muss jetzt auf die Straße für ein echtes „Volkstheater “ mit Charakter und Profil.
In Italien kann man sich ansehen, wohin so eine Politik führt: Stagionebetrieb=Monokultur


Christopher Dietrich

Ich wundere mich sehr über den Ausdruck [in einem FB-Statement von Dr. Bachmann; Admin], das Schauspiel werde nicht abgeschafft, sondern bekomme nur neue Produktionsformen. In der OZ wurden Sie mit dem Vorschlag zitiert, man könne hier ja mit der Compagnie de Comedie kooperieren. Die Compagnie ist schon Ergebnis einer Entlassungswelle am VTR nach der Wende. Sie musste sich seither immer mehr verkleinern und hält nur durch ein kleines, extrem engagiertes und vielfach ehrenamtliches Team den Spielbetrieb im eigenen Haus (!) aufrecht. Vielleicht ist da mal eine Kooperation drin, aber damit kann doch nicht ansatzweise eine abgewickelte Schauspielsparte kompensiert werden. Das sind auch keine neuen Produktionsformen. Mich hat (neben dem Inhalt) schon am 2+2-Beschluss geärgert, dass so getan wurde, als würde es nicht zuallererst um Streichung und Abbau gehen. Wenn man diesen Abbau aus best. Gründen beschließt oder mitträgt, dann sollte man auch den Mut haben, sich dazu zu bekennen und keine unrealistische Perspektiven für die abgebauten Sparten verkünden.

Inga Wolff
Es geht hier ausschliesslich um Immobiliendeals (zwei) und die gehen nur, wenn das Theater den Standort räumt und in ein neues Haus zieht. Gelder werden aber nur für ein kleines Haus bewilligt, also reduzieren.. Was wegfällt ist den Entscheidern egal. Aber entscheiden müssen Sie. „Was wollen Sie für die Bürger Rostocks?“ wäre die richtige Frage. Das was jetzt passiert, ist eine relativ schnelle, einfache und kurzfristig billigere Lösung um die Immobiliendeals endlich einzutüten.
Und auch unser aller Oberbürgermeister meldet sich (auf Deutschlandradio Kultur) zu Wort:
Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass – auch aus meiner Erfahrung mit der Rostocker Theaterszene – Orchester und Schauspiel in einer Studentenstadt wie Rostock die bessere Variante gewesen wäre. Aber wenn der kulturpolitische Sachverstand – Geschäftsführung und Aufsichtsrat gemeinsam – zu der Auffassung gelangt, Opernhaus ist die Perspektive für das Theater Rostock, dann werde ich mich dem auch nicht verwehren.
Schuld sind eben immer nur die anderen.