151127 – Ecki Brickenkamp

Sturmwächter Ecki Brickenkamp am 26.11.:

Rostoc151126-ecki-hansekoggekerinnen und Rostocker,
der Sturm braust, die Wellen schlagen hoch, das Schiff steht unter vollen Segeln quer im Wind.
Das Wasser peitscht über die Planken und das Schiff, es liegt förmlich auf den Wellen.
Die Masten knarren, die Segel bis zum zerreißen aufgebläht. Der Steuermann versucht den Kurs zu halten.
Wird er das Steuer halten können? Er hat sich angebunden an das Steuerrad, um nicht von Bord gespült zu werden. Der Regen peitscht ihm ins Gesicht.
Steuermann!!!
Halt die Wacht!!!
Die Mannschaft versucht die Segel einzuholen, um das Schiff wieder aufzurichten und es wieder in den Wind zu drehen. Vom Matrosen bis zu den Offizieren geben alle ihr Bestes, dieses über 200 Jahre alte Schiff zu halten. Sie stemmen sich gegen den Sturm und halten die Taue. Und immer wieder klatscht ihnen das eisig kalte Wasser ins Gesicht. Die Hände haben schon Risse in der Haut. Die Kraft scheint zu schwinden, doch niemand knickt ein. Sie wollen die Mannschaft und das Schiff retten. Sie stehen oben auf den Planken, sie stehen im Mastbaum und Sie glauben daran, dass sie die Kraft und die Ausdauer haben, um wieder in einen sicheren Hafen zu gelangen.
Sie haben Gäste an Bord, die wollen sie sicher an ihr Ziel bringen.
DA BERSTET DAS erste SEGEL …. splittert der erste Mast…

Ich werde wach, schweißgebadet . Es war ein Traum. War es ein Traum ????
200 Jahre Theater sollen hier beendet werden !!!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Abgeordnete der Bürgerschaft,
ihr seid doch für die Stadt und seine Bürger angetreten. Warum setzt ihr euch nicht ein für den Erhalt des Theaters?
Was ihr jetzt abbaut, bekommt ihr nicht wieder. Euer Projekt „2+2“, wie ihr es nennt, ist in Wirklichkeit „4-2“.
Wenn ich von vier Sparten zwei wegnehmen will, dann bleiben am Ende ur noch zwei und nicht 2+2. Das ist einfach Quatsch. Ich bitte sie!
Jetzt mal im Ernst: Das wollen sie doch nicht ernsthaft behaupten, wenn ich von vier zwei wegnehme, bleibt 2+2. Ja-nee, is‘ klar.
Ja!!! Kunst, Kultur und Bildung kosten Geld und das Theater ist keine Bockwurstbude, die sich rechnen muss. Das rechnet sich für die Menschen und deren Lebensgefühl und den Wirtschaftsstandort.
Herr Sens sie wollen Strukturen schaffen??? Sie bauen gerade funktionierende Strukturen ab.
Sie wollen einen sich rentierenden Wirtschaftsbetrieb aufbauen und das ist ihr Fehlgedanke.
Noch einmal nur für Herrn Sens: KULTUR, BILDUNG UND SOZIALE LEISTUNGEN KOSTEN GELD UND SIND NICHT PROFITABEL. Das ist ein Nonprofit-Sektor.
So zum Beispiel auch Parteien. Sie werden überwiegend aus staatlichen Mitteln gefördert. Aber niemand käme auf die Idee, diese abzuschaffen, weil sie keinen Profit bringen.
Herr Sens ist im Übrigen der Meinung, dass man keine Ahnung vom Theater haben muss, um im Aufsichtsrat desselbigen zu sitzen.
Ein Bürgerschaftsmitglied erzählt, wenn er in die Oper will, fliegt er nach Sidney.
Der oder die nächste erzählt so einen Blödsinn wie: „Wir müssen mal die Tanzsparte abschaffen, um mehr Tanz oder Tänzer zu sehen.“ (Briese-Finke)
Einer sagt „Die Typen sind mir scheißegal!“
Hallo!!! Ihr seid gewählte Volksvertreter. Macht euren Job! Ihr habt diese Wahlfunktionen freiwillig übernommen.
Kommt hier her und legt euren Plan auf den Tisch, geht zu den Menschen, die ihr entlassen wollt und schaut euch erst einmal ihre Arbeit an und dann in die Augen, wenn ihr ihnen sagen wollt „Ihr könnt nach Hause gehen!“.
Die politische Mehrheit in dieser Stadt hat einfach keinen Plan.
Ihr wollt ein neues Theater bauen für ein Ensemble, was es nicht mehr geben wird mit Geld, das ihr nicht habt, für Menschen, die dann erst recht nicht mehr herkommen.
Die politische Mehrheit im Rathaus weiß, dass die Zahlen für den Neubau nicht mehr stimmen. Das Versprechen des Ministers war wohl ein VersprecheR.
CDU, SPD, Grüne und UFR haben einen Plan – ach ja, da fehlen noch zwei: die NPD und die AFD – aber im Ansatz nicht einmal eine Ahnung, wie sie den umsetzen können oder wollen. Von „Können“ kann ja hier gar keine Rede sein.
Sie werden ca. 90 Menschen entlassen müssen, aber haben keine Chuzpe, sich hierher zu bewegen und es hier vor Ort zu erklären und dem Menschen, den sie entlassen wollen, unter die Augen zu treten.
Dem Oberbürgermeister liegt ein Konzept der Geschäftsführung vor, bei dem es zu keinen Entlassungen käme. Es wird nicht genutzt weil, man auf Biegen und Brechen hier Mitarbeiter entlassen will!!!
Da melden sich große Schauspieler und Kulturschaffende, sowie Politiker aus ganz Deutschland zu Wort und mahnen und warnen vor diesem massiven Kulturabbau und das perlt einfach an diesen Damen und Herren ab.
Originalzitat: „Es ist mir scheißegal!“ Herr Oberbürgermeister, ich bitte sie! Auch die Mitarbeiter des Volkstheaters sind Bürger dieser Stadt und das heißt, auch um diese haben sie sich zu kümmern.
An dieser Arroganz und Hochnäsigkeit sieht man, dass die Nichtbesetzung des Postens des Kultursenators, seit Jahren, nicht von ungefähr kommt.
Liebe Anwesende, ich rufe sie auf, am 02.12. vor der Dezember-Bürgerschaftssitzung, mit vor das Rathaus zu ziehen, um ein Lichtermeer aus Kerzen anzuzünden, in Solidarität mit den Beschäftigten, die in diesem Haus bald nicht mehr arbeiten werden.
Des weiteren BITTE ich sie, schreiben sie ihrem oder auch jedem anderen Abgeordneten der Bürgerschaft, dem Oberbürgermeister und demKultusminister. Fragen sie sie, warum sie das machen, was sie machenund sagen sie ihnen, wie sie das Theater in der Zukunft erleben wollen.
Liebe Rostockerinnen und Rostocker, liebe Gäste der Stadt, ich BITTE euch, setzt euch ein für euer Volkstheater!!! Wenn es einmal weg ist, wird es kein neues geben.
Nächstes Jahr sind Landtagswahlen und ich bitte Sie, genau zu prüfen, wer sich zum Beispiel an der Zerstörung der Theaterkultur beteiligt hat – welche Parteien und welche Personen. Und wenn sie dazu fragen haben, wenden sie sich vertrauensvoll an die Initiative für das Volkstheater und prüfen sie genau, mit wem sie in Zukunft Kaffee trinken und Kuchen essen.

SIEBEN GLOCKENSCHLÄGE FÜR DAS VOLKSTHEATER ROSTOCK !!!!!!!

 

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