Heraus zur Demo!

vtr-logo Liebe Theaterfreunde,

die Situation ist ernst! Morgen wird im Rostocker Rathaus über die Abberufung unseres Intendanten Sewan Latchinian entschieden.

Die Initiative Volkstheater „2 VOR 12“ ruft gemeinsam mit dem Förderverein Freunde und Förderer des Volkstheaters Rostock e.V., den Mecklenburg-Vorpommerschen Theaterfördervereinen Hebebühne e.V. und TheaterLeben e.V., dem Internetforum http://www.de-drom.de, der Anderen Buchhandlung Rostock, dem Rostocker Bund sowie der Rostocker Fraktion der Linken zur Demonstration auf:

Dienstag, 31. März 2015,

ab 16.00 Uhr

vor dem Rostocker Rathaus

„…Sie haben viele Herzen in Rostock neu entflammt. Theater hat wieder etwas zu sagen. Nur wer nicht hören will, bleibt taub. Danke für diesen Impuls. Es steht zu befürchten, dass Politik dieses Feuer in wenigen Tagen löscht.“ (Frank Pubantz in der Wochenendausgabe der OSTSEE-ZEITUNG über Sewan Latchinian, 28. März 2015)

aufruf-demo

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Ein wirklich langfristiger Plan wird deutlich

Mit dem zwischen unserer Stadtverwaltung  und dem Kultusministerium Schwerin ausgehandelten Entwurf einer „Zielvereinbarung“ scheint sich die Langzeitstrategie unseres OB Methling auszuzahlen: Rostock braucht kein Theater! Entertainment reicht.

Vor vielen Jahren, auf dem ersten Volkstheater-Forum der Ostseezeitung, entschlüpfte Herrn Methling der bemerkenswerte Satz, „2015 wird das Große Haus ohnehin abgerissen“. Keiner fragte nach dem Wieso und Warum, der Satz ging undank der Wegmoderation des OZ-Chefredakteurs und der euphorischen Neubau-Diskussion unter.

Dann folgte die Schließung des Großen Hauses wegen Brandgefahr. Zwar erst ein halbes Jahr nach Erstellung des Brandgutachtens, dafür dann aber ganz plötzlich – von einem Tag auf den anderen. Dass die Theaterbesucher ein halbes Jahr lang in wirklicher oder vermeintlicher Lebensgefahr geschwebt hatten, interessierte nicht einmal die Staatsanwaltschaft. Und die im Gutachten u.a. ausgewiesenen „Brandlasten“ der Garderoben am Hauptfluchtweg existieren auch heute noch unverändert fort.

Der dritte für den arglosen Externen erkennbare Streich war die erzwungene Kündigung des Theaters im Stadthafen (TiS) wegen zu hoher Mieten. Danach bot unser aller OB das vom Volkstheater leergezogene TiS dem Parchimer Theater zur unentgeltlichen Nutzung an. Jetzt dürfen andere darin spielen, was ihnen gegönnt sei – aber wäre unsere Bürgerschaft nicht zur Nachfrage verpflichtet, warum das VTR eine extraorbitant hohe Miete zu zahlen hatten und die anderen das Theaterchen kostenlos nutzen dürfen? Auch persönliche Nachfragen bei Bürgerschaftsabgeordneten brachten keine Erklärung, geschweige denn Klarheit.

Inzwischen ist das anvisierte Jahr 2015 ganz nah und die Entmietung des Großen Hauses entsprechend dringlich. Da kommen die Sparpläne aus Schwerin gerade recht und für allerhöchstens zwei Sparten reicht ja das TiS allemal aus! Wozu hat man es schließlich bespielbar gehalten?

Ja aber wo bleiben denn bei so einem Desaster die OB-Träume von einem Theater-Neubau am oder besser noch im Wasser? Die wird er doch, Investoren- und Tiefbau-Lobby-geneigt, nicht einfach so aufgeben? Die Antwort lesen wir heute in der Ostsee-Zeitung: Der Projektentwickler Harald Lochotzke reicht eine Bauvoranfrage für die Multifunktionshalle auf der Warnow in Rostock ein.

„Multifunktionshalle“ klingt ja ausgesprochen unverdächtig.

Wer stellt da Lachotzke’s Licht so unter den Scheffel? Auf der Webseite von Herrn Lachotzke steht im Klartext: „ Zauberhut – Theater am Stadthafen. Das Theater auf der Warnow – eine Vision für Rostock. Ein neues, ein spektakuläres Theater für Rostock! 50 Meter hoch aus Glas und Stahl, stabil auf Pfählen in der Warnow ruhend – das könnte ein neues Stück Rostock sein. Heimstatt für unser Theater …“

Für die Umsetzung hatte Lachotzke schon im Juni 1013 ganz konkrete Vorstellungen:

„Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Hansestadt einigen sich über die Grundstücksfrage. Infrastruktur, wie Straßen und Brücken, sowie die eigentliche Fläche werden vom Land und der Stadt für die Investition zur Verfügung gestellt. Die Investition selbst erfolgt im Rahmen eines Private Partnership-Projektes.

Nach Fertigstellung des Rohbaus wird die Fläche, die für die Theaternutzung vorgesehen ist, der Stadt zur Verfügung gestellt. Sie wird quasi Teil einer sich dann bildenden Eigentümergemeinschaft…“

Auf geschenktem Grund und Boden bauen hat natürlich was. Dennoch stieg, wenn ich mich recht erinnere, die ursprüngliche Kostenschätzung von 2013 (50 Mio.) schon mal um 10 Mio. auf aktuell 60 Mio. Euro, aber das ist ohnehin noch nicht das Ende der Fahnenstange. Unser aller OB veranschlagte für einen Theaterneubau am Wasser schließlich schon mal bis zu 80 Mio. €. Hier geht es schließlich auch nicht darum, Kultur einzusparen!

Noch Fragen?

Details u.a. hier.

https://de-de.facebook.com/Rostocks/posts/762737320434238 (auch den Kommentar von Sascha Miske nicht übersehen)

http://www.tvrostock.de/index.php/video/2528/nachgefragt-sendung-vom-04-09-2014/#

Aktuelle OZ-Leserumfrage zum Vorhaben: http://www.ostsee-zeitung.de/content/collectedinfo/5289727

https://vtrblog.wordpress.com/2013/06/06/alles-nur-zufall/


Weitere Berichte und Statements:

Dr. Sybille Bachmann: Unkultur beenden!
Torsten Koplin: Zielvereinbarung mit Volkstheater Rostock – Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt
Norddeutsche Neueste Nachrichten: Das Theater kämpft
ebenda: Theater statt shoppen
ebenda: OB verbietet Haustarif-Verhandlungen
ebenda: Premiere mit Vorspiel
ebenda: Intendant: Wir behalten alle vier Sparten
ebenda: Wir müssen Stadtgespräch werden

 

Heute ist Welttheatertag…

„Das Theater muss daran arbeiten, dass Menschen wieder an die Veränderbarkeit von Gesellschaft glauben“ (Bernd Stegemann, Kritik des Theaters. Verlag Theater der Zeit, 336 S., brosch., 16 €.

Mehr dazu auf http://www.neues-deutschland.de/artikel/928200.ende-einer-instanz.html?sstr=Stegemann

Eine Ergänzung: Der Betriebsrat des Volkstheaters Rostock hat heute, am 31.3.2014, einen Offenen Brief an die Abgeordneten der Bürgerschaft und die Mitglieder des VTR-Aufsichtsrates geschrieben: „DENK-Zettel 2014“:

140331-Offener Brief des Betriebsrats der VTR GmbH

Dem Anliegen ist wohl kaum etwas hinzuzufügen – außer, dass andernorts offenbar Finanzmittel ganz anderer Größenordnung zur Verfügung stehen. Siehe z.B. die „angedachten“ Finanzhilfen für die Ukraine

 

Rostocker Paradoxien

Zum ersten Januar musste das Volkstheater die Spielstätte „Theater am Stadthafen (TiS)“ aufgeben, weil die Miete nicht mehr finanzierbar war. Außenstehenden wie mir erschien das paradox, denn das TiS ist im städtischen Besitz. Mit der Miete holte sich die Stadt eigentlich nur einen Teil ihrer Fördergelder fürs Theater zurück, ohne Miete sieht der kommunale Haushalt also etwas schlechter aus.

Für das VTR ist der Verlust der zweitgrößten Spielstätte sehr schmerzlich und auf jeden Fall ein Angebotsverlust sowohl hinsichtlich der Angebotspalette als auch hinsichtlich der Zuschauerplätze. Letzteres wiegt schwer, weil Theater ja heutzutage mehr nach der Anzahl der verkauften Karten als nach der Qualität der Aufführungen bewertet wird.

Der Januar ist noch gar nicht richtig vorbei, da gibt es merkwürdige Nachrichten zum TiS. Was unser Oberbürgermeister auf keinem Fall „seinem“ rostocker Theater zugestehen konnte, ist für ihn jetzt kein Problem mehr: Eine kostenlose Nutzung des TiS. Wenn das Parchimer Theater es nutzen will, so lange das Parchimer Haus wegen Baumängeln gesperrt ist (Baumängel? Da trappelt eine Nachtigall durch meine Erinnerungen…).

Eine Zeitungsente? Wohl kaum, sowohl die Schweriner Volkszeitung berichtet online in zwei Artikeln (http://www.svz.de/lokales/parchimer-zeitung/rostock-solidarisch-mit-parchim-id5581026.html; http://www.svz.de/lokales/parchimer-zeitung/intendant-ueberrascht-und-erfreut-id5588986.html) und die Ostseezeitung in der Printversion vom 1./2. Februar. Online-Leserbriefe auf der SVZ-Webseite kommentieren das Geschehen hinreichend, ich kann mir wohl eigene Betrachtungen ersparen:

Rene Dreier | 31.01.2014 | 11:21 Uhr

Kein Hüsing

Grundsätzlich ist ja lobenswert wenn sich die Theater im Land gegenseitig helfen, mir entzieht sich allerdings die Erkenntnis wie hier dem Parchimer Theaterpublikum geholfen wird.
Geht es jetzt um die Erhaltung der Arbeitsplätze der Theatermitarbeiter oder um die Aufrechterhaltung der Theaterkultur in der Stadt Parchim? Ein Spielbetrieb des Parchimer Theaters in Rostock hilft doch den Theaterfreunden aus dem Parchimer Umkreis nicht wirklich weiter und kann unter diesen Umständen auch keine Notlösung sein. Das wäre ja fast so als wenn in Parchim die Straßenbahn ausfällt, wenn`s denn eine geben würde, und in Rostock zusätzliche Bahnen fahren.
Die Theater, nicht nur in Parchim, hätten mal rechtzeitig auf kritische Stücke umsteigen sollen. Zum Beispiel von Fritz Reuter „Kein Hüsing“. Passt doch irgendwie in unsere heutige Zeit, oder?
Hofnarren in früherer Zeit erfüllten auch ihre Aufgabe.

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Heiko Heimlich | 31.01.2014 | 18:29 Uhr

Nicht nach Adam Riese

Der Rostocker Oberbürgermeister stellt also dem Parchimer Theater das „Theater am Stadthafen (TiS)“ kostenlos zur Verfügung. Wie großherzig!

Das Volkstheater Rostock (VTR) musste Anfang Januar aus dem TiS ausziehen wegen zu hoher Mieten. Obwohl das VTR und auch das TiS der Stadt Rostock gehört, kassierte die Stadt monatlich 30.000 € Miete und holte sich so ihre Theaterförderung zu großen Teilen wieder zurück. Diese 360.000 €/Jahr fehlen jetzt im Rostocker Haushalt.

Nichts desto trotz gewährt jetzt unser OB dem Parchimer Theater eine kostenlose Nutzung, die er seinem Rostocker Theater um nichts in der Welt zugestehen konnte. Merkwürdig? Mitnichten, denn der OB gilt als ausgemachter Theaterfeind. Wenn die Parchimer im TiS spielen, dann ziehen sie Zuschauer vom VTR ab und der OB kann nachweisen, dass das VTR jetzt noch unrentabler geworden ist.

Von Adam Riese stammen solche Rechenkünste nicht, eher von Machiavelli.

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Der Parchimer Intendant will das Rostocker Angebot nur annehmen, wenn keine bereits in Rostock vorhandene Angebote verdrängt werden. Aber neben der inhaltlichen Angebotskonkurrenz gibt es eine Statistikkonkurrenz, auf die auch ein Leser der SVZ hinweist:

Heiko Heimlich | 31.01.2014 | 18:40 Uhr

Konkurrenz – leider

Auch wenn keine bestehenden Angebote verdrängt werden, ist die Nutzung des Theaters am Stadthafen (TiS) durch das Parchimer Theater eine Konkurrenz zum Volkstheater (VTR). Theaterkarten sind teuer und trotz aller Theaterbegeisterung können sich die meisten Theaterbesucher nur wenige Aufführungen im Jahr leisten. Wer demnächst ins TiS zu den Parchimern geht, fehlt dem VTR in dessen Besucherstatistik. Schlimm, aber wahr. Die aktuellen Berichte über die unerwartet niedrigen Einzelhandelsumsätze im Weihnachtsgeschäft und Winterschlussverkauf sprechen Bände…

Ob wohl die Rostocker Bürgerschaft diesen Alleingang unseres OB hinnimmt, zu ihrem und unserem Schaden? Solidarität ist ein gutes Wort, aber es sollte nicht so offensichtlich missbraucht werden.

Auf dem Weg zum Bespieltheater?

Am 14.1.2014 meldet die NNN online: „Generalmusikdirektor (GMD) Florian Krumpöck verlässt im Sommer das Rostocker Volkstheater. Diese Nachricht sorgt derzeit bei Klassikfreunden wie den Mitgliedern der Philharmonischen Gesellschaft für Aufregung. Denn der österreichische Pianist und Dirigent hat, seit er 2011 das Amt des GMD in Rostock übernahm, zahlreiche Konzertbesucher begeistert, die Norddeutsche Philharmonie mit viel Sinn und Kennerschaft auf einen guten Weg gebracht… „Es war nicht meine Entscheidung, nicht in Rostock zu bleiben. Ich hätte hier ursprünglich sehr gerne weiter gearbeitet.“

Einen Tag später berichtet die NNN online: „Im Streit um die Position des Rostocker Generalmusikdirektors (GMD) hat sich der designierte Intendant Sewan Latchinian durchgesetzt. Damit wird es zumindest in der kommenden Spielzeit keinen GMD am Volkstheater geben. Dies ist das Ergebnis Aufsichtsratssitzung am Donnerstag. Die Spielzeit 2014/15 soll genutzt werden, um einen neuen GMD für die Norddeutsche Philharmonie zu finden. Bis dahin werden Gastdirigenten eingeladen. Zusätzlich übernehmen Mitarbeiter des Hauses Aufgaben, die jetzt der GMD erfüllt. So soll ein Mitglied der Philharmonie künftig als Orchesterdirektor Organisatorisches übernehmen.“

Sind Gastdirigenten und ein zusätzlicher Orchesterdirektor kostengünstiger als ein (ausgezeichneter!) GMD? Wohl kaum! Kann man mit wechselnden Gastdirigenten eine vergleichbare Qualität erreichen? Mit Sicherheit nicht!

In der Printausgabe der NNN vom 15.1. erfahren wir mehr: Entgegen dem tarifvertraglich geregelten Mitspracherecht des Orchesters, das zugunsten des GMD Krumpöck votierte, lehnte der künftige Intendant die Vertragsverlängerung für den GMD ab: „Ich habe überhaupt nichts gegen den Künstler Florian Krumöck. Aber gegen den Leiter“. Weil er zu viel auswärts wäre. Die Sicht des GMD wirkt überzeugender: „Gastdirigenten bringen immer sehr viel Leben in einen musikalischen Betrieb – aber nur unter der Voraussetzung, dass es gleichzeitig eine konstante Führung gibt… Wer könnte sich eine Fußballmannschaft mit wechselnden Gaststrainern vorstellen?“

Aber genau die konstante Führung verweigert der künftige Intendant Herrn Krumpöck und bietet ihm nur an, als ständiger Gast Konzerte der Rostocker Philharmonie zu leiten, ohne Entscheidungsbefugnisse, ohne Programmrechte, ohne den Titel GMD. Das muß sich ein Florian Krumpöck wirklich nicht zumuten lassen.

Dass Herr Latchinian in dieser Frage sich selbst auf das heftigste widerspricht, ist leicht zu erkennen. Er findet, der GMD hätte zu wenig geleitet (wie kann er das als noch für Senftenberg verantwortlich überhaupt fundiert bewerten, wenn doch die betroffenen Philharmoniker es ganz anders sehen?) und schafft „deshalb“ die Funktion eines GMD völlig ab. Weil er künftig keine steile Hirarchie mehr möchte, wie er sagt. Weil er neben sich keinen anderen mit Mitspracherecht duldet, wie es scheint.

Das ist ein schmerzhafter, entscheidender Schritt zum Bespieltheater und der Aufsichtsrat geht ihn mit, ohne sich die Argumente von Herrn Krumpöck oder dem tarifvertraglich mitspracheberechtigten Orchester auch nur anzuhören. Von außen sieht das alles sehr nach „steiler Hierarchie“ aus! Eben typisch Rostock.

Immerhin liegt Rostock an der Küste und im schlimmsten Fall werden die Orchestermusiker nicht gleich entlassen, sondern als Kurkapelle an die einzelnen Badeorte ausgeliehen – ganz im Sinn des Bespieltheater-Modells.

Auf ins Rathaus!

Städtebaulicher Ideenwettbewerb für das Areal Bussebart/Stadthafen

Für den etwa 13 Hektar großen Bereich nördlich der Langen Straße bis in den zentralen Bereich des Stadthafens an der Nordwestkante der historischen Altstadt starten nun die Vorbereitungen für die Auslobung eines städtebaulichen Ideenwettbewerbes, in dessen Ergebnis auch der endgültige Standort für das Theater gefunden werden soll.

Am Freitag, 25. Oktober 2013, sind alle interessierten Rostockerinnen und Rostocker in der Zeit von 17 Uhr bis etwa 20.30 Uhr in die Rathaushalle eingeladen, um ihre Vorstellungen und Meinungen in die Aufgabenstellung für den Ideenwettbewerb einzubringen:

  1. Zu Beginn informieren Oberbürgermeister Roland Methling, Ralph Müller, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft, und Uwe Drost, Geschäftsführer der D&K drost consult GmbH, über die Grundlagen und die Ziele des Wettbewerbes.
  2. Im Anschluss werden zwei Arbeitsgruppen jeweils für die möglichen Theaterstandorte am Bussebart bzw. im Stadthafen gebildet, um die Vorstellungen und Anregungen der Rostockerinnen und Rostocker  zusammen zutragen und zu diskutieren.
  3. Während der Veranstaltung sollen zwei Bürgervertreter aus den Reihen der Anwesenden durch das öffentliche Forum gewählt werden, welche dann als Gäste an den Preisgerichtssitzungen teilnehmen können.

Oberbürgermeister Roland Methling freut sich auf diesen Wettbewerb und den Dialog: „Das Bürgerforum zum Wettbewerb für die Bebauung der Nordseite des Neuen Marktes hat gezeigt, mit welchem Herzblut die Rostockerinnen und Rostocker an der Entwicklung ihrer Stadt teilnehmen.

Wir wollen auch für unser neues Stadttheater die nächsten Entwicklungsschritte für und vor allem mit allen gemeinsam gehen.“

Ziel des städtebaulichen Ideenwettbewerbes ist die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes, welches eine funktionale, stadträumliche und gestalterische Verbindung zwischen dem Hafen und der Stadt herstellt.

  1. Neben dem Schließen der Baulücke unterhalb des Hauses der Schifffahrt und
  2. dem Erschließen neuer Bauflächen im Stadthafen sollen
  3. die Baukanten der historischen Altstadt berücksichtigt und
  4. die vom Verkehr ausgehenden Barrieren minimiert werden. Die Innenstadt soll stadträumlich mit dem zentralen Bereich des Stadthafens und somit über die L22 direkt mit der Wasserkante an der Warnow verbunden werden.
  5. Dabei sind ein neuer Theaterstandort zu integrieren und
  6. ein Konzept für die öffentlichen Veranstaltungsflächen für den Weihnachts- und den Pfingstmarkt sowie die Hanse Sail zu entwickeln.

Im städtebaulichen Wettbewerb werden – aufgeteilt auf die zwei grundsätzlich möglichen Standorte für das Theater im Stadthafen und am Bussebart – zwei erste Preise vergeben.

Das Preisgericht hat zudem die Aufgabe, den aus ihrer Sicht zu empfehlenden Theaterstandort zu benennen.

Wie auch beim städtebaulichen Ideenwettbewerb für die Bebauung der Nordseite Neuer Markt hat die Hansestadt Rostock ein offenes, zweiphasiges Wettbewerbsverfahren gewählt. Ein offener Wettbewerb bedeutet, dass in der ersten Phase alle geeigneten Stadtplaner mit Landschaftsarchitekten und fachlicher Unterstützung von Verkehrsplanern teilnehmen können. Die durch das Preisgericht ausgewählten Wettbewerbsbeiträge der ersten Phase für die zweite Phase bleiben anonym und werden erst nach dem Ende der 2. Phase und der abschließenden Preisgerichtssitzung bekannt gegeben. Mit diesem Verfahren wird eine Gleichbehandlung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewährleistet.

Geplanter zeitlicher Ablauf des städtebaulichen Ideenwettbewerbes:

  1. Beschlussfassung der Auslobungsunterlagen:       Februar 2014
  2. Auslobung des Wettbewerbes:                                    Ende Februar 2014
  3. Preisgerichtssitzung 1. Phase:                                      Mai 2014
  4. Preisgerichtssitzung 2. Phase:                                      September 2014

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Rostock.

Anmerkung: Die Detailziele des Wettbewerbes (hier durchnumeriert von 1 bis 7) haben es in sich, inhaltlich und auch kostenmäßig. Es sollten viele Bürger teilnehmen und sich bereits im Vorfeld gut überlegen, welchen eigenen Standpunkt sie zu den Einzelzielen haben und wie sie ihn begründen können.

Mehr Details zum Thema (einschl. informativer Karte) finden sich auf das-ist-rostock.de

Alles nur Zufall?

2013-06-05_20-27-46-800

Das Volkstheater ist in Seenot. Die „Georg Büchner“ nicht mehr: Sie sank am Donnerstag, den 30. Mail 2013 abends gegen 20:20 Uhr.

Auf die Titelseite der Ostsee-Zeitung (OZ) schaffte es die Meldung zum Untergang der „Georg Büchner“ aber erst bei der Wochenendausgabe (1./2.6.2013) – zusammen mit der „Vision vom Volkstheater mit Zauberhut auf dem Wasser“. Da kommt man doch ins Grübeln. Fällt die Fertigstellung des Zauberhutes wirklich ganz zufällig mit dem Bücher-Untergang zusammen? Bei einem Projektentwickler, der als „noch immer blond gelockter Prachtkerl sein Leben eher nach dem Prinzip »blauäugiger Durchtriebenheit« organisiert… Er ist einfach in seine Inszenierungen verliebt“ (http://haraldlochotzke.de/about) fällt es schwer, an einen Zufall zu glauben.

Der Zauberhut ist noch nicht auf der Webseite von Dr. Harald Lochotzkie zu finden (http://haraldlochotzke.de/portfolio). Doch der Pressespiegel auf dieser Webseite endet bereits 2004 (http://haraldlochotzke.de/archives/category/pressespiegel). Ähnliches gilt vielleicht für die vorgestellten Projekte. Da blieb also nach 2004 viel Zeit, um das Zauberhut-Projekt entwickeln zu lassen und eine günstige Gelegenheit für die Präsentation abzuwarten.

Egal, ob geplant oder zufällig: Es funktioniert! Die Leserbriefe beschäftigen sich vor allem mit dem Untergang der „Büchner“, zum „Zauberhut“ gab es bislang noch keine einzige Meinungsäußerung. Bis auf unsere Bürgerschaft. „Der neue Stoff in der Debatte um Standort und Aussehen eines Theaterneubaus kommt in der Bürgerschaft an“ (OZ). Dabei geht es überhaupt nicht um einen THEATER-Neubau: Der Zauberhut „soll Platz bieten für Eigentumswohnungen, Restaurants, Entertainment“ (OZ). Vom klassischen Theater ist nicht die Rede.

Fürs „Events“ und „Entertainment“ haben wir die Stadthalle. Ursprünglich sollte auch die neue Messehalle dafür geeignet sein. Von mir aus baut auch einen Zauberhut für diese Arten von Volksbelustigung – damit es schön teuer wird, sogar in die Warnow. Aber bitte vermenguliert das nicht mit einem THEATER-Neubau!

Von einem Theater-NEUBAU sollte ohnehin erst dann ernsthaft geredet werden, wenn der sichere Erhalt des jetzigen Vier-Sparten-Theater-Ensembles finanziell gewährleistet ist. Es erscheint mir absurd, von einem Theaterneubau mit Kosten „bis zu 80 Mio. Euro“ (OB Methling) zu reden, wenn dem Theater aktuell nicht einmal 0,5 Mio. € zur Verfügung gestellt werden können und daher zum Jahresende die Schließung des Theaters am Stadthafen notwendig wird.

Vermutlich ist auch die Schizophrenie von unzureichender aktueller Finanzierung des Volkstheaters und üppigen Neubauplänen alles andere als ein Zufall.

Verschwörungstheoretisch Interessierte finden ohnehin viele Analogien bei „Büchner“ und Volkstheater, bis hin zum vergleichbaren Desinteresse (vorsichtig ausgedrückt) auch auf Landesebene und zur DDR-Denunziationswut. Hieß es bei der Ankündigung der VTR-Veranstaltung „Gegenwart verstehen“, man „könnte man fast von einem spezifischen ‘postsozialistischen Trauma’ sprechen, das die Hansestadt im Verhältnis zu ihrem Theater zu lähmen scheint“, so schreibt jetzt OZ-Leser Jörg Plath aus Rostock (05.06.2013 22:54 Uhr): „Warum so eine Aufregung um diese postkommunistische Relique? Ich bin froh, dass das Schiff nicht mehr das Stadtbild verschandelt.“

Die „Georg Büchner“ war zwar ursprünglich als „Kongo-Boot“ Repräsentant einer barbarischen Kolonialpolitik und nach dem Ankauf durch die DSR keinesfalls „Reliquie“, sondern Ausbildungsschiff, aber das macht ja alles gar nichts! So ein Quatsch wird gedruckt, weil er für arglose Gemüter zusätzlichen Nebel liefert. Verschwörungstheoretiker sind allerdings zumeist alles andere als arglos und bleiben daher aufmerksam, auch wenn es schwer ist, im dichten Milieu-Filz der Macher und Mitentscheider etwas zu erkennen.

Für mich bleibt es bei der Grundaussage: „Das Finanzdesaster des Rostocker Volkstheaters ist nicht zu trennen von der generellen Unterfinanzierung von Kunst und Kultur. Theater muss sein!