Rück- und Ausblick

Der Abriss des Großen Hauses sollte schon 2016 erfolgen

Es war einmal vor langer, langer Zeit ein Ostseezeitungs-Forum zum Volkstheater. Da sprach unser aller Oberbürgermeister in einem Nebensatz davon, dass das Große Haus 2016 ohnehin abgerissen werde. Auf entsprechende Nachfragen antwortete er nicht, und sprach statt dessen davon, dass der Theaterneubau spätestens zum Jubiläumsjahr 2018 bespielt werden könne.

Die große Brandgefahr währte lange

Jahre später wurde das Große Haus von einem Tag auf den anderen geschlossen – wegen Brandgefahr. Ein entsprechendes Gutachten1 lag dem Oberbürgermeister schon rund ein halbes Jahr früher vor, so dass kein vernünftiger Grund für die abrupte Schließung erkennbar war. Das Gutachten beanstandete vor allem die Brandlasten durch Kleidung in den Garderoben, die zwischen Zuschauerraum und Hauptausgang angeordnet seien. Das ist zwar in fast allen Theatern so, aber wenn es in Rostock bei einem Brand Leib und Leben der Zuschauer gefährdet, warum hat dann der OB ein halbes Jahr mit seiner Eilentscheidung gewartet, also ein halbes Jahr lang den Theatergängern diese Gefahr zugemutet? Einer der Theatergänger fand das Zögern seines OB, der doch „einer von uns“ sein will, nicht lustig und erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Er bekam eine Absage, legte Beschwerde beim Oberstaatsanwalt ein und erhielt wieder eine Absage. Denn Staatsanwälte sind kluge Leute und wussten wohl um den Fake das OB.

Rund anderthalb Jahre blieb das Große Haus geschlossen. Als es wieder öffnete, befanden sich die Garderoben mit all ihren Brandlasten an gleicher Stelle wie vorher.

Schiffbauhalle 207

Aber während der anderthalb Jahre hatte man ausführlich die Eignung der Werfthalle 207 als Theaterspielstätte testen können… Der damalige Intendant Peter Leonhard war viel zu sanft, um sich dieser langen Testphase zu widersetzen.

Sein Nachfolger Sewan Latchinian verbat sich diese Ersatzspielstätte und orientierte statt dessen auf die volle Nutzung des Großen Hauses. Auch das war ein dringlicher Grund, ihn loszuwerden. Sein Nachfolger Joachim Kümmritz hingegen setzt die Wünsche seines Dienstherren konsequent um:

Die Bespielung der alten Werfthalle in Besitz vom Verein Tradition Ostseeschifffahrt ist auf fünf Jahre angelegt. Die Dauer war Reichel und Kümmritz wichtig, um dem Publikum Zuverlässigkeit zu geben und damit sich die Investition lohne.

 „Kabeltunnel würden zum Beispiel fest verlegt. Tische, Stühle, Sanitär, Zwischenlager, Ton – dergleichen sei zu bedenken. ebenda.

Mit Kümmritz ließe sich „mit dem Ensemble, mit leidenschaftlichen Schauspielern, Musikern, Sängern und Tänzern Theaterlust wecken“, sagt der Oberbürgermeister, „aber das schaffen wir nicht in der Doberaner Straße… „Ich sehe das als eine ganz große Chance, auch anknüpfend an ,West Side Story’ und an ,Broadway’, was wir 2010/2011 in der Halle 207 hatten.“ ebenda

So wird der Weg frei gemacht für den Abriss des Großen Hauses, wenngleich leicht verspätet. Ist ja auch ein wirklich attraktives Quartier, ideal für eine hochpreisige Neubebauung.

Wozu jetzt noch einen Theaterneubau?

Und wenn das so gut funktioniert in einer alten Schiffbauhalle, warum dann noch einen Theaterneubau errichten lassen? So befand unser aller OB am 21. Januar 2017: Ein Beschluss der Bürgerschaft habe dem Theaterneubau jegliche Basis entzogen (der Beschluss besagt, dass das Theater einen Theaterneubau nicht aus seinem laufenden Haushalt vorfinanzieren muss, denn andernfalls gäbe es zwar vielleicht irgendwann einen Theaterneubau, aber keine Akteure mehr, die es bespielen könnten. Die wären zwecks Bau-Vorfinanzierung schrittweise weggespart).

Da flossen reichlich Krokodilstränen (ebenda):

… persönlich bedauert Oberbürgermeister Roland Methling die Entscheidung sehr. „Unter diesen Voraussetzungen bleibt uns nichts weiter übrig, als uns vom Traum eines neuen Stadttheaters für Rostock zu verabschieden. Ich hatte die Umsetzung des schon 1993 von der Bürgerschaft beschlossen Projekts mit Übernahme des Amtes als Oberbürgermeister im Jahr 2005 als wichtiges Ziel betrachtet. Jahrelange Arbeit wird damit zunichte gemacht, um sich erneut um substanzielle Strukturentscheidungen zur Zukunftssicherung unseres Theaters zu drücken.“

Die Sanierungsmaßnahmen im derzeit vom Volkstheater genutzten Großen Haus an der Doberaner Straße waren darauf ausgerichtet, die Bespielbarkeit bis zum Jahr 2018 zu sichern. „Ein Theaterneubau ist in Rostock zwingend erforderlich. Die Mitglieder, die gestern diesen Beschluss der Bürgerschaft getragen haben, werden sich kurz- oder mittelfristig fragen lassen müssen, ob sie durch ihre Entscheidung wohlmöglich dem Theater seine Zukunftsbasis entzogen haben“, so Oberbürgermeister Roland Methling.

Noch viel zu viele Musiker

Wo er recht hat, hat er reicht. Und unser aller OB schlussfolgert weiter: Ohne Theaterneubau und Großes Haus brauchen wir in Rostock auch nicht mehr soooo viel Musiker. Der willfährige Intendant arbeitete zu, indem er frei gewordene Orchesterstellen nicht neu besetzte, obwohl die Musiker wegen der Sparvorgaben des OB und zugunsten einer vollen Besetzung schon mit weniger Entgelt in Form eines Haustarifvertrages auskommen. Die Künstlergewerkschaften kritisierten das und auch die stockenden Verhandlungen mit dem Theater und der Stadt.

Sofort nahm unser aller OB das zum Anlass, den Haustarifvertrag kurzerhand zu kündigen. Schließlich hatte er schon 2014 den Abschluss eines Haustarifs untersagt.

Pikant ist dabei auch dieses Detail: Während die Künstlergewerkschaften eine Vollbesetzung des Orchesters einfordern und andernfalls eine Klage androhen, informiert die Ostseezeitung, „Die Kündigung sei eine rein juristische Angelegenheit, zu der das Volkstheater durch die Klage der DOV gezwungen war“. Rein juristisch, ohne jede Auswirkung auf die Wirklichkeit, Frau Dr. Bachmann? Fake-News eben wie fast immer auch zum Thema Volkstheater.

Die Hanseln aber schweigen…

Die Schönen und Reichen fahren nach Hamburg oder Berlin ins Konzert oder Theater (sofern sie mal pausieren können beim Geldscheffeln) und der Rest hat ohnehin immer weniger Geld für Theater oder Konzert. Braucht Rostock wirklich (noch) ein Theater (fragte der OB schon kurz nach seiner Amtsübernahme)?

Es lohnt auch, sich mal die frühen Beiträge dieses Blogs anzusehen, beispielsweise https://vtrblog.wordpress.com/2013/04/04/verspatete-kenntnis-eines-bekannten-vorgangs/#comments und die zugehörigen Kommentare. Da waren die „Hanseln“ noch munter.


1Brandschutzkonzept vom Oktober 2010

Mann über Bord!

Unzufriedene haben das Theaterschiff geentert und den Kapitän über Bord geworfen. Ohne Rettungsring. Geschweige denn in einem Beiboot ausgesetzt. Das sei zu teuer.

Der erste Offizier sieht diesem wüsten Treiben ziemlich gelassen zu. Er hat einen anderen Kurs als der Kapitän abgesteckt, will die Mannschaft ausdünnen und nimmt in Kauf, dass das Schiff in eine erhebliche Schieflage gerät. Aber dann hat er ja schon abgemustert…

Was werfen die Unzufriedenen dem Kapitän vor? Zu späte Ansage des zukünftigen Kurses (Spielplan), zu wenig Passagiere (Besucher = Einnahmen), Information der Mannschaft über die geplanten Kursänderungen seitens der Reederei (Geheimnisverrat!), vor allem aber fehlende Unterwürfigkeit gegenüber der Reederei.

Heute, am Dienstag, den 13.6. sollte der Spielplan für die neue Spielzeit vorgestellt werden. Weil der Kapitän acht Tage zuvor über Bord geworfen wurde und sich sein Geschäftsleitungspartner offenbar weigert, den Spielplan vorzustellen, fällt die Pressekonferenz aus. Auch der Aufsichtsrat scheint sich zu weigern, an Stelle des über Bord geworfenen Intendanten den Spielplan vorzustellen, obwohl doch gilt:

Kommt es bei einer AG zu einer sogenannten Führungslosigkeit, springt der Aufsichtsrat als passive Vertretung der Geschäftsführung ein, bis eine neue bestimmt … wird. http://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/aufsichtsrat, auch http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/aufsichtsrat.html

Stellen wir also fest, ohne Kapitän

  • gibt es keinen öffentlich bekannt gemachten Spielplan,
  • fallen Vorstellungen aus (akktuell: „Sex und Liebe“),
  • gehen wegen fehlender Vorstellungen Einnahmen verloren.

Mit Kapitän wäre das alles vermeidbar gewesen.

Darf man angesichts dieser schlichten Fakten und vor allem auch angesichts des geheimen Antrages (160601-da-bachmann), den Kapitän über Bord zu werfen, einfach nur von „Unzufriedenen“ sprechen? Sind es nicht eher verfolgungswütige Schergen einer Obrigkeit, die höchst mittelalterlich anmuten? Selbst von inquisitorischem Vorgehen kann man nicht sprechen, denn bei der Inquisition gab es ein wohldefiniertes Verfahren, die Wahrheitsermittlung über den Weg rationaler Beweisführung stand im Vordergrund, wobei man sich insbesondere Zeugenaussagen bediente. Im aktuellen Fall gab es nur ein Geheimpapier für ein geheim tagendes und geheim beschließendes Gremium (genannt „Hauptausschuss“), ohne dass dem Angeklagten die Anklage zur Kenntnis gegeben oder ihm gar eine Stellungnahme dazu ermöglicht wurde. Tiefes Mittelalter? Irgendwie scheint das von den Exekutierenden selbst so empfunden zu werden, allerdings zielen die nachstehend zitierten Sätze gegen den Kapitän, nicht etwa gegen die Exekutierenden:

„Wenn die Freiheit der Kunst zur Versklavung des Künstlers führt, weil er in einem strukturellen Feudalsystem letztlich Leibeigener ist, dann muss das System in Zweifel gezogen werden.

Wenn ein strukturell so angelegtes System heutzutage tatsächlich despotisch ausgelebt wird und Leibeigene in existentielle Angst versetzt, dann steht es endgültig in Frage.

Wenn dann noch ein gutsherrlich anvertrautes Lehen (Theater) substantiell und existentiell gefährdet wird, dann besteht dringender Handlungsbedarf, sowohl im Interesse des Lehens als auch der Leibeigenen“ (zitiert aus der nicht mehr verfügbaren FB-Seite „Initiative Volkstheater“, Text von Frau Dr. Bachmann).

Bislang gab es zwei Begleitschiffe für das Theaterschiff, den Verein „Freunde und Förderer Volkstheater Rostock e.V.“ und die „Initiative Volkstheater“ mit deutlicher Aufgabenteilung. Der wegen Struktur und Größe etwas schwerer manövrierende Förderverein widmet sich vor allem den Fernrouten, die deutlich weniger strukturierte, facebook-basierte „Initiative…“ vor allem dem aktuellen Geschehen, Feuerwehraktionen und anderen Rettungsversuchen.

Jetzt steht die „Initiative…“ auf Facebook nicht mehr zur Verfügung. Nachdem die Unzufriedenen den Kapitän über Bord des Theaterschiffes geworfen hatten, versuchten sie immer heftiger, auch das kleine Ini-Schiffchen zu entern. Das nahm so bedrohliche Formen an, dass der Eigner und Schiffsführer das Schifflein ganz schnell in einen rundum geschlossenen Hafen brachte. Es steht einfach nicht mehr zur Verfügung.

Was nun? Keine Initiative mehr zeigen, das Theaterschiff im Nebel vor sich hin dümpeln und den Kapitän allein im Wasser treiben lassen? Schließlich kriegen wir ja einen neuen…

Oder von den Theaterfeinden lernen und erst einmal einen ziemlich geschlossenen Kern bilden, den Unzufriedenen und ihren Gefolgsleuten keinen Zugang gewähren? Wir könnten diesen Kern „Freundeskreis Theater“ nennen. Fast unvermeidbar wäre das wohl auch ein Freundeskreis für Sewan Latchinian, denn unabhängig davor, ob man bewundernd oder kritisch zu ihm steht – so wie der Hauptausschuss mit ihm umging, geht man nicht mit seinen Mitmenschen um!

Jetzt seid Ihr Leser dieses Blogs dran: Wie machen wir weiter?

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Öffentlicher Dringlichkeitsantrag zur sofortigen Abberufung der Vorsitzenden des VTR-Aufsichtsrates

Hiermit wird beantragt, die Vorsitzende des Aufsichtsrates der Volkstheater Rostock GmbH von ihrer Funktion als Vorsitzende zu entbinden und darüber hinaus sie auch als Mitglied des Aufsichtsrates abzuberufen.

Dieser Antrag erfolgt unter Bezug auf die bekannt gewordene, nichtöffentliche Vorlage-Nr. 2016/DA/1824 mit dem Titel „Dringlichkeitsantrag“, datiert vom 01.06.2016, zur Vorlage und Entscheidung durch den Hauptausschuss am 06.06.2016, eingereicht von der Aufsichtsratsvorsitzenden (hier nachlesbar: 160601-da-bachmann).

Stil und Inhalte dieses Dringlichkeitsantrages vom 1.5. sind geeignet, das Ansehen der Kommunalpolitik in der Stadt Rostock, aber auch das Ansehen der Antragstellerin selbst ernsthaft zu beschädigen. Der Antrag verletzt in vielfacher Weise allgemeine Anstandsregeln, von politischer Korrektheit ganz zu schweigen.

Obwohl der Antrag der Aufsichtsratsvorsitzenden (im folgenden als AV abgekürzt) selbst alle Argumente meines Abberufungsantrages bereits einschließt, gehe ich nachstehend kurz auf einige Argumente/Vorwürfe der AV ein:

Vorwurf 1: Der Intendant hat eine Mail geschickt

und zwar nicht nur an den Aufsichtsrat, sondern auch an den Betriebsrat. Nach Auffassung der AV ist es jedoch unzulässig, den Betriebsrat zu informieren, „solange es keine einheitliche Geschäftsführer- oder Arbeitgeberposition gibt“. Das soll eine entlassungswürdige ‚Verletzung der Verschwiegenheitspflicht‘ sein? Nanu? Gilt nicht mehr, dass der Betriebsrat ein Organ zur Mitbestimmung und Vertretung der Arbeitnehmerinteressen, der auch an betrieblichen Entscheidungen mitwirkt?

Schlimmer noch, der Intendant hat eine Vorlage des kaufmännischen Geschäftsführer ernst genommen. Die Vorlage beinhaltete die Schließung des Tanztheater zum Sommer 2018. So lasen wir es ja auch mehrfach in den Zeitungen. Alles nur Spaß – es war lediglich ein Tippfehler und der Intendant hat nicht Korrektur gelesen! Das ist ein „Verstoß gegen die Fürsorgepflicht“ (AV).

Und wenn der Intendant schreibt, „wegen einiger sehr weniger Tausend Euro Mehrkosten bis zum Sommer 2018 für 2 langjährige, verdienstvolle Schauspielkollegen wird die im Hybridmodell eigentlich vorgesehene Option der Verkleinerung der Schauspielsparte … aufgegeben, eine kompakte Spartenschließung realisiert…“, dann deutet die AV das um zu folgender Unterstellung: „Im Hause wird dies als Schutz ausschließlich für die seitens des Intendanten mitgebrachten Schauspieler/innen und damit als Ungleichsbehandlung empfunden“. Das ist gleich mehrfach falsch:

  • Einer klaren Ansage des Intendanten wird eine „Empfindung im Haus“ entgegengestellt. Woher kommt diese Empfindung? Hält sich die AV mehr im Theater als ab ihrem Arbeitsplatz auf (was sagt ihr Arbeitgeber dazu?) oder hat sie Zuträger?
  • Der Intendant bezieht sich eindeutig auf zwei langjährige Schauspielkollegen und damit eindeutig nicht auf diejenigen, die er mitgebracht hat.
  • Von einem „Ausspielen von Beschäftigungsgruppen“ kann in den zitierten Textpassagen des Intendanten nicht die Rede sein, ganz im Gegenteil!

Darf man Sachverhalte so schlimm uminterpretieren?

Dann steht da noch ein hinterfragungswürdiger Satz in dem AV-Antrag: „Das innerbetriebliche Ausspielen eines Geschäftsführer gegen einen anderen verstößt gegen die Pflichten eines Geschäftsführers“. Nanu? Wenn also ein GF einen (Tipp-) Fehler macht oder Schlimmeres, dann darf der andere GF dies nicht beanstanden? Ich kenne Fälle, bei denen ein GF den anderen sogar anzeigen musste… Durfte er gar nicht, Frau AV?

Vorwurf 2: Der Intendant hat noch eine Mail geschickt,

deren Inhalt auf Seite 4 oben des AV-Antrages nachgelesen werden kann. Jeder arglose Mitbürger empfindet die dort zitierten Sätze als gut und richtig. Was macht die Aufsichtsratsvorsitzende daraus? Ich zitiere (nur ausschnittsweise, wer sich alle Vorwürfe und Fehlinterpretationen antun will, lese den AV-Antrag):

  • „Der Intendant kündigt den künftigen Bruch von Vertraulichkeit an“ – davon lese ich kein Wort in der Intendantenmail.
  • „Der Intendant belegt, dass er weiterhin Informationen weitergeben wird, egal, ob sie korrekt oder unkorrekt sind“. DAS soll er belegt haben? Wenn ja, warum wird es dann nicht zitiert? Weil es eine üble Unterstellung ist?

Vorwurf 3: Der Intendant hat ein Interview gegeben

Aussagen des Intendanten werden in tabellarischer Kurzform mit Anmerkungen kommentiert. Nicht alles ist von Außenstehenden bewertbar, konzentrieren wir auf das, was wir erkennen können:

„Der Theaterneubau verzögere sich weiter“ – „Behauptung ohne Beleg“.

„Das VTR können bis 2013 aufhören zu existieren“ – „Vermutung ohne Beleg“.

„… Heute habe ich Entlassungen in Größenordnungen schwarz auf weiß als Planung auf dem Papier“ – „… Falschdarstellung ( Leser fassen das als Kündigung auf)“.

Hier ist nur ein Beleg von vielen zum verzögerten Theaterneubau: „Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) erklärt, dass er keine Möglichkeit mehr sieht, ein neues Theaterhaus zu bauen… Die Einschätzung des Rostocker Oberbürgermeisters halten wir für realistisch, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums…“ (NDR).

Auch wenn man den vom OB zitierten Text von Minister Brodkorb liest, darf man heftige Zweifel am Zustandekommen eines Theaterneubaus heben.

Die Schlussfolgerungen der Aufsichtsratsvorsitzenden sind beeindruckend, wir zitieren hier nur die ersten zwei:

  • „Mit dem Interview verlässt der Intendant den innerbetrieblichen Raum“. Was will uns die AV hiermit sagen? Ist dem Intendanten jeglicher Freigang entzogen worden, steht er unter Hausarrest?
  • „Die Information über „Entlassungen“ verstößt gegen die Pflicht zur Verschwiegenheit über betriebliche Interna“. Eine Entlassung als rein innerbetriebliches Ereignis, dass auch dem Arbeitsamt besser nicht zu melden ist? Die Welt der AV ist doch sehr verschieden von meiner.

Vorwurf 4: Es geht ums Geld

Auch hier sind die Aussagen beeindruckend:

  • Die Nichterfüllung der im Herbst 2015 beschlossenen Wirtschaftsplanvorgaben 2016 in puncto Umsatzerlöse liegen in der Verantwortung des künstlerischen Geschäftsführers/Intendanten.“ Da kannste was lernen. Der kaufmännische GF macht wohl nur den Buchhalter. Und schreibt befremdliche Konzepte, unabgestimmt mit dem Intendanten. Obwohl der doch ausschließlich auch für das Pekuniäre zuständig ist… Ist hier nicht Einsparungspotential zu erkennen?
  • Der ersatzlose Ausfall von Vorstellungen stellt ein sog. Organisationsversagen seitens des Intendanten dar.“ Denn: „Für den Fall einer Erkrankung ist Ersatz vorzusehen bzw. zu organisieren…“. Klaro: Bei einem solchen Schauspielerüberschuss wie am VTR kann man alle Rollen doppelt besetzen und darüber hinaus auch noch entlassen (oder ist kündigen die richtigere Vokabel? Ich habe den Unterschied noch immer nicht verstanden).

Wie auch immer, der Intendant ist schuld.

Vorwurf 5: Der Spielplan

Auf zweieinhalb Seiten werden Vorgänge beschrieben, ohne dass Außenstehende, auch der Hauptausschuss nicht, diese hinsichtlich der Objektivität nachvollziehen können dürfte.

Einiges, was dem Intendanten seitens der AV zum Vorwurf gemacht wird, erscheint dem Schreiber dieser Zeilen durchaus nachvollziehbar und richtig. So wird zu einer Intendantenrede auf einer VTR-Vollversammlung am 29.2.16 berichtet,

  • „… der Gesellschafter müsse jetzt das Modell entscheiden“,
  • der Intendant „sei sich nicht sicher, ob die Planung jetzt zu stoppen und die Bürgerbeteiligung abzuwarten ist“,
  • der Intendant plädierte „für Aufhebung Zielvereinbarung und Gesellschafterbeschluss“,
  • er polemisierte gegen das Hybridmodell.

Das alles sollten erlaubte Überlegungen sein und keine Grundlage für Vorwürfe.

Weiter erfahren wir aus dem Antragstext im Abschnitt 5, S. 8, dass der Intendant noch am Tag seiner Krankmeldung aufgefordert wurde, die Planung vorzulegen und er ebenfalls noch am gleichen Tag antwortete und u.a. darauf auf die Notwendigkeit politischer Entscheidungen hinwies. Alles falsches Verhalten? Ebenfalls während seiner Krankschreibung, schrieb der Intendant an den Aufsichtsrat: „… wäre ich dankbar, wenn der Aufsichtsrat Maßnahmen beschließt, die nächste Schritte innerhalb der bisherigen Planungen, auch während meiner Erkrankung, im Interesse der Betriebsabläufe ermöglichen“. Auch falsch? Mit solchen und anderen Sachstandsinformationen (oder sollte ich hier besser Anführungszeichen benutzen?) gibt es dann u.a. folgende Schlussfolgerungen (bitte bei Interesse selbst alles nachlesen):

  • Der Intendant hat den Aufsichtsrat mehrfach unkorrekt über den tatsächlichen Stand der Spielzeitplanung informiert“.
  • „Die Planung ist bis zuletzt unvollständig geblieben“.
  • „Der schwache Spielplan bleibt hinter den Möglichkeiten des Hauses…“.

Vorwurf 6: Blockierung und Diskreditierung des Umstrukturierungsprozesses als Geschäftsführer

Zu diesem Thema gibt es drei Seiten Text. Die Informationen erscheinen mir aus ihrem jeweiligen Zusammenhang gerissen – es ist schwer bis unmöglich, sie zu werten oder zu kommentieren..

Wohl unfreiwillig wird deutlich, dass auch der Aufsichtsrat nicht davor zurückscheut, Interna weiterzureichen: „In einer Mail der Aufsichtsratsvorsitzenden … an die Mitlgieder des Gremiums heißt es: ‚Seit Tagen versucht die Anwältin von Herrn Latchinan einen Verhandlungstermin mit dem Oberbürgermeister zu bekommen. Verhandlungsgegenstand ist die vorzeitige Vertragsauflösung…’“. Quod licet Iovi, non licet bovi? Der AR als Jupiter? Es scheint an der Zeit, das ganze Geschehen mal auf die Bühne zu bringen.

Weiterhin wird sehr deutlich, dass man uns selbst bei der thematisch extrem eingeschränkten „Bürgerbeteiligung“ getäuscht hat, denn es gibt neben dem „Hybridmodell, 1. Fortsetzung“ des Herrn Rosinski auch ein Intendanten-Konzept „Hybridmodell für das VTR, 2. Fortsetzung“. Letzteres aber wurde vom Aufsichtsrat einfach ‚weggewogen‘. Müssen wir dummen Bürger / Ochsen nicht wissen müssen…

Fazit

Die nichtöffentliche Vorlage-Nr. 2016/DA/1824 mit dem Titel „Dringlichkeitsantrag“, datiert vom 01.06.2016, zur Vorlage und Entscheidung durch den Hauptausschuss am 06.06.2016 ist in meinen Augen ein Ausdruck ungebremster Verfolgungswut. Sie entspricht wohl kaum den Erwartungen von Objektivität und Sachlichkeit, die man für diese Thematik und von diesem Gremium erwarten darf. Deshalb mein diesbezüglicher Antrag, den ich im Grundsatz bereits einleitend begründet habe und der Gliederung des AV-Antrages folgend argumentativ zu untersetzen versuchte.

Natürlich ist meine gesamte Wortmeldung sowohl Ironie wie auch bitterer Ernst und wird ohne jede direkte Wirkung bleiben. Im besten Fall macht er das eine oder andere Mitglied des Hauptausschusses etwas nachdenklich. Vielleicht motiviert mein Text auch den einen oder anderen Rostocker Bürger, am Bürgerforum am 16. Juni ab 17:00 Uhr in der Rathaushalle teilzunehmen.

Und deshalb vier Seiten Text?

 

Und das zum Kindertag?!

Auf der Facebook-Seite „Initiative Volkstheater“ wurde ein nichtöffentlicher Dringlichkeitsantrag (2016/DA/1824) öffentlich, der es in sich hat: 160601-da-bachmann

Frau Dr. Sybille Bachmann, Vorsitzende des VTR-Aufsichtsrates, beantragt, „Herr Sewan Latchinian wird aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer abberufen und sein Geschäftsführeranstellungsvertrag aus wichtigem Grund fristlos gekündigt“.

Es wird kaum öffentlichen Protest geben. Der Antrag ist nichtöffentlich und es gibt nicht so viele Leser der Facebook-Seite. Vor allem aber: Es schnürt einem die Kehle zu. Es lähmt das Denkvermögen. Es macht hilflos. Es könnte in den Selbstmord treiben.

Datiert ist das Schreiben auf den 1.6.2016, also auf den Kindertag. Ehrlicher wäre eine um einen Tag frühere Datierung gewesen, denn am 31. Mai ist der Weltuntergang… Aber was ist schon ehrlich an diesem Text?

Bitte tut es Euch an und lest diese unsäglichen 13 Textseiten! 160601-da-bachmann

Niederträchtige Gemeinheiten statt Kulturpolitik – geht’s noch?!

Die Ostsee-Zeitung meldet heute:

Der Streit um die Zukunft des Volkstheaters Rostock hat sich nochmals verschärft. Um den finanziellen Sparvorgaben der Landesregierung genügen zu können, denken Aufsichtsrat und Theaterverwaltung offenbar über tiefere Struktureinschnitte nach, um zwei unkündbare Schauspieler auf diese Weise „rechtssicher“, d.h. ohne Klagemöglichkeit, betriebsbedingt kündigen zu können. Dazu soll, anders als bisher im  sogenannten „Hybridmodell“ vorgesehen, neben einem erweiterten Musiktheater kein Schauspiel mehr, sondern lediglich eine kleine Kinder- und Jugendtheatersparte bestehen.

Bekannt geworden ist der Streit aus Briefen der Volkstheater-Aufsichtsratsvorsitzenden Sybille Bachmann und des Intendanten Sewan Latchinian, der von diesen Plänen überrascht wurde und vor ihnen warnte. Darauf wurde ihm eine Verletzung der Vertraulichkeit und der Pflichten eines Geschäftsführers vorgeworfen. Bei den beiden unkündbaren Künstlern handelt es sich um die Schauspieler Petra Gorr und Ulrich K. Müller, zwei prägende und überregional bekannte Gestalten des Ensembles. Beobachter schlussfolgern aus dem Vorgang, dass das „Hybridmodell“ zu eng und gegen die Realitäten des Rostocker Theaters gerechnet worden war, um benötigte Mehrheiten zu erzielen, und jetzt verschärft werden müsse, um den finanziellen Vorgaben zu entsprechen.

Kein Kommentar.

Nachtrag: In einem leider bezahlpflichtien OZ-Artikel gibt es wichtige Informationen, die das Bild abrunden. Auch die befremdliche Rolle des kaufmännischen Geschäftsführers.

Tut nichts! Der Jude wird verbrannt!

Dreimal wiederholt in Lessings dramatischem Gedicht »Nathan der Weise« (1779) der Patriarch von Jerusalem diese Worte. Sie sind seine stereotype Antwort auf alle Einwände des jungen Tempelherrn gegen die Verurteilung eines Juden zum Tode auf dem Scheiterhaufen… Das Originalzitat, mit dem man ironisch auf jemandes Unbeirrbarkeit oder Starrköpfigkeit hinweisen kann, wird heute nur selten und nur in Situationen verwendet, in denen es nicht als Ausdruck antisemitischer Ressentiments missverstanden werden kann.

Gefunden auf http://universal_lexikon.deacademic.com/312297/Tut_nichts!_Der_Jude_wird_verbrannt!

Hier in diesem Beitrag erscheint mir das Zitat nahezu unvermeidbar, denn vor allem eine (aber leider nicht die einzige) Person trägt schon sehr viel Holz für den Scheiterhaufen zusammen und schichtet fleißig auf. Man kann es auf der öffentlichen Facebookseite der „Initiative Volkstheater“ nachlesen, von der die nachstehenden Zitate stammen. Alle aus einem einzigen Post.

1. Eine scheinneutrale Einleitung

Als Kommentar zur Tierparabel stellte Eva-Maria Kröger hier die Frage nach der Schuld für die verfahrene Situation.
Meines Erachtens müssten vielmehr Fragen nach der Verantwortung, Verantwortungsübernahme und Lösung gestellt werden.

Verantwortung für das finanzielle Budget eines Theaters tragen Land und Kommune, die Verantwortungsübernahme hat durch die Politik zu erfolgen. Bis 2023 stellen Land und Kommune dieselben Finanzmittel zur Verfügung wie bisher.
Lösungsansätze für Veränderungen sind einerseits durch die Theater selbst mittels überzeugender Konzepte und andererseits durch die Politik mittels Bereitstellung erforderlicher Mittel zur Umsetzung dieser Konzepte zu erarbeiten.
Hierbei handelt es sich um einen sowohl künstlerischen + unternehmerischen (Konzept) als auch politischen (Finanzen) Prozess, der mit politischen Mitteln zu moderieren ist.
Haltungen wie „alles soll bleiben wie bisher“ oder „ich will das nicht“ bedeuten Stillstand und sind wenig hilfreich. Allerdings sind sie höchst einfach und bequem, da man sich nicht weiter anstrengen muss.

2. Jetzt wird es haarig

Wer aber trägt die Verantwortung für die Umsetzung gefasster und gültiger Beschlüsse? Eindeutig ist das die Geschäftsführung.
Selbstverständlich darf sie jederzeit (sachliche) Kritik an Beschlüssen äußern und mit eigenen (konstruktiven) Vorschlägen zur Fassung neuer Beschlüsse beitragen. Sich bis zu eventuellen neuen Beschlüssen aber der Umsetzung bestehender Vorgaben komplett zu verweigern, gefährdert nicht nur Zuschüsse, sondern ist schlicht und einfach nicht zulässig. Derartiges führt regelmäßig zur Beendigung eines Anstellungsverhältnisses.

Das geht eindeutig gegen den Intendanten. Aber verweigert er sich denn? Mit dem am 20.2. abgelieferten Konzept versucht er zu erklären, warum nur „Operntheater“ nicht funktionieren wird. Das erscheint mir noch nicht einmal eine (natürlich sachliche!) Kritik, sondern wirklich nur eine faktenbasierte Darlegung, eben eine Erklärung. Das soll nicht zulässig sein? Das soll zur Beendigung des Anstellungsverhältnisses führen? Ja wo leben wir denn?

3. Verantwortung einmal ganz neu definiert

Im ersten Abschnitt lesen wir, „Verantwortung für das finanzielle Budget eines Theaters tragen Land und Kommune, die Verantwortungsübernahme hat durch die Politik zu erfolgen.“ Den mit der Umsetzung des politischen Handelns Beauftragten wird in dieser Definition keine eigene Verantwortung zugebilligt. Demzufolge formuliert die Autorin folgerichtig:

Wer sich an einem Prozess nicht beteiligen möchte, aus welchem Grunde auch immer, sollte dann auch die Konsequenz ziehen und gehen. Auch das ist gängige Praxis. Vor allem aber sollten weder Poker aus Eigeninteresse noch persönliche Befindlichkeiten ein ganzes Haus in Mitleidenschaft ziehen.

Sehen wir mal von den dreisten Unterstellungen im zweiten Satz ab („Poker aus Eigeninteresse“, „persönliche Befindlichkeiten“), so wird im ersten Satz gefordert, wer in einer Leitungsfunktion nicht bereit ist, eine Vorgabe ohne wenn und aber umzusetzen, der hat zu gehen. „Auch das ist gängige Praxis“.

Angesichts des 25jährigen DDR-Deligitimierungsbemühens erlaube ich mir ganz bescheiden festzustellen, dass mir eine so ultimative Forderung auf Verzicht eigenen Einbringens vor dem Jahr 1990 noch nicht vorgekommen ist. Einem solchen Ansinnen würden auch nur erbärmliche Feiglinge folgen – Sewan Latchinian ist gottseidank das Gegenteil davon.

4. Nun doch Verantwortung?

Beim Weiterschreiben bemerkte die Autorin, dass man mit dem Zuspielen von Verantwortung eine Menge Vorwürfe erheben kann. Auf geht’s:

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass es Anfang März weder einen fertigen Spielplan für den Sommer 2016 (!) noch für die Spielzeit 2016/17 gab?

Die Antwort ist ganz einfach, wenngleich nicht im Sinn der Autorin dieser Vorwürfe:

  1. Der Aufsichtsrat mit seinem Beschluss, das 4-Sparten-Volkstheater in ein „Opernhaus“ umzuwandeln (wenngleich der Aufsichtsrat es später so nicht formuliert haben will, aber dies halbherzige Dementi ist leider nur mündlich überliefert),
  2. der Oberbürgermeister mit seinem Gesellschafterbeschluss vom 16.02.2016, in dem er dem Intendaten auftrug, kurzfristigst ein Konzept zum Umbau des VTR in ein Opernhaus zu erarbeiten und vorzulegen. Natürlich blieb unter dieser Auflage jede Arbeit am Spielplan erst einmal liegen.

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass ein Spielplan auf fast eine einzige Person zugeschnitten ist und bei deren Fehlen alles lahm liegt und Ersatz kaum stattfindet?

Aha. Der Spielplan fehlt zwar, ist aber zugleich „auf fast eine einzige Person zugeschnitten“. Diese Ecke des Scheiterhaufens erscheint mir doch etwas zu wackelig und sollte neu gestapelt werden.

Weiter:

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Mitarbeiter, Abteilungsleiter/Spartenleiter sich noch so schöne Dinge ausdenken können, sie aber immer der Zustimmung eines Einzelnen bedürfen, der ausschließlich seine eigenen Vorstellungen durchsetzt?

So ist das nun einmal: „Intendanten (von französisch intendant ‚Aufseher‘, ‚Verwalter‘) sind gesamtverantwortliche Geschäftsführer und künstlerische Leiter … eines Theaters, eines Opernhauses, (gefunden bei https://de.wikipedia.org/wiki/Intendant).

Ohne Zustimmung dieses „Einzelnen“ geht es schwerlich, nicht in Rostock und nicht andernorts. Nicht im Theater und nicht in einem beliebigen anderen Betrieb.

In diesem Zusammenhang auch von Interesse: „Die weit reichenden Befugnisse … bieten dem Intendanten die Möglichkeit, ein künstlerisches Konzept zu verwirklichen, ohne darin von Dritten behindert zu werden… Als Intendant sollte man klare Vorstellungen darüber haben, welches künstlerische Profil man an einem Theater schaffen kann und möchte und mit welchen Stücken und Personen dieses Ziel realistisch zu erreichen ist.“ (gefunden auf; http://www.buehnenverein.de/de/jobs-und-ausbildung/berufe-am-theater-einzelne.html?view=19)

Aber dass dieser Einzelne darüber hinaus hierorts „ausschließlich seine eigenen Vorstellungen durchsetzt“, gehört wohl wieder in den Bereich übler Nachrede. Wer mag denn glauben, dass unser Intendant den Tänzern die Choreographie vorgibt, den Sängern vorschreibt, wie sie ein Lied zu interpretieren und vorzutragen haben, den Dirigenten zur Seite schiebt und selbst dirigiert?

Weiter:

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Mitarbeiter/innen Angst haben, offen ihre Meinung zu sagen, weil sie befürchten müssen, entlassen zu werden. (Sie haben die Erfahrung aus dem letzten Jahr, wo interne Kritiker Nichtverlängerungen erhielten, selbstverständlich als rein künstlerische Entscheidung.)

Diese Frage ist besonders einfach zu beantworten, aber zuvor eine Bemerkung: Als Sewan Latchinian als Intendant in Rostock anfing und es dabei zu deutlichem Personalwechsel kam, erklärte man uns Außenstehenden, das sei allenthalben eine gängige Praxis und in keiner Weise kritikwürdig. Nichtverlängerungen seien normal im Leben von Schauspielern, Tänzern, Sängern, Musikern… Die Autorin des hier kommentierten Textes vertrat diese Auffassung ebenfalls und vehement. Warum jetzt diese Kehrwende?

Zurück zur Frage: „Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Mitarbeiter/innen Angst haben, offen ihre Meinung zu sagen…“? Die Antwort fällt leicht: Die Ängstlichen selbst. Es ist eine uralte Erfahrung: Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt. Als einer, der stets aufmüpfig und eigensinnig gelebt hat, weiß ich, wie viel Beulen und Schlimmeres man sich zumeist einhandelt. Muss man nicht haben, aber dann bitte klagt nicht darüber, keine Meinung äußern zu wollen!

Es ist doch bezeichnend: Von der letzten Mitarbeiterversammlung, an der der Intendant teilnahm, berichten Insider, dass in bezug auf seinen Leitungsstil großes Schweigen herrschte. Erst auf der darauffolgenden Versammlung, an der er krankheitsbedingt nicht mehr teilnehmen konnte, begann das große Klagen. Richtig, so sind die Philister. Vor der Wende waren sie fast alle in der SED, aus naheliegenden Gründen. Danach konnten sie sich nicht schnell genug distanzieren, die Cleversten mutierten zu Bürgerbewegten. So sind sie, die meisten Mitmenschen, und so werden sie wohl auch bleiben. Aber wenn sie uns auf der Bühne das Gute, Wahre und Richtige vorspielen wollen, dann wird es kaum hinreichend überzeugend über die Rampe kommen. Kunst kommt eben nicht nur von Können, sondern auch vom Charakter. Das macht ja Kunstschaffende aus – dass sie ihre Auffassungen, Sichtweisen, Überzeugungen im Alltag und in der Öffentlichkeit (hier: auf der Bühne) leben, dass sie glaubhaft sind!

Weiter:

Weshalb nur hoffen so viele Mitarbeiter/innen, dass der künstlerische Geschäftsführer nicht wiederkommen möge?

Gegenfrage: Wie viele mögen es denn sein, wie zuverlässig ist die Aussage, warum bleibt sie so vage? Außer, es handelt sich lediglich um eine Wiederholung der bereits beschriebenen Angst, eigene Meinung erkennen zu lassen.

Epilog

Trägt für all‘ dies die Politik die Verantwortung? NEIN.

Politik trägt jedoch mit die Verantwortung dafür, diesen lähmenden Zustand nicht schon längst beendet zu haben, zum einen mit der Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse, zum anderen mit klaren Entscheidungen.
Durch Nichthandeln befinden wir uns inzwischen auf einem Feld der Eitelkeiten, persönlichen Interessen und Intrigen, des vermeintlichen und tatsächlichen Wahlkampfes, persönlicher Entscheidungs- und Leitungsunfähigkeit und dergleichen.
Momentan werden das VTR und seine Mitarbeiter ganz gezielt den Spielchen Einzelner geopfert. Das ist in meinen Augen verantwortungslos.

Wer für den Erhalt des VTR kämpft, der löst umgehend die Personalfrage und beginnt endlich mit der inhaltlichen Debatte, der sich hier die meisten verschließen.

Muss man nicht kommentieren. Lähmender Zustand, Nichthandeln, Feld der Eitelkeiten, persönliche Interessen und Intrigen, persönliche Entscheidungs- und Leitungsunfähigkeit, Spielchen Einzelner, verantwortungslos – fehlt noch was?

Kommentare

Aus den vielen Facebookkommentaren seien hier nur zwei, noch dazu gekürzt, herausgepickt. Wer sich mehr antun möchte, dem steht es jederzeit frei. Die FB-Seite „Initiative Volkstheater“ ist ja öffentlich.

Ein Straßenbauingenieur, Mitglied der Rostocker Bürgerschaft, schrieb:

Wärest Du in meinem Beruf tätig, wären deine Straßen vielleicht schwarz, doch fahren könnte man darauf nicht… reicht es Dir, Dich zu verhalten, wie Roland Methling? Du versteckst Dich in einer existentiellen und sehr politischen Debatte über die Theater in MV hinter einer Personalie, welche Dir schon immer mißfiel…

Eine andere Mitstreiterin für das rostocker Volkstheater fragte kurz und bündig:

Ist der Beitrag ein Aufruf zum Putsch? An wen richtet er sich?

Abschließend noch eine persönliche Anmerkung: Rumpelstilzchen ist kein Fan von Sewan Latchinian. In einigen entscheidenden Punkten würde sich Rumpel einiges ganz anders wünschen. Aber das tut hier nichts zur Sache. Latchinian kämpft unbeirrt für ein Vierspartentheater und gibt selbst unter widrigsten Umständen nicht klein bei. Das verdient Respekt. Er bringt sich bis zur Erschöpfung ein (und darüber hinaus, wie wir aktuell wissen). Das ist nicht unbedingt klug, aber beeindruckt mich.

Vor allem aber: Sewan Latchinian ist ein Mensch, der wie jeder andere Fairnis verdient hat. Angriffe, wie sie hier von einem Bürgerschafts- und VTR-Aufsichtsratmitglied praktiziert werden, wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind – und den kann ich wirklich nicht leiden!


 

1Wikipedia merkt noch an: „Zählt zum Kompetenzbereich des Intendanten neben dem Musiktheater auch Schauspiel und Ballett (Dreispartenhaus), so erhält er den Titel Generalintendant.“

Fremdschämen

Der Intendant hat nach Abgabe seines Konzeptes entsprechend dem Gesellschafterbeschluss des OB der Ostsee-Zeitung ein Interview gegeben.

Das löste bei einem Bürgerschaftsmitglied, das auch Mitglied im Aufsichtsrat der Volkstheater-GmbH ist, eine Reaktion aus, den ich nur als Wutausbruch bezeichnen kann:

Sybille Bachmann, 25. Februar um 14:15 auf der Facebook-Seite „Initiative Volkstheater“:

Harakiri des Intendanten. Die Betroffenen: Er selbst, das VTR, die Mitarbeiter. Das ist verantwortungslos. Wer Chancen so in den Sand setzt, verspielt sich selbst die Zukunft.
Nun ist es Aufgabe des Aufsichtsrates sofort gegenzusteuern. In Voraussicht dieser sich längst abzeichnenden Entwicklung hatte ich eine Sondersitzung des AR beantragt, die heute stattfindet. Der Crash, auf den Sewan leider gezielt hingearbeitet hat, ist jetzt da. Es war bis zum Schluss absolut vermeidbar, genau das aber wollte er nicht.
Meine Enttäuschung ist tief, denn wer an das VTR und seine Mitarbeiter glaubt, darf sich nicht so destruktiv verhalten.

Noch detaillierter und offensiver ist es hier nachlesbar (wirr, kein Konzept, sondern Farce, verantwortungslos, öffentliche Schädigung des VTR, Blockade der Spielplanplanungen, unglaubwürdig usw.).

Die Reaktionen auf der Facebookseite „Initiative Volkstheater“ fielen entsprechend kritisch aus. Weil nicht jeder Zugang zu Facebook will (immerhin muss man Facebook dazu sein Email-Passwort übermitteln, Facebook kann also bei Interesse seinerseits den ganzen Emailverkehr mitlesen und sogar unter dem Namen des Zugangsberechtigten Mails versenden!), folgt nachstehend eine Dokumentation der Diskussion – ganz ohne Eingriff in die Privatsphäre der Lesenden:

Helge Bothur:

Ach Sybille…
Was ist hier destruktiv?
Mit dem Finger auf die Bombe zeigen?
Deine Bewertung lässt vermuten, dass Du es besser weißt.
Woher?
Weißt Du mehr?
Gab es einen Lehrgang?
Lad‘ uns in den Hörsaal ein … zum Zuhören.

Sybille Bachmann: Destruktiv ist es, ganz bewusst etwas aufzuschreiben, das gezielt in die Katastrophe führen würde, obwohl genau das gar nicht beschlossen oder gar gefordert war. Die Reaktionen im Haus waren entsprechend.

Helge Bothur: Er stellt sich doch nicht quer?
Wenn du deiner Werkstatt sagst, hier habt ihr 200 euro, einmal bremsen neu,…, die sagen dann, iss nicht, kostet 400… Sagst Du dann auch, dass die sich quer stellen?
Er ist unser vertraglich gebundener Fachmann, neben ihm Rosi… Fazit: Unsere Idee geht nicht. Was daran ist schlimm? Ist doch einfach… Die Idee funktioniert nicht.
Es sei, der Inhalt ist einem scheißegal.

Sybille Bachmann: Wem das VTR am Herzen liegt, nicht nur verbal, der setzt Ideen um, die das Haus strukturell absichern. Das hat der Aufsichtsrat heute einstimmig getan.

Helge Bothur: Was zu beweisen sein wird.
Im Übrigen ist hier kaum jemand in der Lage, zu leisten, was über Worte hinausgeht. Selbst im Aufsichtsrat seid ihr auf die GF angewiesen. Du solltest nur fordern, was Du selbst zu leisten vermagst. Ich bin Bauingenieur. Und Du?
Fast könnte man meinen, Du bist ein wenig selbstgefällig.
Sollte das so sein?

Kai Mueller: „Absolut niemand hat ein reines Opernhaus beschlossen, absolut niemand hat einen Verzicht auf Schauspiel und Tanz beschlossen…“
Doch genau das hat der OB (Stichwort eigenes Ensemble bei Musiktheater und Orchester) beschlossen! Dass Schauspiel und Tanz sichergestellt werden sollen, heißt doch nichts anderes als dass es ab und zu mal Gastspiele geben soll.

Sybille Bachmann: Der Gesellschafterbeschluss sagt anderes und wurde meinerseits im Detail dargelegt. Ab und an Gastspiel? Das Gegenteil wurde heute beschlossen.

Frau Dr. Bachmann, was sollen diese Nebelbomben? Der Gesellschafterbeschluss sagt eindeutig etwas anderes! Für alle, die nicht glauben wollen, dass Frau Dr. Bachmann die Streiter für ein Vierspartentheater so verunsichern versucht: Einfach mal den Gesellschafterbeschluss nachlesen, in aller Ruhe und gründlich!

Kai Mueller: Wie soll denn Schauspiel und Tanz ohne ein eigenes Ensemble gewährleistet werden? Sollen die Schauspieler und Tänzer sich freiberuflich betätigen und hoffen, dass sie mit genügend Aufträgen vom VTR versorgt werden und das Jahr für Jahr? Wer läßt sich darauf ein?

Hier auch nochmal der Verweis auf ihr eigenes Papier vom 16. Februar mit dem Titel „Inhalte Gesellschafterbeschluss“. Dort schreiben Sie unter dem Punkt Festlegung der Struktur:
„Geschäftsführung wird beauftragt, Modellvariante Opernhaus (eigenes Ensemble bei Musiktheater und Orchester) weiter zu entwickeln und gemäß Zielvereinbarung umzusetzen…“

Sybille Bachmann: Bitte nicht unvollständig zitieren! Unter Absicherung von Schauspiel und Tanz stand da noch als Arbeitsauftrag. Wie der Auftrag erfüllt wurde, ist dem noch zu veröffentlichenden Konzept zu entnehmen, was nicht vor Bekanntgabe bei den Mitarbeitern erfolgen sollte.

Sybille Bachmann: Hannes Meumann, Ich kenne solche Vorschläge vom Sewan nicht, da muss ich geschlafen haben. Mein Antrag vom 25.02.15 (ein Jahr her) lautete übrigens auch anders als hier dargelegt. Die Einbindung der Freien Szene war da nur ein Bestandteil.

Sophie Dagadou: es ist nur das, was viele denken, dass ein Opernhaus ein totgeborenes Kind ist.

Sybille Bachmann: Hat ja auch niemand beschlossen.

Einspruch, Frau Dr. Bachmann! Im Gesellschafterbeschluss steht zum einen, dass der Aufsichtsrat (!) dem Gesellschafter – also dem OB – empfohlen hat, die Variante „Opernhaus“ weiter zu untersetzen (der Gesellschafter merkt an: „bei Absicherung von Schauspiel- und Tanztheater“) und die Variante „Schauspielhaus“ nicht weiter zu verfolgen.

Zum zweiten beauftragte die Gesellschafterversammlung die Geschäftsführung, „die Modellvariante Opernhaus (eigenes Ensemble bei Musiktheater und Orchester) weiter zu entwickeln und gemäß Zielvereinbarung umzusetzen“.

Zum dritten ist der diesem Auftrag nachfolgende Satz eindeutig nicht Bestandteil des Auftrages: „Es wird sichergestellt, dass auch zukünftig Schauspiel und Tanztheater in der Hansestadt Rostock angeboten werden“. Ware dies Bestandteil des Auftrages an die Geschäftsleitung, müsste die Formulierung zwingend lauten, „es ist weiterhin sicherzustellen, dass…“.

Helmut Hochmuth: Jetzt wird das Durcheinander komplett – wer versteht eigentlich noch dieses Gezerre um VTR und SL? Ich nicht! Im Übrigen halte ich die Auffassungen des (noch) Intendanten für durchaus nachvollziehbar, vor allem seine Frage, weshalb man ihn nach Rostock geholt hat. So geht man einfach nicht mit Geschäftspartnern um!

Sophie Dagadou: So geht man nicht mit Menschen um

Sybille Bachmann: Die mögliche Veränderung bis hin zur Spartenschließung war Thema im Bewerbungsgespräch mit sehr unterschiedlichen Antworten beider Kandidaten.

Da wundert sich Rumpel schon wieder. Was ist das für eine nebulöse Anmerkung von Frau Dr. Bachmann, zumal sie im Kontext dieser Diskussion überhaupt nichts zu suchen hat? Außer man will auf Kraft dem Intendaten noch was Ungutes nachsagen…

Helge Bothur: Ich glaube, hier geht es zuletzt um ein Wettrennen, wer das Spiel des OB möglichst nicht als Letzter verliert.
Hier geht es nur noch darum, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Das ist im Leben unterdurchschnittlich und führt niemals dazu, in Rostock Theater zu machen. Abgesehen vom Wettbewerb der Nichtkünstler.
Offenbar existiert nun auch ein Konzept von Kollegen Rosinski… Ich hörte Worte, wie genial und klug. Ob Rosi noch meint, was Theater eigentlich ist, erfährt heute zuerst der Aufsichtsrat. Ob dort auch die Bürgerbeteiligung eine Rolle spielen wird?
Nun, wenn das StRosinski Konzept heute die Augen leuchten lässt, wird er wohl auch nicht nach Halle gehen. Ich hörte aus Halle, dass das möglich sei. Gerüchte?
Keine Ahnung, wird ja so viel geredet.
Ohne Bürgerbeteiligung wird es nicht gehen, da dürfen wir gespannt sein.
Auf jeden Fall wird uns, was vom Theater übrig bleibt, als Erfolg verkauft werden. Als maximal Machbares.
Wisse, jede und jeder, die das sagen wollen, dass dies auch ein für DummVerkaufen vieler Menschen wäre.
Vorsicht ist geboten, Demokraten und Demokratinnen.
Zum Schluß obsiegt möglicherweise das Banausige.
Wer wird sich dort einordnen?
Auch Linke, Rostocker Bund, Grüne…
Das waren die letzten und konsequenten Verfechter eines Theaters, welches dieser, unserer Stadt würdig ist.
Ich bin selbst Linker und weiß nicht, was die nächsten Stunden ergeben werden. Wer fällt um?
Warten wir es ab.

Sybille Bachmann: Meckern allein reicht nicht, wenn man Strukturen erhalten will. Der Aufsichtsrat hat heute jedenfalls einstimmig beschlossen. Und niemand hat dabei seinen Kampf für das VTR aufgegeben, im Gegenteil.

Helge Bothur: Hier meckert niemand. Wir sind unzufrieden mit deiner, mit eurer Leistung. Ihr beschert uns weniger Theater. Die Politik hat versagt. Der Oberbürgermeister hat versagt. Der Minister hat versagt. Und ihr habt nicht die Kraft, dem etwas entgegen zu setzen. Möglicher Schaden für das Unternehmen Theater ist nicht ausgeschlossen. Den zu verhindern ist Job eines Aufsichtsrates. Euer Erfolg oder Versagen wird sich erst erweisen. Also Vorsicht mit dem Selbstlob und der Rasur der Menschen dieser Stadt!

Hannes Meumann: Frau Dr. Bachmann, wäre es kein Harakiri und kein Verrat an den künstlerischen und technischen Ensemblemitgliedern und an seinem Publikum und dem Publikum, dass eher demOB und dessen Gefolge applaudiert, wenn er sagen würde Opernhaus und Theater und Ballett sind weiter wie gewohnt zu haben, Theater und Tanz sogar für lau??? Hauptsache, er widerspricht nicht dem Ob und Ihnen????

Thomas Wolff: Frau Bachmann, wer setzt Sie so unter Druck, dass Sie sowas schreiben?

Sybille Bachmann: Niemand. Es sei denn die Unterstützung auch der Mitarbeiter, die ich heute erfahren durfte. Es geht schließlich um das VTR und nicht Einzelinteressen.

Rhine Schreier: Am 1. 02. ist das VTR ein Opernhaus geworden. Sicher hat es Sewan an diesem Tag erfahren. Hatte er auch Urlaub? Egal, nun sollte er ein Konzept schreiben. In 19 Tagen eine Verwandlung gestalten und mit Zahlen belegen. Er hat den Versuch gewagt realistisch zu sein und Herr Rosinski hat das Schriftstück mit getragen und untermauert. Alle wissen Musiktheater ist teuer, alle wissen Opernhaus in Rostock funktioniert nicht allein, alle wissen das ohne Schauspiel und Tanz hier ein Kulturabbau betrieben wird, ich finde es nur ehrlich von Sewan öffentlich die Wahrheit den Bürgern zu sagen, die durch die Zeitung ansonsten nur mit Halbwahrheiten und Halbinfos dumm gehalten wurden – nun ist es öffentlich und der Bürger darf nun am Samstag lautstark dagegen tanzen, gegen die Nichtdemokratie für ein Theater😀

Sybille Bachmann: Am 29.01.16 ist das VTR kein Opernhaus geworden, jedenfalls nicht, wenn man den Beschluss liest. Man kann das natürlich auch herbeireden, wie es hier auf der Seite gerade geschieht. Herr Rosinski hat das „Konzept“ vom Sewan nicht untermauert, sondern eine vom Sewan abgeforderte Berechnung zu seinen Plänen gemacht. Das Konzept vom Sewan war leider völlig unrealistisch, das haben Nachfragen heute mehrfach gezeigt. Was veröffentlicht wurde sind Halbinfos und Halbwahrheiten, also genau das, was hier kritisiert wird.

Hannes Meumann: Frau Dr. Bachmann, wählen Sie diese SL diffamierenden Worte, weil Sie mit Ihrem Kniefall Ende Januar und dem Beschwören des „bestmöglichen Ergebnisses“ (der Schließung von 2 Sparten ohne Kompensation und der Zahlung der noch ausstehenden, aber bereits zugesagten Fördermittel – im Gegensatz dazu bekommt das Schweriner Theater nachträgliche Zuschüsse ohne Gegenleistung, sie seien ihm und den Schweriner Theaterbesuchern gegönnt, denn Kultur ist erstmal ein „Zuschussgeschäft“, das sich materiell und ideell erst später rechnet) gegenüber dem Rostocker Theaterbesuchern und dem VTR Harakiri begangen haben?

Sybille Bachmann: Ein Kniefall ist mir nicht bekannt, Sie können meine Texte alle auf meiner Internetseite lesen. Eine Schließung von zwei Sparten wurde auch nicht beschlossen, Sie sollten das schon alles korrekt lesen. Dass ich gegen die Ungleichbehandlung des VTR gegenüber dem Schweriner Theater eintrete, ist auch kein Geheimnis.

Kai Mueller: In Ihrem Papier vom 16. Februar mit dem Titel „Inhalte Gesellschafterbeschluss“ schreiben Sie unter dem Punkt Festlegung der Struktur:
„Geschäftsführung wird beauftragt, Modellvariante Opernhaus (eigenes Ensemble bei Musiktheater und Orchester) weiter zu entwickeln und gemäß Zielvereinbarung umzusetzen…“
Wenn ich nur noch zwei Sparten mit einem eigenen Ensemble habe von ehemals vier, bedeutet das doch wohl dass zwei Sparten geschlossen werden. Also warum streiten Sie das ab?

Christine Borgwald: Liebe Sybille, wann hast du aufgehört, für ein 4-Sparten-Haus zu kämpfen? Ich denke, der Intendant glaubt an das Volkstheater. Sonst würde er sich wohl kaum so engagiert dafür einsetzen. Oder glaubst du tatsächlich, es wäre noch unser Volktheater, wenn…

Sybille Bachmann: Mit ist nicht bekannt, dass ich aufgehört hätte für ein Vier-Sparten-Theater zu kämpfen. Auch der Rest ist Spekulation, die der Realität nicht entspricht. Wer an das VTR glaubt, legt Konzepte vor, die seine Existenz sichern, der befindet sich nicht seit Wochen auf einem Abfahrtsbahnsteig. Nochmals: Ein reines Opernhaus (Sewans Konzept) hat niemand beschlossen.

Manuela La: Bitte Frau Bachmann, dann Transparenz, Sewan befindet sich nicht auf dem Abfahrtsbahnsteig!!! Wie er hat keiner für das VTR gekämpft, ausgehalten und wieder gekämpft. Die Intrigen der Politik haben dem Ensemble des VTR seit fast zwei Jahren nicht die Möglichkeit gelassen, in Ruhe, mit Unterstützung und motiviert künstlerisch zu arbeiten. Was gelaufen ist, war und ist noch immer Mobbing in Reinkultur. Theater muss mit Theatermachern konzipiert und durchgeführt werden.

Hannes Meumann: Sehr geehrte Frau Dr. Bachmann, eigentlich wollte ich Ihnen den von Ihnen so eindringlich geforderten Dank dafür entbieten, dass Sie mir die Augen über den hiesigen Politilkstil geöffnet, mich zum Lesen aufgefordert haben, und dabei wie alle anderen, diejenigen als dumm und zu blöd hinstellen, die Ihre Meinung zu einem Problem, hochverehrte Frau Dr. Bachmann, kritisch hinterfragen um sie dann, wenn sich die Ziele als identisch herausstellen, vielleicht auch zu vertreten. Aber mein Dank gilt heute, wie so oft in den vergangenen Jahren der Tanzcompagnie, denn heute Abend sah ich Sie, Frau Dr. Bachmann, als Rotbart über die Bühne wirbeln, und mit mehr oder weniger Glück „ihre Jünger“ bei der Stange zu halten sowie die unbotmäßigen zu strafen. Es geht Ihnen nicht um Kultur in dieser Stadt, in diesem Land, denn dann würden Sie dem Schweriner Theater die Förderung und die auf Wunsch der dortigen OB erfolgenden ausserplanmäßigen Zuschüsse gönnen, die Herr Brodkorb diesem Theater und damit den Schweriner Theaterbesuchern zukommen läßt, zumal nach Ihren Postings die prallen EU-Fördertöpfe nur darauf warten, für die Rostocker Kultur sprudeln zu können (warum gelingen eigentlich dem Theaterliebhaber und -Förderer, Herrn OB Methling, solche Wünsche nicht?), sondern Sie würden sich energisch gegen die hier praktizierte Kulturpolitik wenden, die Förderung mit Strangulierung verwechselt, die Kultur und Künstler „vorhält“, statt Kultur und Bildung den Menschen in der Stadt und im Umland anzubieten und Künstlern ihre Arbeit zu ermöglichen. Stattdessen geht es Ihnen, hochverehrte Frau Dr. Bachmann, einzig und allein um Ihr gewünschtes Bild in der Öffentlichkeit, so wie es Herrn Methling um das seine und Herrn Sens und Herrn Brodkorb um das ihre geht, und für diese traurige aber wahre Erkenntnis dieses Disputes, dass Frauen nicht unbedingt empathischer und selbstloser als Männer sind, sondern der Spruch „da werden Weiber zu Hyänen“ (den meine Mutter oft im Munde führte, wenn sie Ungerechtigkeiten empfand und erkannte) nun doch auch Ihnen DANKE.

Rhine Schreier: Das ist die beste Antwort auf all die mühevollen Erklärungen, Verschleierungen,Rechtfertigungen des politischen Geschwafels. Mich enttäuscht zutiefst, dass die Politik sich in ihren „Hinterzimmern“ kluge Pläne schmiedet- vielleicht so was wie: Sewan muss weg, Schwerin sagen wir ein Opernhaus entsteht und im Konzept schreiben wir 4 Schauspieler und 4 Tänzer lassen wir uns, dann holen wir hintenrum die Leute wieder rein und erhalten so ein VTR. Das sagen wir aber nur Eingeweihten, nicht allen. … -so läuft es doch oder? Dann sagt es doch so öffentlich und dann weiß auch jeder wie er zum Erhalt des VTR beitragen kann.

Diese Art von Politik hat nichts mit Demokratie zu tun und wenn alles so ist wie es ist und es keine „Hinterzimmer“ gibt, dann hört doch bitte auf zu es schön zu reden. 4 Schauspieler und 4Tänzer sind kein VTR, dann ist es ein Opernhaus mit Minianhang und ein Opernkonzept muss her, welches auch ehrlich Oper rechnet und nicht nur halbe Planung macht. So zermürbt man Leute und ehrlich, ich möchte einfach nur in ein Theater gehen und Freude haben. Einfach nur, dass meine Schüler kritische Stücke sehen, einfach nur in dieses VTR gehen, mich wohl fühlen und genießen, was mir angeboten wird und nicht ständig das Gefühl haben, dass es auch im Theater selbst schon diese eingeweihten Grüppchen gibt und ich mich Anfänge unwohl zu fühlen, weil man sich schon gar nicht mehr offen gegenüber treten kann.

Thomas Weiss: Sybille, ich bin da etwas anderer Ansicht!

Uwe Flachsmeyer: Die positiven Kommentare sind ja durchaus schön, zeigen aber leider, dass das Konzept nicht gelesen wurde.
Es ist korrekt, dass dargelegt wird, dass Schauspiel und Tanz angeboten werden. Aber im Ergebnis ist es nichts anderes als ein 2 Spartentheater mit einer Fremdbespielung in den anderen beiden Sparten. Es haben sich zum damaligen 2+2 Beschluss nur Verschiebungen innerhalb der Sparten ergeben. Faktisch ist es das Ende des 4-Sparten-Theaters. Und das will ich nicht.

Sybille Bachmann: Herr Flachsmeyer kommentiert etwas, was niemand in dieser Runde kennen kann, es sei denn ihm wurde das Konzept unerlaubt aus dem Aufsichtsrat zugespielt. Er gibt eine Meinungsrichtung vor, zu der sich niemand eine Meinung bilden kann. Es sollte doch wohl zum guten Ton gehören, dass zuerst die Mitarbeiter des VTR das Konzept erläutert bekommen und dieses dann veröffentlicht wird, bevor es ohne Kenntnis aller Adressaten in eine ganz bestimmte Richtung diskutiert oder gar diskreditiert wird.

Rumpel wundert sich schon wieder: Da der Herr Flachsmeyer Mitglied des VTR-Aufsichtsrates ist, steht ihm die Kenntnis des Geheim-Konzeptes doch zu. Aber offenbar ist es ihm vorenthalten worden. Alles sehr merkwürdig.

Uwe Flachsmeyer: ich kommentiere etwas, wie jede/r andere auch die/der es hat
bisher ist keins der Papiere öffentlich und dennoch werden sie alle überall kommentiert und Meinungen gemacht
und ich kommentiere es eben auch so, dass der falsche Eindruck, der hier erweckt wird, dass die Sparten Schauspiel und Tanz erhalten bleiben, klar gestellt wird, denn es ist eben kein Konzept ohne Spartenabbau wie die Überschrift suggeriert
übrigens das endgültige Konzept geht heute die große Runde durch Presse und sonst wo und ich bin nicht der Verteiler.

Martin Stefke: Augenwischerei. Das ist Rostock: kaputt reden und kaputt sparen – und es dann nicht gewesen sein wollen.Abwicklung der kompletten Schauspielsparte (bis Sommer 2017) und der Tanzsparte (bis Sommer 2019), also Entlassung der Schauspielerinnen, Schauspieler, Tänzerinnen und Tänzer) kann kein Erfolg sein.

Uwe Flachsmeyer: das ist leider korrekt

Barbara Maria Drischler: Das Schauspiel soll doch „nur“ verkleinert werden.

Manuela La: Grüne lehnen Theaterkonzept ohne vollwertiges Schauspiel ab.

Mit Entsetzen nehmen wir zur Kenntnis, dass Schauspiel und Tanz in Rostock geopfert werden sollen.“ , so Uwe Flachsmeyer, Fraktionsvorsitzender der Grünen Fraktion Rostock.
Nach der Empfehlung des Aufsichtsrates des Volkstheaters, ein sogenanntes Opernhausmodell prüfen zu lassen, hat der Oberbürgermeister daraus einen Umsetzungsbeschluss gefasst. „Das widerspricht dem Bürgerschaftsbeschluss zur Zielvereinbarung, in dem vorab eine Bürgerbeteiligung beschlossen wurde und in dem Schauspiel und Orchester erhalten werden sollten. Ohne Diskussion über inhaltliche Auswirkungen werden als Schnellschuss Fakten geschaffen, die Rostock langfristig schaden.“ , so Flachsmeyer weiter.

Sybille Bachmann: Seltsam, seltsam, Schauspiel und Tanz werden also geopfert. Woher stammt die Quelle? Etwa von dem gestern nicht anwesenden Aufsichtsratsmitglied der Grünen???
Welchem Bürgerschaftsbeschluss widerspricht der Gesellschafterbeschluss vom 29.01.16, ein Konzept X durch die Geschäftsführung weiter zu untermauern und ein Umsetzungskonzept dazu zu erarbeiten? In der Zielvereinbarung, welche die Grünen explizit begrüßten, fehlte die Bürgerbeteiligung ganz. Im 2+2-Beschluss vom 25.02.15, der ausschließlich mit Hilfe der Grünen zustande kam und den Beginn des Dilemmas setzte, steht, dass erst das Umsetzungskonzept öffentlich zu debatieren ist, dieses also nicht in seiner Entstehungsphase diskutiert wird. Alle Warnungen blieben damals durch die Grünen ungehört. Es waren gerade die Grünen, welche die komplette Verantwortung auf den OB schoben und ihm freie Hand ließen, die Bürgerschaft sollte stets lediglich informiert werden. Es waren die Grünen, die alle Anträge zur Rückholung der Entscheidung in die Bürgerschaft verhinderten, bis hin zum demonstrativen Auszug aus der Bürgerschaft bei einem entsprechenden Antrag meinerseits. Es waren die Grünen, die am 01.02.16 als Erste darauf drängten am 03.02. keine (!) Sondersitzung der Bürgerschaft durchzuführen. Sie verzichteten damit bewusst auf die Chance den Gesellschafterbeschluss zu ändern.
Sich jetzt hinzustellen und das Gegenteil von all‘ dem zu verbreiten, ist schon mehr als dreist. Heute ist das sog. Hybrid-Modell an den OB gegangen, am Montag werden die Theatermitarbeiter in einer Personalversammlung informiert. Politik sollte sich vor Veröffentlichung des Konzeptes mit Erklärungen zurückhalten. Und eine Veröffentlichung sollte erst dann erfolgen, wenn die Geschäftsführung mit den Mitarbeitern des VTR gesprochen hat.

Hier schreibt Dr. Bachmann von einem „Konzept X“ und später von einem „Hybrid-Modell“, das erst „heute an den OB gegangen“ ist. Liest man den Gesellschafterbeschluss vom 29.1.16, so wird dort auch auf ein Konzept verwiesen (das von der Geschäftsführung detailliert zu untersetzen sei), dieses aber nicht benannt. Wenn das keine ganz gemeine Fallgrube ist, ein ganz gemeines Verwirrspiel, höre ich auf zu rumpeln!

Barbara Maria Drischler: Mann Mann Mann. Freunde. Seien wir doch nicht päpstlicher als der Papst. Die „Grünen“ sind ja nun nicht allein dafür verantwortlich, dass wir in diesem Dilemma stecken. Spd, Cdu und die anderen fehlinformierten, desinteressierten … Bürgerschaftsmitglieder zählen jawohl auch. Ihr alle mit eurem Rechtgehabe. Der Blick zurück hilft ja nun niemandem. Schuldzuweisungen sind völlig „uncool“ und helfen auch so gar nicht. Es wäre total schön, wenn ihr Theater-pros euch mal an einen runden Tisch setzt und überlegt, welchen Weg ihr GEMEINSAM gehen könntet. Wer will was – unbedingt – welchen gemeinsamen Nenner gibt es … Nehmt euch nen Mediator, wenn ihr das nicht alleine hinbekommt. Eigentlich habt ihr nämlich alle ein Ziel: dem Theater helfen. Das ist ein hervorragender Anfang und sicher habt ihr alle irgendwie Recht. Wenn ihr, die ihr das Rosi-Papier kennt, an die Öffentlichkeit tretet und zufrieden verkündet euch für das „bestmögliche“ und „chancenreiche“ Konzept entschieden zu haben, gebt ihr damit ja auch ne Richtung vor. Das mag sogar stimmen, aber jene die eben ALLES wollen – eben das komplette 4-Sparten-Theater, die eben Widerstand leisten wollen, weil die Kulturpolitik von Land und Stadt bescheuert ist, die müssen laut protestieren dürfen – die haben auch Recht!!!! Es ist gut, dass es beide Lager gibt. Jene, die Widerstand leisten UND jene, die versuchen das Bestmögliche aus der scheußlichen Situation herauszuholen. Ich finde auch, dass das Statement der „Grünen“ zu früh kam und ein wenig zu fett aufgetragen ist. Das Konzept zu „feiern“ ohne darauf einzugehen, dass es sich natürlich um einen Verlust aber vielleicht den geringsten Verlust handelt, ist aber auch nicht ganz richtig. Die „Wahrheit“ liegt irgendwo dazwischen.

Sybille Bachmann: Die Grünen haben trotz aller Warnungen am 25.02.15 die Mehrheit besorgt. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Es ist die Verantwortung, die sie zu übernehmen haben, was bis dato nicht geschehen ist. Ebenso tragen sie die Verantwortung dafür, dass sie ein Jahr lang eine Änderung blockiert haben und jetzt nur deshalb protestieren, weil das Schauspiel mit betroffen ist. Ich persönlich halte das für scheinheilig. Viel wichtiger aber: Wer Verantwortung trägt und tatsächlich übernimmt, der muss Alternativen aufzeigen. Da kenne ich bis dato nichts. Der Blick zurück interessiet mich in keiner Weise, ich finde es nur verantwortungslos, jetzt so zu tun, als hätte man mit den Beschlüssen von 2015 nichts zu tun und falsche Hoffnungen zu wecken. Das Ganze bei fehlendem Zukunftskonzept. Und dann genau die zu kritisieren, die dem Beschluss ein Jahr lang die Stirn boten und Alternativen aufzeigten, die jetzt auch noch umgesetzt werden, ruft nur noch Kopfschütteln hervor. Wer das Rettungskonzept weiter zerredet, kann alles gefährden. Darin liegt die aktuelle Verantwortung!

Jan-Ole Ziegeler: . . . kann was „alles“ gefährden? das fragile hokus-pokus-glaskonstrukt, das hier gerade auf den weg gebracht werden soll?! ich halte den ansatz nach wie vor für falsch, ALLES auf das rosinski-konzept zu setzen und zu hoffen, dass die widersacher die zu schlagenden häkchen verschlafen . . . und ich hoffe, ich war jetzt deutlich genug. wir müssen an die wurzeln und nicht aus dem irrsinn etwas noch irrsinnigeres zaubern wollen.

Jan-Ole Ziegeler: . . . die grünen(!) sind seit zwei wochen eine komplett neue kraft in der politik der hansestadt rostock . . . das klingt ketzerisch, vielleicht beleidigend für manche, ABER: es ist die wahrheit. darüber freue ich mich enorm – und vielleicht verstehen es auch andere so, dass man nun NEU miteinander sprechen muss.

Jan-Ole Ziegeler:  … immer, wenn man von einem mindestens normal intelligenten menschen auf eine mehrfach direkt gestellte frage keine fragebezogene antwort bekommt, darf man sich 101% sicher sein – und muss sich dessen auch bewusst sein . . . dass etwas im busch ist …

Hannes Meumann: es kann aber auch sein, dass dieser Typ oder diese Typin – wir wollen mal Geschlechtergerechtigkeit üben, wo sie geboten ist – den anderen oder die andere schlicht für zu doof hält, ihren/seinen Ausführungen in tiefster Dankbarkeit und Ergriffenheit – die selbstverständlich die Grundvoraussetzung für einen monologischen Dialog ist – ergebenst lauschen zu können, gelle.

Sybille Bachmann: Seltsam und spannend, wie hier diskutiert wird. Bitte beachten: Sich als Ablassventil eine Person auszusuchen, die seit 10 Jahren für den vehementen Erhalt des Hauses streitet, oftmals ganz alleine, mit einigem Erfolg, das zeugt nicht von großer Klugheit. Geschenkt.
Falsches verbreiten, wie z.B. reines Opernhaus oder, dass Sewan nicht weg möchte (seit Wochen ist das anders), ist auch nicht besonders klug.
Bestehende Erfolge und Chancen kleinzureden hilft dem Haus ebenfalls nicht, ebenso wenig wie ein Debatte über Unfertiges.
Morgen wird es eine Endfassung des gestern vom Aufsichtsrat einstimmig (!!!) beschlossenen Konzeptes geben, am Montag eine Mitarbeiterversammlung. Danach sollte dann diskutiert werden. Alles andere wäre anmaßend.

Helge Bothur:

Liebe Sybille, einmal mehr.
Dein Engagement und deine Kraft stellt niemand in Frage.
Ich stelle die Zielvereinbarung in Frage.
Sie ist der Beweis politischen Versagens.
Diese Zielvereinbarung schadet kommunalen Unternehmen.
Daher ist sie zu kündigen.
Es sei, man kann damit leben.
Kannst Du?
Übrigens… Hybrid ist doch cool.
Mit Orchester, vielen Schauspielenden, Tanzenden und Chor. Ohne Bedrohung, ohne Tag der Entlassung.
Wird das das Modell am Montag sein, d’accord.
Ansonsten: Ziel verfehlt.
Oder Du erklärst öffentlich die Strategien, die Dich treiben.
Mach‘ ma!

Sybille Bachmann: Erstens: Für die Änderung der Zielvereinbarung, gegen die ich vehement gekämpft habe, gibt es weder eine Mehrheit noch einen Hauch der Umsetzung. Wer anderes propagiert, weckt Hoffnungen, die bereits jetzt zu Ent-Täuschungen werden.

Helge Bothur: Mit den Minderheiten wäre ich mir nicht sicher. Drei mehr, als wir zusammen…
Propagiert wird hier nix. Hoffnungen nicht geweckt. Die Ent-Täuschungen kommen aus Schwerin, von Roland Methling und den Vasallen, die dazugehören.

Sybille Bachmann: Schlau, schlau, woher nur weißt Du das mit den Mehrheiten? Vor allem, was sollten diese denn ganz konkret beschließen???

Hannes Meumann: Helge Bothur und von denen, die auf einmal klein beigeben, weil das maximal Mögliche erreicht sei, von dem sie und nur sie wissen, wie es erreicht werden kann, und deshalb Dankbarkeit bis in alle Ewigkeit einfordern.

Helge Bothur: Liebe Sybille. Klar, ist das schlau. Mehrheiten? Ich weiß es nicht ( sh. oben ). Ich halte es für möglich; sind ja genug Leute da… Es könnte sein, dass eine Mehrheit Kultur und Bildung heute eine höhere Bedeutung beimisst.
Beschließen könnten wir die sofortige Kündigung der Zielvereinbarung.
…mit allen Konsequenzen.
Darüber wäre zu sprechen.
Und bitte Sybille, kein Vortrag über die Konsequenzen.
Die Menschen hier sind nicht doof und können lesen.

Ecki Hansekogge: Hannes, wir dürfen uns hier nicht auseinander dividieren und kirre machen lassen. Viel wichtiger fände ich mit einander zu reden ohne das eine /einer die Weisheit gepachtet hat .

Sybille Bachmann: Zweitens: Lösungen und Strategien stehen im Papier, das ich mir nicht anmaße vor Bekanntgabe im VTR öffentlich zu machen.

Hannes Meumann: Toll diese GEHEIMDIPLOMATIE auf allen Ebenen, das Volk, das beteiligt werden soll, wird weiter für dumm verkauft und unwissend gehalten.

Sybille Bachmann: Wer wissen will, wo das wahre Problem liegt, der lese heute die NNN.
In Schwerin feiert man, dass der Minister dem Staatstheater bis 2020 Liquiditätshilfen zusichert, das heißt erneute Zuschüsse. Des Weiteren wird gefeiert, dass man Parchim und demnächst Wismar im Boot habe, also genau die Kooperationspartner, die zuvor mit Rostock gearbeitet haben, dann aber durch den Minister gedrängt und gelockt wurden, dies aufzugeben.
Des Weiteren liest man Unfug zum Rostocker Konzept, wobei vor Ort niemand befragt wurde, sondern de facto die Ministermeinung weitergereicht wird.
Der Minister hat vor allem ein Problem damit, dass im Jahr 2021 nach seiner Rechnung 100 TEUR fehlen würden. Er ist nämlich so schlau, bereits heute die exakte Höhe des Abschlusses der Tarifverhandlungen zu kennen, natürlich ohne dies derzeit mit den Tarifpartnern besprochen zu haben.
Sein Credo seit Jahren: Laufend zusätzliche Zahlungen an Schwerin und Erbsenzählerei für Rostock.
Wer dann den Artikel in den NNN genau liest, erkennt zudem, dass die hiesige Facebook-Debatte sehr Weniger politisch missbraucht wird. Es sollte sich jeder überlegen, ob er sich da wirklich richtig verstanden fühlt oder nicht vielleicht doch bis Montagabend wartet.
Daher nochmals mein gestriger Satz: Wer Chancen zerredet, gefährdet sie.

Rumpel hat seine letzten Kröten zusammengekratzt und die Wochenende-NNN gekauft. Wo, Frau Dr. Bachmann, wird „die hiesige Facebook-Debatte sehr Weniger politisch missbraucht“? Ihre vorstehenden Folgesätze kann man kürzer fassen: „Bitte Mund halten, mindestens bis Montag“!

Martin Stefke: Das Papier des Intendanten ist nicht sein Opernkonzept. Es ist die Beschreibung dessen, was passieren müsste und wird, wenn man den Beschluss des Oberbürgermeisters, das Volkstheaters in ein Opernhaus umzuwandeln, ernst nehmen würde. Dies jetzt als sein Operhaus-Konzept hinzustellen, ist – vorsichtig formuliert – unfair

Jan-Ole Ziegeler:  … die befürchtung ist, dass unkulturminister brodkorb dem vtr landesgelder nicht auszahlt, wenn es nicht pariert . . . DAS möchte ich sehen . . . er befindet sich im wahlkampf und möchte finanzminister in m-v werden . . . ich glaube, dass es eine bestimmte außenwirkung erzeugen würde, wenn dieser dreiste kerl tatsächlich das rostocker theater über nacht insolvent gehen ließe und die täte ihm ganz gewiss nicht gut. wir sollten einmal klarsehen, dass die zielvereinbarung für das vtr von brodkorb und methling in einer nacht-und-nebel-aktion unmittelbar vor der bürgerschaftssitzung im februar 2015 aus dem boden gestampft wurde, als es in rostock aufgrund des lautwerdens der theaterförderer heißer wurde. die hauptschuld der grotesken krise des vtr liegt bei einer überzahl der mitglieder der rostocker bürgerschaft, die aus desinteresse am theater der eigenen stadt durchwinkt, was methling und brodkorb abkarten. keine bürgervertreter, sondern arme seelen. brodkorb hat, wie wir heute wissen, das schweriner theater jahrelang heimlich bezuschusst und alle anderen theater in m-v so heimtückisch übervorteilt. es mag ja sein, dass man als politiker so sein muss – aber ich sehe nicht ein, mir das gefallen lassen zu müssen.

Helmut Laun: Da wird nur immer gesagt was die da OBEN schlecht machen — auch von der LINKEN lese ich nichts in wessen Interesse eigentlich Kultur gekürzt wird — ich denke es zu wissen, aber mit dem nicht deutlich werden um was es geht werden AfD und Pegida gestärkt.

Uwe Flachsmeyer postet ein Foto Neuer Markt Rostock und ergänzt: Zurück aus Potsdam/Berlin und sofort zur Demo für ein vielfältiges Volkstheater Rostock (und das trotz F.C. Hansa Rostock live im TV). Danke dass so viele da sind.

Sybille Bachmann: Neuer Markt? Wahrscheinlich habe ich Alzheimer, jedenfalls komm ich nicht darauf, welches Gebäude das im Hintergrund sein soll.

Ansonsten werde ich jetzt mal für meine Person ungewöhnlich deutlich: Kotz! Die Rostocker Grünen haben über ein Jahr lang die komplette Musiksparte geopfert, eine öffentliche Gegenrede von Uwe Flachsmeyer habe ich nicht gehört, jetzt stellen sich die Grünen als vermeintliche Retter des Theaters hin und werden dafür von einigen gefeiert. Soviel Verlogenheit geht mir echt über die Hutschnur. Ein Konzept habe ich bis dato seitens des Grünen oder vom Uwe nicht gelesen, auch keinen Antrag. Ich bleibe gespannt und bin immer offen für Neues. Das muss aber Hand und Fuß haben und mehr sein als Politshow.

„Mehr sein als Politshow“. Eben, Frau Dr. Bachmann. Und deshalb beendet Rumpel an dieser Stelle die Dokumentation, nicht ohne auf den offenen Brief des Theaterfördervereins an die Bürgerschaft zu verweisen. Aber schade, er steht nicht mehr auf der Webseite des Vereins, warum auch immer …

Noch eins: Für ihre Webseite hat Frau Dr. Bachmann als Untertitel gewählt „Demokratie leben – glaubwürdig handeln“.