Mann über Bord!

Unzufriedene haben das Theaterschiff geentert und den Kapitän über Bord geworfen. Ohne Rettungsring. Geschweige denn in einem Beiboot ausgesetzt. Das sei zu teuer.

Der erste Offizier sieht diesem wüsten Treiben ziemlich gelassen zu. Er hat einen anderen Kurs als der Kapitän abgesteckt, will die Mannschaft ausdünnen und nimmt in Kauf, dass das Schiff in eine erhebliche Schieflage gerät. Aber dann hat er ja schon abgemustert…

Was werfen die Unzufriedenen dem Kapitän vor? Zu späte Ansage des zukünftigen Kurses (Spielplan), zu wenig Passagiere (Besucher = Einnahmen), Information der Mannschaft über die geplanten Kursänderungen seitens der Reederei (Geheimnisverrat!), vor allem aber fehlende Unterwürfigkeit gegenüber der Reederei.

Heute, am Dienstag, den 13.6. sollte der Spielplan für die neue Spielzeit vorgestellt werden. Weil der Kapitän acht Tage zuvor über Bord geworfen wurde und sich sein Geschäftsleitungspartner offenbar weigert, den Spielplan vorzustellen, fällt die Pressekonferenz aus. Auch der Aufsichtsrat scheint sich zu weigern, an Stelle des über Bord geworfenen Intendanten den Spielplan vorzustellen, obwohl doch gilt:

Kommt es bei einer AG zu einer sogenannten Führungslosigkeit, springt der Aufsichtsrat als passive Vertretung der Geschäftsführung ein, bis eine neue bestimmt … wird. http://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/aufsichtsrat, auch http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/aufsichtsrat.html

Stellen wir also fest, ohne Kapitän

  • gibt es keinen öffentlich bekannt gemachten Spielplan,
  • fallen Vorstellungen aus (akktuell: „Sex und Liebe“),
  • gehen wegen fehlender Vorstellungen Einnahmen verloren.

Mit Kapitän wäre das alles vermeidbar gewesen.

Darf man angesichts dieser schlichten Fakten und vor allem auch angesichts des geheimen Antrages (160601-da-bachmann), den Kapitän über Bord zu werfen, einfach nur von „Unzufriedenen“ sprechen? Sind es nicht eher verfolgungswütige Schergen einer Obrigkeit, die höchst mittelalterlich anmuten? Selbst von inquisitorischem Vorgehen kann man nicht sprechen, denn bei der Inquisition gab es ein wohldefiniertes Verfahren, die Wahrheitsermittlung über den Weg rationaler Beweisführung stand im Vordergrund, wobei man sich insbesondere Zeugenaussagen bediente. Im aktuellen Fall gab es nur ein Geheimpapier für ein geheim tagendes und geheim beschließendes Gremium (genannt „Hauptausschuss“), ohne dass dem Angeklagten die Anklage zur Kenntnis gegeben oder ihm gar eine Stellungnahme dazu ermöglicht wurde. Tiefes Mittelalter? Irgendwie scheint das von den Exekutierenden selbst so empfunden zu werden, allerdings zielen die nachstehend zitierten Sätze gegen den Kapitän, nicht etwa gegen die Exekutierenden:

„Wenn die Freiheit der Kunst zur Versklavung des Künstlers führt, weil er in einem strukturellen Feudalsystem letztlich Leibeigener ist, dann muss das System in Zweifel gezogen werden.

Wenn ein strukturell so angelegtes System heutzutage tatsächlich despotisch ausgelebt wird und Leibeigene in existentielle Angst versetzt, dann steht es endgültig in Frage.

Wenn dann noch ein gutsherrlich anvertrautes Lehen (Theater) substantiell und existentiell gefährdet wird, dann besteht dringender Handlungsbedarf, sowohl im Interesse des Lehens als auch der Leibeigenen“ (zitiert aus der nicht mehr verfügbaren FB-Seite „Initiative Volkstheater“, Text von Frau Dr. Bachmann).

Bislang gab es zwei Begleitschiffe für das Theaterschiff, den Verein „Freunde und Förderer Volkstheater Rostock e.V.“ und die „Initiative Volkstheater“ mit deutlicher Aufgabenteilung. Der wegen Struktur und Größe etwas schwerer manövrierende Förderverein widmet sich vor allem den Fernrouten, die deutlich weniger strukturierte, facebook-basierte „Initiative…“ vor allem dem aktuellen Geschehen, Feuerwehraktionen und anderen Rettungsversuchen.

Jetzt steht die „Initiative…“ auf Facebook nicht mehr zur Verfügung. Nachdem die Unzufriedenen den Kapitän über Bord des Theaterschiffes geworfen hatten, versuchten sie immer heftiger, auch das kleine Ini-Schiffchen zu entern. Das nahm so bedrohliche Formen an, dass der Eigner und Schiffsführer das Schifflein ganz schnell in einen rundum geschlossenen Hafen brachte. Es steht einfach nicht mehr zur Verfügung.

Was nun? Keine Initiative mehr zeigen, das Theaterschiff im Nebel vor sich hin dümpeln und den Kapitän allein im Wasser treiben lassen? Schließlich kriegen wir ja einen neuen…

Oder von den Theaterfeinden lernen und erst einmal einen ziemlich geschlossenen Kern bilden, den Unzufriedenen und ihren Gefolgsleuten keinen Zugang gewähren? Wir könnten diesen Kern „Freundeskreis Theater“ nennen. Fast unvermeidbar wäre das wohl auch ein Freundeskreis für Sewan Latchinian, denn unabhängig davor, ob man bewundernd oder kritisch zu ihm steht – so wie der Hauptausschuss mit ihm umging, geht man nicht mit seinen Mitmenschen um!

Jetzt seid Ihr Leser dieses Blogs dran: Wie machen wir weiter?

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Öffentlicher Dringlichkeitsantrag zur sofortigen Abberufung der Vorsitzenden des VTR-Aufsichtsrates

Hiermit wird beantragt, die Vorsitzende des Aufsichtsrates der Volkstheater Rostock GmbH von ihrer Funktion als Vorsitzende zu entbinden und darüber hinaus sie auch als Mitglied des Aufsichtsrates abzuberufen.

Dieser Antrag erfolgt unter Bezug auf die bekannt gewordene, nichtöffentliche Vorlage-Nr. 2016/DA/1824 mit dem Titel „Dringlichkeitsantrag“, datiert vom 01.06.2016, zur Vorlage und Entscheidung durch den Hauptausschuss am 06.06.2016, eingereicht von der Aufsichtsratsvorsitzenden (hier nachlesbar: 160601-da-bachmann).

Stil und Inhalte dieses Dringlichkeitsantrages vom 1.5. sind geeignet, das Ansehen der Kommunalpolitik in der Stadt Rostock, aber auch das Ansehen der Antragstellerin selbst ernsthaft zu beschädigen. Der Antrag verletzt in vielfacher Weise allgemeine Anstandsregeln, von politischer Korrektheit ganz zu schweigen.

Obwohl der Antrag der Aufsichtsratsvorsitzenden (im folgenden als AV abgekürzt) selbst alle Argumente meines Abberufungsantrages bereits einschließt, gehe ich nachstehend kurz auf einige Argumente/Vorwürfe der AV ein:

Vorwurf 1: Der Intendant hat eine Mail geschickt

und zwar nicht nur an den Aufsichtsrat, sondern auch an den Betriebsrat. Nach Auffassung der AV ist es jedoch unzulässig, den Betriebsrat zu informieren, „solange es keine einheitliche Geschäftsführer- oder Arbeitgeberposition gibt“. Das soll eine entlassungswürdige ‚Verletzung der Verschwiegenheitspflicht‘ sein? Nanu? Gilt nicht mehr, dass der Betriebsrat ein Organ zur Mitbestimmung und Vertretung der Arbeitnehmerinteressen, der auch an betrieblichen Entscheidungen mitwirkt?

Schlimmer noch, der Intendant hat eine Vorlage des kaufmännischen Geschäftsführer ernst genommen. Die Vorlage beinhaltete die Schließung des Tanztheater zum Sommer 2018. So lasen wir es ja auch mehrfach in den Zeitungen. Alles nur Spaß – es war lediglich ein Tippfehler und der Intendant hat nicht Korrektur gelesen! Das ist ein „Verstoß gegen die Fürsorgepflicht“ (AV).

Und wenn der Intendant schreibt, „wegen einiger sehr weniger Tausend Euro Mehrkosten bis zum Sommer 2018 für 2 langjährige, verdienstvolle Schauspielkollegen wird die im Hybridmodell eigentlich vorgesehene Option der Verkleinerung der Schauspielsparte … aufgegeben, eine kompakte Spartenschließung realisiert…“, dann deutet die AV das um zu folgender Unterstellung: „Im Hause wird dies als Schutz ausschließlich für die seitens des Intendanten mitgebrachten Schauspieler/innen und damit als Ungleichsbehandlung empfunden“. Das ist gleich mehrfach falsch:

  • Einer klaren Ansage des Intendanten wird eine „Empfindung im Haus“ entgegengestellt. Woher kommt diese Empfindung? Hält sich die AV mehr im Theater als ab ihrem Arbeitsplatz auf (was sagt ihr Arbeitgeber dazu?) oder hat sie Zuträger?
  • Der Intendant bezieht sich eindeutig auf zwei langjährige Schauspielkollegen und damit eindeutig nicht auf diejenigen, die er mitgebracht hat.
  • Von einem „Ausspielen von Beschäftigungsgruppen“ kann in den zitierten Textpassagen des Intendanten nicht die Rede sein, ganz im Gegenteil!

Darf man Sachverhalte so schlimm uminterpretieren?

Dann steht da noch ein hinterfragungswürdiger Satz in dem AV-Antrag: „Das innerbetriebliche Ausspielen eines Geschäftsführer gegen einen anderen verstößt gegen die Pflichten eines Geschäftsführers“. Nanu? Wenn also ein GF einen (Tipp-) Fehler macht oder Schlimmeres, dann darf der andere GF dies nicht beanstanden? Ich kenne Fälle, bei denen ein GF den anderen sogar anzeigen musste… Durfte er gar nicht, Frau AV?

Vorwurf 2: Der Intendant hat noch eine Mail geschickt,

deren Inhalt auf Seite 4 oben des AV-Antrages nachgelesen werden kann. Jeder arglose Mitbürger empfindet die dort zitierten Sätze als gut und richtig. Was macht die Aufsichtsratsvorsitzende daraus? Ich zitiere (nur ausschnittsweise, wer sich alle Vorwürfe und Fehlinterpretationen antun will, lese den AV-Antrag):

  • „Der Intendant kündigt den künftigen Bruch von Vertraulichkeit an“ – davon lese ich kein Wort in der Intendantenmail.
  • „Der Intendant belegt, dass er weiterhin Informationen weitergeben wird, egal, ob sie korrekt oder unkorrekt sind“. DAS soll er belegt haben? Wenn ja, warum wird es dann nicht zitiert? Weil es eine üble Unterstellung ist?

Vorwurf 3: Der Intendant hat ein Interview gegeben

Aussagen des Intendanten werden in tabellarischer Kurzform mit Anmerkungen kommentiert. Nicht alles ist von Außenstehenden bewertbar, konzentrieren wir auf das, was wir erkennen können:

„Der Theaterneubau verzögere sich weiter“ – „Behauptung ohne Beleg“.

„Das VTR können bis 2013 aufhören zu existieren“ – „Vermutung ohne Beleg“.

„… Heute habe ich Entlassungen in Größenordnungen schwarz auf weiß als Planung auf dem Papier“ – „… Falschdarstellung ( Leser fassen das als Kündigung auf)“.

Hier ist nur ein Beleg von vielen zum verzögerten Theaterneubau: „Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) erklärt, dass er keine Möglichkeit mehr sieht, ein neues Theaterhaus zu bauen… Die Einschätzung des Rostocker Oberbürgermeisters halten wir für realistisch, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums…“ (NDR).

Auch wenn man den vom OB zitierten Text von Minister Brodkorb liest, darf man heftige Zweifel am Zustandekommen eines Theaterneubaus heben.

Die Schlussfolgerungen der Aufsichtsratsvorsitzenden sind beeindruckend, wir zitieren hier nur die ersten zwei:

  • „Mit dem Interview verlässt der Intendant den innerbetrieblichen Raum“. Was will uns die AV hiermit sagen? Ist dem Intendanten jeglicher Freigang entzogen worden, steht er unter Hausarrest?
  • „Die Information über „Entlassungen“ verstößt gegen die Pflicht zur Verschwiegenheit über betriebliche Interna“. Eine Entlassung als rein innerbetriebliches Ereignis, dass auch dem Arbeitsamt besser nicht zu melden ist? Die Welt der AV ist doch sehr verschieden von meiner.

Vorwurf 4: Es geht ums Geld

Auch hier sind die Aussagen beeindruckend:

  • Die Nichterfüllung der im Herbst 2015 beschlossenen Wirtschaftsplanvorgaben 2016 in puncto Umsatzerlöse liegen in der Verantwortung des künstlerischen Geschäftsführers/Intendanten.“ Da kannste was lernen. Der kaufmännische GF macht wohl nur den Buchhalter. Und schreibt befremdliche Konzepte, unabgestimmt mit dem Intendanten. Obwohl der doch ausschließlich auch für das Pekuniäre zuständig ist… Ist hier nicht Einsparungspotential zu erkennen?
  • Der ersatzlose Ausfall von Vorstellungen stellt ein sog. Organisationsversagen seitens des Intendanten dar.“ Denn: „Für den Fall einer Erkrankung ist Ersatz vorzusehen bzw. zu organisieren…“. Klaro: Bei einem solchen Schauspielerüberschuss wie am VTR kann man alle Rollen doppelt besetzen und darüber hinaus auch noch entlassen (oder ist kündigen die richtigere Vokabel? Ich habe den Unterschied noch immer nicht verstanden).

Wie auch immer, der Intendant ist schuld.

Vorwurf 5: Der Spielplan

Auf zweieinhalb Seiten werden Vorgänge beschrieben, ohne dass Außenstehende, auch der Hauptausschuss nicht, diese hinsichtlich der Objektivität nachvollziehen können dürfte.

Einiges, was dem Intendanten seitens der AV zum Vorwurf gemacht wird, erscheint dem Schreiber dieser Zeilen durchaus nachvollziehbar und richtig. So wird zu einer Intendantenrede auf einer VTR-Vollversammlung am 29.2.16 berichtet,

  • „… der Gesellschafter müsse jetzt das Modell entscheiden“,
  • der Intendant „sei sich nicht sicher, ob die Planung jetzt zu stoppen und die Bürgerbeteiligung abzuwarten ist“,
  • der Intendant plädierte „für Aufhebung Zielvereinbarung und Gesellschafterbeschluss“,
  • er polemisierte gegen das Hybridmodell.

Das alles sollten erlaubte Überlegungen sein und keine Grundlage für Vorwürfe.

Weiter erfahren wir aus dem Antragstext im Abschnitt 5, S. 8, dass der Intendant noch am Tag seiner Krankmeldung aufgefordert wurde, die Planung vorzulegen und er ebenfalls noch am gleichen Tag antwortete und u.a. darauf auf die Notwendigkeit politischer Entscheidungen hinwies. Alles falsches Verhalten? Ebenfalls während seiner Krankschreibung, schrieb der Intendant an den Aufsichtsrat: „… wäre ich dankbar, wenn der Aufsichtsrat Maßnahmen beschließt, die nächste Schritte innerhalb der bisherigen Planungen, auch während meiner Erkrankung, im Interesse der Betriebsabläufe ermöglichen“. Auch falsch? Mit solchen und anderen Sachstandsinformationen (oder sollte ich hier besser Anführungszeichen benutzen?) gibt es dann u.a. folgende Schlussfolgerungen (bitte bei Interesse selbst alles nachlesen):

  • Der Intendant hat den Aufsichtsrat mehrfach unkorrekt über den tatsächlichen Stand der Spielzeitplanung informiert“.
  • „Die Planung ist bis zuletzt unvollständig geblieben“.
  • „Der schwache Spielplan bleibt hinter den Möglichkeiten des Hauses…“.

Vorwurf 6: Blockierung und Diskreditierung des Umstrukturierungsprozesses als Geschäftsführer

Zu diesem Thema gibt es drei Seiten Text. Die Informationen erscheinen mir aus ihrem jeweiligen Zusammenhang gerissen – es ist schwer bis unmöglich, sie zu werten oder zu kommentieren..

Wohl unfreiwillig wird deutlich, dass auch der Aufsichtsrat nicht davor zurückscheut, Interna weiterzureichen: „In einer Mail der Aufsichtsratsvorsitzenden … an die Mitlgieder des Gremiums heißt es: ‚Seit Tagen versucht die Anwältin von Herrn Latchinan einen Verhandlungstermin mit dem Oberbürgermeister zu bekommen. Verhandlungsgegenstand ist die vorzeitige Vertragsauflösung…’“. Quod licet Iovi, non licet bovi? Der AR als Jupiter? Es scheint an der Zeit, das ganze Geschehen mal auf die Bühne zu bringen.

Weiterhin wird sehr deutlich, dass man uns selbst bei der thematisch extrem eingeschränkten „Bürgerbeteiligung“ getäuscht hat, denn es gibt neben dem „Hybridmodell, 1. Fortsetzung“ des Herrn Rosinski auch ein Intendanten-Konzept „Hybridmodell für das VTR, 2. Fortsetzung“. Letzteres aber wurde vom Aufsichtsrat einfach ‚weggewogen‘. Müssen wir dummen Bürger / Ochsen nicht wissen müssen…

Fazit

Die nichtöffentliche Vorlage-Nr. 2016/DA/1824 mit dem Titel „Dringlichkeitsantrag“, datiert vom 01.06.2016, zur Vorlage und Entscheidung durch den Hauptausschuss am 06.06.2016 ist in meinen Augen ein Ausdruck ungebremster Verfolgungswut. Sie entspricht wohl kaum den Erwartungen von Objektivität und Sachlichkeit, die man für diese Thematik und von diesem Gremium erwarten darf. Deshalb mein diesbezüglicher Antrag, den ich im Grundsatz bereits einleitend begründet habe und der Gliederung des AV-Antrages folgend argumentativ zu untersetzen versuchte.

Natürlich ist meine gesamte Wortmeldung sowohl Ironie wie auch bitterer Ernst und wird ohne jede direkte Wirkung bleiben. Im besten Fall macht er das eine oder andere Mitglied des Hauptausschusses etwas nachdenklich. Vielleicht motiviert mein Text auch den einen oder anderen Rostocker Bürger, am Bürgerforum am 16. Juni ab 17:00 Uhr in der Rathaushalle teilzunehmen.

Und deshalb vier Seiten Text?

 

Neues Outfit

Der Theaterblog hat ein neues Outfit bekommen. Die Zeiten werden immer haariger – da hat sich der Admin gedacht, das Erscheinungsbild sollte sachlicher und lesbarer werden. Zumal viele und selbst kluge Leute immer weniger in der Lage sind, längere Texte aufzunehmen und zu verstehen, Zusammenhänge zu erfassen und möglichst auch zwischen den Zeilen zu lesen. Smartphone & Co. machens möglich…

Vielleicht ist die neue grafische Oberfläche („Twenty Eleven“ bei WordPress) beim Verstehen hilfreich. Über Nutzermeinungen freut sich der Admin!

Demo kreativ am 27.02.2016 ab 15:00 Uhr auf dem Neuen Markt in Rostock

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Die Initiative Volkstheater Rostock, die Rostocker Singakademie und die Schauspiel-Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Rostock rufen die
Rostocker Bürgerschaft
auf, die Farce um das Volkstheater Rostock zu beenden. Wir verlangen, dass diese als höchstes Gremium der Stadt in den Punkten Struktur, umzusetzendes Konzept und Personal zum Erhalt der vier Sparten Schauspiel, Oper, Tanz- und Musiktheater die erforderlichen Entscheidungen trifft und beschließt.
Darüber hinaus fordern wir die Mitglieder der Rostocker Bürgerschaft auf, mehr Bürgernähe in die Stadtpolitik zu bringen.
Wir rufen auf zur Demonstration:
DEMOKReATIEv – Theater findet Stadt
27.02.16, 15.00 Uhr auf dem Rostocker Neuen Markt vor dem Rathaus
Wir laden alle Rostocker Bürgerinitiativen, Vereine und Interessensgemeinschaften, die mehr Fairness und Bürgerbeteiligung in der Hansestadt wollen, ein, uns zu unterstützen.
Beiträge, Reden, Banner und Schilder sind herzlich willkommen.
Aus dem Programm:
Sewan Latchinian gibt Schillers „Die Bürgschaft“
Reden von Sturmwächter für das Volkstheater Rostock
Stellungnahme des Fördervereins des Rostocker Volkstheaters
Offenes Mikrofon
Gemeinsamer Chor
Bekanntgabe des Standes der Laufenden Petition
Im Anschluss an die Demo findet ein gemeinsamer Umzug vor das Volkstheater statt.


Zum Warmmachen einige Zitate aus der Facebook-Seite der „Initiative Volkstheater Rostock“:


Stand der Bürgerbeteiligung in Rostock

„Politik ist Sache von uns allen, wir müssen uns aktiv in unsere eigenen Angelegenheiten einmischen, im Sinne eines Bündnisses für Rostock: Ein Bündnis von Menschen, die mit ihren Ideen, Erfahrungen und ihrer Arbeit Rostock voran bringen. Unabhängig von Parteizugehörigkeit, Weltanschauung und persönlichen Interessen soll das Wohl der Stadt im Mittelpunkt stehen.“

Roland Methling, 2005, wieder gefunden von Jan-Ole Ziegeler


Liebe Freundinnen, Freunde, Besucherinnen und Besucher des VTR, Schon Novalis (1772-1801) wusste,
“ Das Theater ist die tätige Reflexion des Menschen über sich“.
Das gilt in unsere moderne Informationsgesellshaft mehr denn je, setzt doch Theater mit seine VIELFÄLTIGEN Mitteln ganz eigene und besondere Akzente – auch abseits der allgegenwärtigem Informationsflut der Medien.
Theater bedeutet Kreativität, Kraft und Leidenschaft. Mögen die zahlreichen Angebote auch in dem vor uns liegenden Konzert- und Theaterjahr die Lust auf, Musik, Tanz und Schauspiel wecken. Toi, toi,toi und Vorhand auf zur 115. Spielzeit!

Roland Methling 2009, wieder gefunden von Any Dos Santos Lima


Erst gucken. Dann streichen.
Ich habe den klassischen „Schwanensee“ geliebt. Mir ihn immer wieder live angesehen – und sogar im Fernsehen. Seit Sonnabend ist das vorbei. Mir fällt dazu nur noch das Wort, pardon an alle Ballettliebhaber, kitschig ein. Weil Katja Taranu das Stück von all seinem Kitsch befreit – und seine Schönheit dadurch nur noch deutlicher zum Ausdruck gebracht hat. Angefangen beim Titel, von „Schwanensee“ zu „Schwarz//Weiß//Schwan“. Bis hin zum Ende, über dessen vermeintliche Happiness zu streiten lohnt: Siegfried bekommt seine Odette zurück. Der Vorhang aber senkt sich über das Paar, während es mit dem Rücken zueinander sitzt, jeder für sich, ohne auch nur einen Blick zu wechseln. Und die böse Zauberin tanzt (triumphiert?) zwischen ihnen. Gucken Sie selbst – Tanztheater at its best. Wie es in Berlin, Hamburg, München nicht schöner zu sehen sein dürfte – und das die Bürgerschaft mit dem Oberbürgermeister voran aus dem Theaterspielplan zu streichen beschlossen hat. Und das im Übrigen gerade mal drei Prozent des gesamten Theaterbudgets verschluckt…
Herr Methling, ich bin natürlich nicht bei jeder Tanztheatervorstellung, aber bei einigen. Sie habe ich dort nie gesehen. Falls Sie sich das bislang wirklich haben entgehen lassen – ich wünschte mir, Sie würden das jetzt nachholen. Sehen Sie sich „Schwarz//Weiß//Schwan“ an – und was Sie der Stadt wegzunehmen beabsichtigen. Und nehmen Sie alle Mitglieder der Bürgerschaft, die nicht bei der Premiere waren, gleich mit. Es lohnt sich. RENATE GUNDLACH


“ Bitte hört auf, dieses Theater noch weiter zu verkleinern, kaputtzusparen, in Frage zu stellen, schlechtzureden und von der Arbeit abzuhalten, in dem ich Oper, Schauspiel, Ballett, ja auch Konzertmusik kennen und lieben gelernt habe, an dessen Aufführungen ich bis heute aktuelle Inszenierungen, auch ‚gößerer‘ Häuser messe, dessen Wichtigkeit von noch mehr Rostockern als bisher erkannt werden sollte, weil es sonst nämlich schnell zu spät sein könnte, das über Jahrzehnte hinweg zurecht kontrovers, aber eben diskutiert worden ist, das etwas zu sagen hat zu alldem, was uns gegenwärtig fassunglos und zornig macht, das auch darum in dieser Stadt selbstverständlich sein und verteidigt werden sollte, damit es sich mutig und mit leichtem Sinn wieder mit unseren, nämlich der Menschheit Problemen auseinandersetzen kann und sich nicht mit absurden Sparauflagen, bürokratischen Schikanen, überflüssigen Brandmauern und politisch künstlerischer Ignoranz zu beschäftigen gezwungen ist! Verbeugung und Applaus für all diejenigen am VTR, die trotz allem gerade in den letzten Jahren mit soviel Hingabe und Talent ihre wunderbaren Berufe ausüben mit immer wieder bemerkenswerten Ergebnissen, die jetzt uns, ihr Publikum brauchen und die wir brauchen, mehr denn je!
Jörg Lichtenstein, Rostocker
Jörg Lichtenstein, Salzburg, Österreich“


160224-die-partei

Eure Solidarität und Unterstützung ist am Samstag um 15 Uhr vorm Rostocker Rathaus bitter nötig. Dazu sind Beiträge, Reden, Banner und Schilder herzlich willkommen! Denn beim Kampf ums Volkstheater geht’s längst um Grundfragen der Demokratie und der Bürgermitsprache. Für viele Menschen zeigt sich hier unverhohlen die ignorante Fratze der Macht gegenüber dem, was Bürger wollen und fachkompetente Kulturschaffende für sinnvoll erachten. Daher seid samstags bitte möglichst zahlreich dabei, bringt Freunde und Bekannte mit für einen unüberhörbaren Protest! Quelle: FB-Seite von CONEXEUM.


160225-auf-die-barrikadenZum Matrosendenkmal: „Die Gedenkstätte hat die politischen Veränderungen überdauert, weil sie früher wie heute Menschen ermutigen soll, selbstbestimmt zu handeln, weil es zum Bild der Stadt Rostock gehört und Rostock sich zu seiner Geschichte bekennt.“ (Hannelore Rabe).

Quelle für Bild und Text: FB-Seite von CONEXEUM.


Update

Informationen zur Demo gibt es u.a. hier:

Petition für den Erhalt der vier Sparten am Volkstheater gestartet

Die „Initiative Volkstheater Rostock“ hat am Donnerstag, den 18. Februar, eine Online-Petition zum Erhalt der vier Sparten auf der Plattform change.org gestartet. Darin wird die Rostocker Bürgerschaft aufgefordert, dem Gesellschafterbeschluss des Oberbürgermeisters, das Volkstheater in ein Opernhaus umzuwandeln, zu widersprechen, um gemeinsam mit der Theatergeschäftsführung und den Verantwortlichen in Stadt und Land an einem tragbaren Zukunftsmodell für das Volkstheater als Vierspartenhaus zu arbeiten.

Die Petition kann online mit Namens- und Adressangabe  von jedem unterzeichnet werden. Die Online-Petition findet man im Internet unter der Adresse http://chn.ge/1PKQaf0

Die Petition für den Erhalt der Mühlendammschleuse unterzeichneten mehr als sechstausend Bürger. Mindestens so viel Unterschriften sollte auch die Theaterpetition erreichen. Bootsschleppe statt Schleuse, Opernhaus statt Vierspartentheater – es ist das gleiche Grundschema. Nur dass beim Theaterthema alles noch viel undurchsichtiger, verlogener, brutaler abläuft und sich wie ein Menetekel in Bezug auf das Bürgerwohl darstellt. Daher sollten auch diejenigen Bürger in Rostock und Umgebung unterschreiben, die keine Theaterfans sind, sich aber nicht der Entscheidungswillkür einiger weniger unterwerfen wollen.

Ein offener Brief an den Bildungsminister und die SPD-Landtagsabgeordneten

In einem offenen Brief vom 27.01.2016 hat die Initiative Volkstheater
Rostock die SPD-Landtagsabgeordneten aus Rostock und Umgebung, Jochen Schulte, Julian Barlen, Rainer Albrecht, Ralf Mucha, Stefanie Drese sowie Mathias Brodkorb, aufgefordert, die vorhandene Ungleichbehandlung des Volkstheaters Rostock sowie die Bevorzugung des Staatstheaters Schwerin aufzuklären und für eine gerechte und transparente Kulturpolitik zu sorgen, welche die Herstellung gleicher Bedingungen an den Theatern des Landes einschließt. Nachfolgend der Text des wortgleich an die vorgenannten Abgeordneten gerichteten Schreibens:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Aus Medienberichten haben wir erfahren, dass es hinsichtlich der
Theaterfinanzierung im Lande zu starken Disparitäten kommt. In einem
bisher unter Verschluss gehaltenen Gutachten der „GSA GmbH“ wird
attestiert, dass dem Staatstheater Schwerin von Seiten des Landes
erhebliche Vorteile gewährt werden, darunter Sonderzahlungen, die
unentgeltliche Nutzung von Immobilien, Insolvenzhilfen, die eine deutliche
Bevorzugung vor anderen Theatern des Landes darstellen (siehe OZ vom 18. Januar 2016).

Besonders drastisch zeigt sich die damit verbundene Benachteiligung
anderer Theater im Falle des Volkstheaters Rostock. Hier wird die
Gewährung von Zuschüssen und die Gewährung von Beihilfen für einen
Theaterneubau an eine eigens abgeschlossene, unrealistische
„Zielvereinbarung“ geknüpft, deren finanzielle Vorgaben einen radikalen
Abbau des Ensembles des Volkstheaters unvermeidlich machen würde. Damit steht das Rostocker Theater unter besonderem Druck, den Rahmenbedingungen der sogenannten Zielvereinbarung zu genügen, wird es zu Spartenschließungen und erheblichen Einschnitten am Angebot gezwungen. Im Ergebnis steht ein einseitiger kultureller Kahlschlag zu Lasten Rostocks, welcher der Bedeutung unserer Stadt als „Regiopole“ und als einziger Großstadt des Landes diametral entgegensteht.

Andererseits steht das Schweriner Theater trotz Sonderzahlungen und
weiterer Hilfen des Landes immer wieder vor der Insolvenz, was nun auch in einer breiten Öffentlichkeit die Frage nach Sinn und Erfolg der
sogenannten „Theaterreform“ aufwirft. In der öffentlichen Wahrnehmung ist diese „Reform“ zum Scheitern verurteilt, da sie einseitig auf Kürzungen,
Spartenschließungen, Angebotskürzungen und inkompatible Fusionen setzt und -bei seit 20 Jahren unveränderter finanzieller Ausstattung- den Theatern des Landes ein Sterben auf Raten verordnet. Es muss einen neuen Ansatz in der Kulturpolitik des Landes geben, zu dem auch eine bessere Finanzierung der Häuser gehören muss, wie in allen anderen Bundesländern inzwischen erfolgt.

Sehr geehrter Damen und Herren, wir wenden uns an Sie sowie die weiteren Abgeordneten aus Rostock und Umgebung, da wir Sie in der Pflicht sehen, die vorhandene Ungleichbehandlung des Volkstheaters Rostock und die Bevorzugung des Staatstheaters Schwerin aufzuklären und für eine gerechte und transparente Kulturpolitik zu sorgen, welche die Herstellung gleicher Bedingungen an den Theatern des Landes einschließt. Ihre Aufgabe ist es, im Interesse Ihrer Wähler zu handeln und verfehlten politischen Projekten wie der „Theaterreform“ eine Absage zu erteilen.

Bitte lassen Sie uns Ihre Stellungnahme zukommen.

Mit freundlichen Grüßen

für die „Initiative Volkstheater Rostock“

Thomas Kunzmann Malte Rüther Jan-Ole Ziegeler Dr. Christine Lucyga

**************************

Die „Initiative Volkstheater Rostock“ ist eine private, unabhängige und überparteiliche Kooperative Rostocker Bürger, initiiert von Thomas Kunzmann, Malte Rüther und Jan-Ole Ziegeler, zum Erhalt des Rostocker Volkstheaters mit den Sparten Tanztheater, Musiktheater, Schauspiel und der Norddeutschen Philharmonie.

Schirmherren der „Initiative Volkstheater“ sind der Schauspieler Charly
Hübner und die Bundestagsabgeordnete a.D. Dr. Christine Lucyga.

Übernommen von der Facebookseite der „Initiative Volkstheater Rostock“.

Demo am 2. Dezember 2015 vor dem Rathaus

„Kunst ist Opposition“ Thomas Mann

DEMONSTRATION
02.12.15 vor dem Rostocker Rathaus
um 15:30 Uhr

– ROSTOCK SEI LAUT! –

Ergänzung am 2.12.2015:

Pressemitteilung der Initiative Volkstheater: Kundgebung am Mittwoch, 02.12.2015, 15.30

Die Initiative Volkstheater, der Theaterförderverein „Freunde und Förderer des Volkstheaters Rostock e.V.“ und Studenten der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) rufen gemeinsam zu einem musikalischen Lichtermeer zum Erhalt des Rostocker Volkstheaters mit allen seinen vier Sparten auf.

Begleitet von den Teilnehmern der Kundgebung werden Mitglieder des Opernchores des Rostocker Volkstheaters das alte Volkslied „Nehmt Abschied, Brüder …“ singen. 90 symbolische Lichter für die Ensemblemitglieder, die als Erste entlassen werden sollen, werden brennen.

Wir treffen uns alle zur friedlichen Demonstration am

Mittwoch, dem 02.12.2015 um 15.30 Uhr
vor dem Eingang des Rostocker Rathauses.

Die „Initiative Volkstheater“ ist eine private,
unabhängige und überparteiliche Kooperative Rostocker Bürger,
initiiert von Thomas Kunzmann, Malte Rüther und Jan-Ole Ziegeler
zum Erhalt des Rostocker Volkstheaters mit den Sparten
Tanztheater, Musiktheater, Schauspiel und der Norddeutschen Philharmonie.

Schirmherren der „Initiative Volkstheater“ sind der Schauspieler Charly Hübner und die Bundestagsabgeordnete a.D. Dr. Christine Lucyga.

Übernommen von der Facebook-Seite der „Initiative Volkstheater“.