Niederträchtige Gemeinheiten statt Kulturpolitik – geht’s noch?!

Die Ostsee-Zeitung meldet heute:

Der Streit um die Zukunft des Volkstheaters Rostock hat sich nochmals verschärft. Um den finanziellen Sparvorgaben der Landesregierung genügen zu können, denken Aufsichtsrat und Theaterverwaltung offenbar über tiefere Struktureinschnitte nach, um zwei unkündbare Schauspieler auf diese Weise „rechtssicher“, d.h. ohne Klagemöglichkeit, betriebsbedingt kündigen zu können. Dazu soll, anders als bisher im  sogenannten „Hybridmodell“ vorgesehen, neben einem erweiterten Musiktheater kein Schauspiel mehr, sondern lediglich eine kleine Kinder- und Jugendtheatersparte bestehen.

Bekannt geworden ist der Streit aus Briefen der Volkstheater-Aufsichtsratsvorsitzenden Sybille Bachmann und des Intendanten Sewan Latchinian, der von diesen Plänen überrascht wurde und vor ihnen warnte. Darauf wurde ihm eine Verletzung der Vertraulichkeit und der Pflichten eines Geschäftsführers vorgeworfen. Bei den beiden unkündbaren Künstlern handelt es sich um die Schauspieler Petra Gorr und Ulrich K. Müller, zwei prägende und überregional bekannte Gestalten des Ensembles. Beobachter schlussfolgern aus dem Vorgang, dass das „Hybridmodell“ zu eng und gegen die Realitäten des Rostocker Theaters gerechnet worden war, um benötigte Mehrheiten zu erzielen, und jetzt verschärft werden müsse, um den finanziellen Vorgaben zu entsprechen.

Kein Kommentar.

Nachtrag: In einem leider bezahlpflichtien OZ-Artikel gibt es wichtige Informationen, die das Bild abrunden. Auch die befremdliche Rolle des kaufmännischen Geschäftsführers.

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