Aufruf der „Initiative Volkstheater“

AUFRUF!

An alle Theaterfördervereine von Oper, Schauspiel, Tanztheater, Orchester und Puppentheater, an alle Kulturfördervereine, an alle Theater-Ensembles in ganz Deutschland!
Wir, die Initiative Volkstheater, laden Euch alle ein, am 12. und 13. April zu einer von uns einberufenen Zuschauerkonferenz nach Rostock zu kommen, das Volkstheater zu besetzen, damit wir unabhängig und selbständig über unsere Sehnsüchte und Bedürfnisse beraten und damit wir im Anschluss unsere Belange bundesweit vertreten können. Wir werden Arbeitsgruppen bilden, um Erfahrungen auszutauschen und diese in Entschließungen zu gießen, mit denen wir einen Forderungskatalog formulieren, den wir dann an die Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik übergeben. Unsere Steuergelder werden offensichtlich von kulturell ungebildeten Politikern verwaltet und verteilt. Wohin aber die Reise unserer Kulturnation in einer globalisierten Welt gehen soll, das sollten wir Theater-Zuschauer-Bürger in Deutschland mitbestimmen und durchsetzen.
Die Initiative Volkstheater Rostock und viele Zuschauer-bürger, werden Übernachtungen für Euch bereitstellen. Wir wollen eine starke außerparlamentarische Bürger-Phalanx bilden, um vor der Dringlichkeitssitzung der Rostocker Bürgerschaft gegen die stattgefundene Abberufung des Intendanten Sewan Latchinian zu demonstrieren!
Also: Busse über Busse nach Rostock, um ein Kultur- und Bildungshappening noch nie gesehenen Ausmaßes erstehen zu lassen.

Sonntag 12.04.15: Anreise, 17.00 Uhr Besetzung des Volkstheaters + Konferenz
Montag 13.04.15: 10.00 Uhr Besetzung des Volkstheaters + Konferenz + Einladung Politiker;
Montag 13.04.15: 17.00 Uhr Demonstration vor dem Rathaus, Neuer Markt, Rostock

Eingeladen hierzu: Dr. Wolfgang Thierse (SPD)

Unsere Künstler brauchen uns jetzt!
Es geht um unsere, die Würde der Bürger in den Ländern, Städten und Gemeinden für eine klügere und bessere Welt!

Anmeldung unter:
sandra-uma.schmitz@web.de / 0172-617 95 32 oder
baria.drischler@googlemail.com / 0176-24 27 94 68

Infos, Kontakt + Dialog ist über unsere Facebook-Gruppe „Initiative Volkstheater Rostock“ möglich!
Videobotschaften und offene Briefe unserer prominenten Unterstützer gibt’s auf http://www.de-drom.de

Update vom 10.4. der Abläufe: 150410-pressemitteilung der initiative volkstheater rostock!


Liebe Theater- und Kulturfreunde in Deutschland,

in besonderem Maße geht es den Theatern im Osten unserer Republik zusehens an die Krägen!

Die verantwortlichen Stadt-, und Landespolitiker wüten! Undemokratisch, kultur- und bildungsfern und leider auch ungebremst!

Seit Dezember 2014 gibt es die Initiative Volkstheater Rostock mit einer Facebook-Seite, Netzwerk und großer prominenter Unterstützung,in die Sie auf der Webseite http://www.de-drom.de Einblick bekommen können. Eine eigene Homepage folgt in Kürze. Weitere Demonstrationen!

Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf, bitte folgen Sie, so Sie können, unserem Aufruf und verbreiten ihn!

Dank + beste Grüße, Jan-Ole Ziegeler


Wenn Kunst und Kultur nicht via Grundgesetz von Staates wegen geregelt und geschützt werden, dann braucht es starke und gebildete Politiker, um dieses Grundbedürfnis durchzusetzen. Aber der Kulturbegriff wird mangels Bildung immer mehr verzerrt und gefährdet und Schritt für Schritt dem Kommerz geopfert. Die skandalöse und völlig überzogene Amtsenthebung des Intendanten des Volkstheaters Rostock Sewan Latchinian aufgrund politisch durchaus unkorrekter Äußerungen senkt die Hemmschwelle für politische Willkür in den Ländern weiter und macht es vielen leidenschaftslosen Verwaltern der Länder und Gemeinden leicht und leichter, unsere, in der Welt einzigartige Theaterlandschaft zu zerstören. Rostock ist aktuell bedroht durch die seit längerer Zeit perfide Ratspolitik.

Rostock geht uns alle an! Sonst sind wir alle bald nur noch Rostock!

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8. September: „Freiheit und Anerkennung für Edward Snowden“

Gefunden in das-ist-rostock.de:

Das Literaturhaus Rostock beteiligt sich am 8. September an der weltweiten Lesung „Freiheit und Anerkennung für Edward Snowden“. Ab 19 Uhr lesen Sandra-Uma Schmitz und Alexander Wulke vom Volkstheater, im Podium diskutieren Prof. Dr. Gesa Mackenthun, Prof. Dr. Hans-Jürgen von Wensierski und Peter Nowak. Es moderiert Michael Fengler.

Im Voraus schon ganz herzlichen Dank an Sandra-Uma Schmitz und Alexander Wulke, die – endlich, endlich – wieder einmal demonstrieren, dass Theater auch politisch sein kann, sein muss!

Mehr zur Veranstaltung auf der Webseite des Literaturhauses.

Theaterhorror

Es ist kaum vorstellbar und scheint doch wahr zu sein: Den Mitgliedern des VTR-Ensembles wurde zum Spielzeitende gekündigt – mit Ausnahme des Orchesters und einigen wenigen „mit Bestandsschutz“ (vielleicht auch das Tanztheater ausgenommen?). Weil der neue Intendant „seine eigenen Leute mitbringt“… Und die Betroffenen schweigen.

Ein derart geheimes (und gemeines) Vorgehen ist ein übler Vertrauensbruch gegenüber dem Publikum. Warum wohl sind die Anatevka-Vorstellungen von Anfang an so gut besucht? Das Stück ist es nicht allein, viele wollen auch „nur“ ihren Peter Bause erleben, von dem sie wissen, wo er spielt, gibt es hohe Theaterkunst. Ein anderes Beispiel: Interessieren an „Virgina Woolf“ vordergründig die Ehestreitigkeiten (die kann man schließlich auch kostenlos daheim erleben) oder sind es nicht vor allem die Vollblutkomödianten Sandra-Uma Schmitz und Ulrich K. Müller, die uns in die Vorstellung locken? Offensichtlich wollen die Verantwortlichen die Bindungen zwischen den Künstlern und ihrem Publikum zerstören, um uns Konsumenten dann ein Bespieltheater auftischen zu können. In Unkenntnis dessen, dass es zwischen Kunst und Konsum gewisse Unterschiede gibt.

Als die Musiker für mehr Gehalt und Vollbeschäftigung warnstreikten, wusten sie bereits, dass ihre Kollegen vom Sprech- und Musiktheater mehrheitlich gekündigt waren. Was für ein Egoismus (und auch unglaubliche Kurzsichtigkeit), angesichts dieses Kahlschlages nur an sich selbst zu denken!

Heute ist wieder einmal der „Tag der Einheit“ und unter den Älteren werden es immer mehr, die sagen, das hätten sie so nicht gewollt, als sie ’89 auf die Straße gingen. Bananen statt Kultur ist auch wirklich ein schlechter Tausch. In dem so traurig armen Land wurde Kultur immer großzügig finanziert, Theater einbegriffen. Und wenn einmal ein Intendant wechselte, dann kündigte man doch nicht den Schauspielern und Sängern! Ein solcher Versuch hätte vermutlich weit mehr Unwillen hervorgerufen als die beabsichtigte Einführung des „Kaffee-Mix“. Aber bei allen Fehlern, die unsere damaligen Politiker machten, SO blöd waren sie denn doch nicht. Im Gegenteil, sie gingen mehrheitlich gerne und oft ins Theater.

Ich stelle mir gerade vor, bei einem Tierheim wechselt die Leitung und es würden daher auch die Tiere freigesetzt. Was für ein Aufschrei gäbe das! Aber mit Menschen kann man es offenbar machen. „Das ist im Westen seit eh und je so üblich“, höre ich immer wieder von Theaterleuten. Wer unter solchen Bedingungen nicht wütend wird, dem ist wohl nicht zu helfen.