Rück- und Ausblick

Der Abriss des Großen Hauses sollte schon 2016 erfolgen

Es war einmal vor langer, langer Zeit ein Ostseezeitungs-Forum zum Volkstheater. Da sprach unser aller Oberbürgermeister in einem Nebensatz davon, dass das Große Haus 2016 ohnehin abgerissen werde. Auf entsprechende Nachfragen antwortete er nicht, und sprach statt dessen davon, dass der Theaterneubau spätestens zum Jubiläumsjahr 2018 bespielt werden könne.

Die große Brandgefahr währte lange

Jahre später wurde das Große Haus von einem Tag auf den anderen geschlossen – wegen Brandgefahr. Ein entsprechendes Gutachten1 lag dem Oberbürgermeister schon rund ein halbes Jahr früher vor, so dass kein vernünftiger Grund für die abrupte Schließung erkennbar war. Das Gutachten beanstandete vor allem die Brandlasten durch Kleidung in den Garderoben, die zwischen Zuschauerraum und Hauptausgang angeordnet seien. Das ist zwar in fast allen Theatern so, aber wenn es in Rostock bei einem Brand Leib und Leben der Zuschauer gefährdet, warum hat dann der OB ein halbes Jahr mit seiner Eilentscheidung gewartet, also ein halbes Jahr lang den Theatergängern diese Gefahr zugemutet? Einer der Theatergänger fand das Zögern seines OB, der doch „einer von uns“ sein will, nicht lustig und erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Er bekam eine Absage, legte Beschwerde beim Oberstaatsanwalt ein und erhielt wieder eine Absage. Denn Staatsanwälte sind kluge Leute und wussten wohl um den Fake das OB.

Rund anderthalb Jahre blieb das Große Haus geschlossen. Als es wieder öffnete, befanden sich die Garderoben mit all ihren Brandlasten an gleicher Stelle wie vorher.

Schiffbauhalle 207

Aber während der anderthalb Jahre hatte man ausführlich die Eignung der Werfthalle 207 als Theaterspielstätte testen können… Der damalige Intendant Peter Leonhard war viel zu sanft, um sich dieser langen Testphase zu widersetzen.

Sein Nachfolger Sewan Latchinian verbat sich diese Ersatzspielstätte und orientierte statt dessen auf die volle Nutzung des Großen Hauses. Auch das war ein dringlicher Grund, ihn loszuwerden. Sein Nachfolger Joachim Kümmritz hingegen setzt die Wünsche seines Dienstherren konsequent um:

Die Bespielung der alten Werfthalle in Besitz vom Verein Tradition Ostseeschifffahrt ist auf fünf Jahre angelegt. Die Dauer war Reichel und Kümmritz wichtig, um dem Publikum Zuverlässigkeit zu geben und damit sich die Investition lohne.

 „Kabeltunnel würden zum Beispiel fest verlegt. Tische, Stühle, Sanitär, Zwischenlager, Ton – dergleichen sei zu bedenken. ebenda.

Mit Kümmritz ließe sich „mit dem Ensemble, mit leidenschaftlichen Schauspielern, Musikern, Sängern und Tänzern Theaterlust wecken“, sagt der Oberbürgermeister, „aber das schaffen wir nicht in der Doberaner Straße… „Ich sehe das als eine ganz große Chance, auch anknüpfend an ,West Side Story’ und an ,Broadway’, was wir 2010/2011 in der Halle 207 hatten.“ ebenda

So wird der Weg frei gemacht für den Abriss des Großen Hauses, wenngleich leicht verspätet. Ist ja auch ein wirklich attraktives Quartier, ideal für eine hochpreisige Neubebauung.

Wozu jetzt noch einen Theaterneubau?

Und wenn das so gut funktioniert in einer alten Schiffbauhalle, warum dann noch einen Theaterneubau errichten lassen? So befand unser aller OB am 21. Januar 2017: Ein Beschluss der Bürgerschaft habe dem Theaterneubau jegliche Basis entzogen (der Beschluss besagt, dass das Theater einen Theaterneubau nicht aus seinem laufenden Haushalt vorfinanzieren muss, denn andernfalls gäbe es zwar vielleicht irgendwann einen Theaterneubau, aber keine Akteure mehr, die es bespielen könnten. Die wären zwecks Bau-Vorfinanzierung schrittweise weggespart).

Da flossen reichlich Krokodilstränen (ebenda):

… persönlich bedauert Oberbürgermeister Roland Methling die Entscheidung sehr. „Unter diesen Voraussetzungen bleibt uns nichts weiter übrig, als uns vom Traum eines neuen Stadttheaters für Rostock zu verabschieden. Ich hatte die Umsetzung des schon 1993 von der Bürgerschaft beschlossen Projekts mit Übernahme des Amtes als Oberbürgermeister im Jahr 2005 als wichtiges Ziel betrachtet. Jahrelange Arbeit wird damit zunichte gemacht, um sich erneut um substanzielle Strukturentscheidungen zur Zukunftssicherung unseres Theaters zu drücken.“

Die Sanierungsmaßnahmen im derzeit vom Volkstheater genutzten Großen Haus an der Doberaner Straße waren darauf ausgerichtet, die Bespielbarkeit bis zum Jahr 2018 zu sichern. „Ein Theaterneubau ist in Rostock zwingend erforderlich. Die Mitglieder, die gestern diesen Beschluss der Bürgerschaft getragen haben, werden sich kurz- oder mittelfristig fragen lassen müssen, ob sie durch ihre Entscheidung wohlmöglich dem Theater seine Zukunftsbasis entzogen haben“, so Oberbürgermeister Roland Methling.

Noch viel zu viele Musiker

Wo er recht hat, hat er reicht. Und unser aller OB schlussfolgert weiter: Ohne Theaterneubau und Großes Haus brauchen wir in Rostock auch nicht mehr soooo viel Musiker. Der willfährige Intendant arbeitete zu, indem er frei gewordene Orchesterstellen nicht neu besetzte, obwohl die Musiker wegen der Sparvorgaben des OB und zugunsten einer vollen Besetzung schon mit weniger Entgelt in Form eines Haustarifvertrages auskommen. Die Künstlergewerkschaften kritisierten das und auch die stockenden Verhandlungen mit dem Theater und der Stadt.

Sofort nahm unser aller OB das zum Anlass, den Haustarifvertrag kurzerhand zu kündigen. Schließlich hatte er schon 2014 den Abschluss eines Haustarifs untersagt.

Pikant ist dabei auch dieses Detail: Während die Künstlergewerkschaften eine Vollbesetzung des Orchesters einfordern und andernfalls eine Klage androhen, informiert die Ostseezeitung, „Die Kündigung sei eine rein juristische Angelegenheit, zu der das Volkstheater durch die Klage der DOV gezwungen war“. Rein juristisch, ohne jede Auswirkung auf die Wirklichkeit, Frau Dr. Bachmann? Fake-News eben wie fast immer auch zum Thema Volkstheater.

Die Hanseln aber schweigen…

Die Schönen und Reichen fahren nach Hamburg oder Berlin ins Konzert oder Theater (sofern sie mal pausieren können beim Geldscheffeln) und der Rest hat ohnehin immer weniger Geld für Theater oder Konzert. Braucht Rostock wirklich (noch) ein Theater (fragte der OB schon kurz nach seiner Amtsübernahme)?

Es lohnt auch, sich mal die frühen Beiträge dieses Blogs anzusehen, beispielsweise https://vtrblog.wordpress.com/2013/04/04/verspatete-kenntnis-eines-bekannten-vorgangs/#comments und die zugehörigen Kommentare. Da waren die „Hanseln“ noch munter.


1Brandschutzkonzept vom Oktober 2010

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Auf ins Rathaus!

Städtebaulicher Ideenwettbewerb für das Areal Bussebart/Stadthafen

Für den etwa 13 Hektar großen Bereich nördlich der Langen Straße bis in den zentralen Bereich des Stadthafens an der Nordwestkante der historischen Altstadt starten nun die Vorbereitungen für die Auslobung eines städtebaulichen Ideenwettbewerbes, in dessen Ergebnis auch der endgültige Standort für das Theater gefunden werden soll.

Am Freitag, 25. Oktober 2013, sind alle interessierten Rostockerinnen und Rostocker in der Zeit von 17 Uhr bis etwa 20.30 Uhr in die Rathaushalle eingeladen, um ihre Vorstellungen und Meinungen in die Aufgabenstellung für den Ideenwettbewerb einzubringen:

  1. Zu Beginn informieren Oberbürgermeister Roland Methling, Ralph Müller, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft, und Uwe Drost, Geschäftsführer der D&K drost consult GmbH, über die Grundlagen und die Ziele des Wettbewerbes.
  2. Im Anschluss werden zwei Arbeitsgruppen jeweils für die möglichen Theaterstandorte am Bussebart bzw. im Stadthafen gebildet, um die Vorstellungen und Anregungen der Rostockerinnen und Rostocker  zusammen zutragen und zu diskutieren.
  3. Während der Veranstaltung sollen zwei Bürgervertreter aus den Reihen der Anwesenden durch das öffentliche Forum gewählt werden, welche dann als Gäste an den Preisgerichtssitzungen teilnehmen können.

Oberbürgermeister Roland Methling freut sich auf diesen Wettbewerb und den Dialog: „Das Bürgerforum zum Wettbewerb für die Bebauung der Nordseite des Neuen Marktes hat gezeigt, mit welchem Herzblut die Rostockerinnen und Rostocker an der Entwicklung ihrer Stadt teilnehmen.

Wir wollen auch für unser neues Stadttheater die nächsten Entwicklungsschritte für und vor allem mit allen gemeinsam gehen.“

Ziel des städtebaulichen Ideenwettbewerbes ist die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes, welches eine funktionale, stadträumliche und gestalterische Verbindung zwischen dem Hafen und der Stadt herstellt.

  1. Neben dem Schließen der Baulücke unterhalb des Hauses der Schifffahrt und
  2. dem Erschließen neuer Bauflächen im Stadthafen sollen
  3. die Baukanten der historischen Altstadt berücksichtigt und
  4. die vom Verkehr ausgehenden Barrieren minimiert werden. Die Innenstadt soll stadträumlich mit dem zentralen Bereich des Stadthafens und somit über die L22 direkt mit der Wasserkante an der Warnow verbunden werden.
  5. Dabei sind ein neuer Theaterstandort zu integrieren und
  6. ein Konzept für die öffentlichen Veranstaltungsflächen für den Weihnachts- und den Pfingstmarkt sowie die Hanse Sail zu entwickeln.

Im städtebaulichen Wettbewerb werden – aufgeteilt auf die zwei grundsätzlich möglichen Standorte für das Theater im Stadthafen und am Bussebart – zwei erste Preise vergeben.

Das Preisgericht hat zudem die Aufgabe, den aus ihrer Sicht zu empfehlenden Theaterstandort zu benennen.

Wie auch beim städtebaulichen Ideenwettbewerb für die Bebauung der Nordseite Neuer Markt hat die Hansestadt Rostock ein offenes, zweiphasiges Wettbewerbsverfahren gewählt. Ein offener Wettbewerb bedeutet, dass in der ersten Phase alle geeigneten Stadtplaner mit Landschaftsarchitekten und fachlicher Unterstützung von Verkehrsplanern teilnehmen können. Die durch das Preisgericht ausgewählten Wettbewerbsbeiträge der ersten Phase für die zweite Phase bleiben anonym und werden erst nach dem Ende der 2. Phase und der abschließenden Preisgerichtssitzung bekannt gegeben. Mit diesem Verfahren wird eine Gleichbehandlung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewährleistet.

Geplanter zeitlicher Ablauf des städtebaulichen Ideenwettbewerbes:

  1. Beschlussfassung der Auslobungsunterlagen:       Februar 2014
  2. Auslobung des Wettbewerbes:                                    Ende Februar 2014
  3. Preisgerichtssitzung 1. Phase:                                      Mai 2014
  4. Preisgerichtssitzung 2. Phase:                                      September 2014

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Rostock.

Anmerkung: Die Detailziele des Wettbewerbes (hier durchnumeriert von 1 bis 7) haben es in sich, inhaltlich und auch kostenmäßig. Es sollten viele Bürger teilnehmen und sich bereits im Vorfeld gut überlegen, welchen eigenen Standpunkt sie zu den Einzelzielen haben und wie sie ihn begründen können.

Mehr Details zum Thema (einschl. informativer Karte) finden sich auf das-ist-rostock.de

Alles nur Zufall?

2013-06-05_20-27-46-800

Das Volkstheater ist in Seenot. Die „Georg Büchner“ nicht mehr: Sie sank am Donnerstag, den 30. Mail 2013 abends gegen 20:20 Uhr.

Auf die Titelseite der Ostsee-Zeitung (OZ) schaffte es die Meldung zum Untergang der „Georg Büchner“ aber erst bei der Wochenendausgabe (1./2.6.2013) – zusammen mit der „Vision vom Volkstheater mit Zauberhut auf dem Wasser“. Da kommt man doch ins Grübeln. Fällt die Fertigstellung des Zauberhutes wirklich ganz zufällig mit dem Bücher-Untergang zusammen? Bei einem Projektentwickler, der als „noch immer blond gelockter Prachtkerl sein Leben eher nach dem Prinzip »blauäugiger Durchtriebenheit« organisiert… Er ist einfach in seine Inszenierungen verliebt“ (http://haraldlochotzke.de/about) fällt es schwer, an einen Zufall zu glauben.

Der Zauberhut ist noch nicht auf der Webseite von Dr. Harald Lochotzkie zu finden (http://haraldlochotzke.de/portfolio). Doch der Pressespiegel auf dieser Webseite endet bereits 2004 (http://haraldlochotzke.de/archives/category/pressespiegel). Ähnliches gilt vielleicht für die vorgestellten Projekte. Da blieb also nach 2004 viel Zeit, um das Zauberhut-Projekt entwickeln zu lassen und eine günstige Gelegenheit für die Präsentation abzuwarten.

Egal, ob geplant oder zufällig: Es funktioniert! Die Leserbriefe beschäftigen sich vor allem mit dem Untergang der „Büchner“, zum „Zauberhut“ gab es bislang noch keine einzige Meinungsäußerung. Bis auf unsere Bürgerschaft. „Der neue Stoff in der Debatte um Standort und Aussehen eines Theaterneubaus kommt in der Bürgerschaft an“ (OZ). Dabei geht es überhaupt nicht um einen THEATER-Neubau: Der Zauberhut „soll Platz bieten für Eigentumswohnungen, Restaurants, Entertainment“ (OZ). Vom klassischen Theater ist nicht die Rede.

Fürs „Events“ und „Entertainment“ haben wir die Stadthalle. Ursprünglich sollte auch die neue Messehalle dafür geeignet sein. Von mir aus baut auch einen Zauberhut für diese Arten von Volksbelustigung – damit es schön teuer wird, sogar in die Warnow. Aber bitte vermenguliert das nicht mit einem THEATER-Neubau!

Von einem Theater-NEUBAU sollte ohnehin erst dann ernsthaft geredet werden, wenn der sichere Erhalt des jetzigen Vier-Sparten-Theater-Ensembles finanziell gewährleistet ist. Es erscheint mir absurd, von einem Theaterneubau mit Kosten „bis zu 80 Mio. Euro“ (OB Methling) zu reden, wenn dem Theater aktuell nicht einmal 0,5 Mio. € zur Verfügung gestellt werden können und daher zum Jahresende die Schließung des Theaters am Stadthafen notwendig wird.

Vermutlich ist auch die Schizophrenie von unzureichender aktueller Finanzierung des Volkstheaters und üppigen Neubauplänen alles andere als ein Zufall.

Verschwörungstheoretisch Interessierte finden ohnehin viele Analogien bei „Büchner“ und Volkstheater, bis hin zum vergleichbaren Desinteresse (vorsichtig ausgedrückt) auch auf Landesebene und zur DDR-Denunziationswut. Hieß es bei der Ankündigung der VTR-Veranstaltung „Gegenwart verstehen“, man „könnte man fast von einem spezifischen ‘postsozialistischen Trauma’ sprechen, das die Hansestadt im Verhältnis zu ihrem Theater zu lähmen scheint“, so schreibt jetzt OZ-Leser Jörg Plath aus Rostock (05.06.2013 22:54 Uhr): „Warum so eine Aufregung um diese postkommunistische Relique? Ich bin froh, dass das Schiff nicht mehr das Stadtbild verschandelt.“

Die „Georg Büchner“ war zwar ursprünglich als „Kongo-Boot“ Repräsentant einer barbarischen Kolonialpolitik und nach dem Ankauf durch die DSR keinesfalls „Reliquie“, sondern Ausbildungsschiff, aber das macht ja alles gar nichts! So ein Quatsch wird gedruckt, weil er für arglose Gemüter zusätzlichen Nebel liefert. Verschwörungstheoretiker sind allerdings zumeist alles andere als arglos und bleiben daher aufmerksam, auch wenn es schwer ist, im dichten Milieu-Filz der Macher und Mitentscheider etwas zu erkennen.

Für mich bleibt es bei der Grundaussage: „Das Finanzdesaster des Rostocker Volkstheaters ist nicht zu trennen von der generellen Unterfinanzierung von Kunst und Kultur. Theater muss sein!

Dummdreist, demagogisch und rüpelhaft

Schausteller sind allenthalben gern gesehene Gäste. Doch wenn sie sich in innerstädtische Angelegenheiten einzumischen und Bevölkerung sowie Entscheider unter Druck zu setzen versuchen, dann ist das völlig unangemessen.

Die Fahrgeschäfte fürchten, sagen sie, wegen eines potentiellen Theaterneubaus auf dem Bussebart um ihre Stellplätze. Wer immer ihnen diesen Floh ins Ohr gesetzt hat:

  • Das Theater wird (wenn überhaupt) ganz sicher nicht auf den befestigten Flächen, sondern auf dem jetzigen Ödland gebaut werden. Es dürfte also nicht ein einziger bisheriger Stellplatz verloren gehen.
  • Selbst wenn es so käme: Es stünden Ausweichplätze im Stadthafen bereit. Das aber wäre zu weit, sagen die Schausteller. Nicht zu weit für die Theaterbesucher, sagen die Schausteller auch. Das klingt merkwürdig, denn Theater findet (fast) das ganze Jahr statt, „Rummel“ viel seltener (zumeist Ostern, Pflingsten, Weihnachten). Für einen Theaterbesuch zieht man sich in der Regel etwas besser an als zu einem Besuch von Marktständen und Fahrgeschäften. Macht nichts, sagen die Schausteller und fordern für sich selbst die besten Plätze: „Ja zum Theater“ – aber bitte so weit weg wie möglich!

Um ihre Forderung durchzusetzen, benahmen sich 20 Schausteller äußerst rüpelhaft:

  1. Sie blockierten noch am 8.4. den Neuen Markt mit ihren dicht an dicht geparkten großen Lkw’s.
  2. Sie lärmten mit ihren lauten Signalhörnern über eine lange Zeit hinweg, es war wirklich unerträglich. Viele Passanten, die den neuen Markt querten, hielten sich die Ohren zu und bei dem einen oder anderen mag es auch einen temporären Hörschaden gegeben haben.
  3. Sie ließen über eine halbe Stunde lang die Motoren laufen. Es war windstill auf dem Neuen Markt am8.4. zwischen 17:00 und 17:30 Uhr. So durfte jeder Passant auf dem Neuen Markt besonders viele krebserregende Dieselabgase einatmen – angeblich mit Genehmigung der Stadtverwaltung, auf die sich die Demonstranten beriefen.
  4. Insbesondere unter den vorgenannten Bedingungen war die mitgeführte Losung eine unverschämte Drohung: „Jetzt nur 20. Beim nächsten Mal können es 200 sein!“

Wem nützt das Geschrei? Da die Stadtverwaltung unlängst verlauten ließ, es seien nur noch zwei Theaterneubau-Standorte im Gespräch (Bussebart und Stadthafen), erscheint die Antwort einfach und eindeutig: Demjenigen, der den Stadthafen favorisiert! Er hatte ja auch von seinem Dienstzimmer den besten Blick auf dem Neuen Markt und das dortige Geschehen.

Bezüglich des Lärms und der Abgasbelastung ist der Senator für Umwelt gefragt: Wie konnte so ein Verhalten genehmigungsfähig sein? Seine Antwort werden wir gerne auf diesem Blog publizieren.

Bezeichnend erscheint auch (wieder einmal), dass die regionalen Zeitungen NNN und OZ Medien ausschließlich wohlwollend berichteten. Kritische Töne waren nur auf Das-ist-Rostock zu lesen (http://www.das-ist-rostock.de/artikel/49015_2013-04-06_volkskultur-gegen-hochkultur/). Über das rüpelhafte Benehmen am 8.4. allerdings auch hier kein Wort.

Und das Theater selbst? Schweigt.

Hier noch eine Beobachtung am Rande: Die“Montagsdemo“ am 8.4 wurde von einem jungen Mann mit einer VATRO-Firmenjacke koordiniert. Wer googelt, findet letztendlich VATRO auf http://www.polygongroup.com/de/, ein Unternehmen mit deutschem Hauptsitz in Olpe,  31 Niederlassungen und 650 Mitarbeitern in Deutschland. Europaweit agiert das Unternehmen als POLYGONVATRO mit 2800 Mitarbeitern und über 415 Mio. € Jahresumsatz. Da fragt man sich, was ein auf die Sanierung von Brand- und Wasserschäden spezialisiertes Unternehmen mit Fahrgeschäften zu tun hat. Vermutlich nichts, aber über einen Partner sind auch „immobilienwirtschaftliche Produkte und Dienstleistungen“ im Angebot….

Ein Ausschnitt der 20 dicht aufmarschierten LKW. In jedem Führerhaus die Drohung "Jetzt nur 20. Beim nächsten Mal können es 200 sein!"

Ein Ausschnitt der 20 dicht aufmarschierten LKW. In jedem Führerhaus die Drohung „Jetzt nur 20. Beim nächsten Mal können es 200 sein!“

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Hier die Drohung noch einmal

Hier die Drohung noch einmal

Abgase - so intensiv, dass man sie selbst auf dem Foto gut erkennt. Und das 200-fach?

Abgase – so intensiv, dass man sie selbst auf dem Foto gut erkennt. Und das 200-fach?

Der Abmarsch am 8.4. gegen 17:30 Uhr

Der Abmarsch am 8.4. gegen 17:30 Uhr

Größer ging es nicht, aber gut für den Ausblick aus dem Rathaus...

Größer ging es nicht, aber gut für den Ausblick aus dem Rathaus…