151121 – Eva-Maria Kröger

151121-eva-kroegerLiebe Theaterfreunde,
Dies ist eine Sturmwarnung.

Ein Sturmwächter kann sich irren. Aber nie irrt er mit Vorsatz.

Irren mit Vorsatz – dies sind Momente der Politik, die nur wenige kennen, aber viele spüren. Es sind Machenschaften ganz im Stile fürchterlicher Verschwörungstheorien, die im echten Leben gar nicht bewundernswert, sondern abstoßend und erschreckend menschlich sind. Wenn es nicht mehr um übergeordnete Ziele geht, sondern nur noch um den Sieg, nur noch um eigene Paradigmen. Ich spreche über die Einbildung, man würde mit Macht und Manipulation zwei Instrumente benutzen, die legitim und ein Beweis für Stärke sind.
Des Pudels Kern ist keine Überraschung, aber böse ist er dennoch. Er ist der Grund, warum all die Unbeteiligten ahnen, etwas würde nicht mit rechten Dingen zugehen. Diese Ahnung, aus der Frust und Lethargie erwachsen. Menschen gehen nicht nicht wählen, weil sie faul sind. Nein, Sie halten sich intuitiv von etwas fern, das nur selten sein wahres Antlitz zeigt. Es versteckt sich gut hinter Phrasen und vorgeschobenen Argumenten, hinter Scheinheiligkeit und Unwahrheit. Wenn jemand sagt, er wolle das Theater retten, es zeitgleich jedoch auf einen Weg der Deinstallation führt. Wenn jemand konstruiert, er hätte dieses oder jenes gemeint, doch die Wahrheit so stechend grell ist. Selbst Mitentscheider lassen sich blenden, weil es auch bequemer ist. Schlimmer ist’s noch, wenn sie mit unter den abgewetzten Schafspelz kriechen bis er so fett geworden ist, dass selbst Außenstehende das perfide Spiel erkennen.
Doch die Stimmen der Empörten sind wie leise Wellen. Nur alle paar Jahre werden sie gehört und ihre Brandung, zuvor geschwächt durch gut getarnte, kreidesüße Versprechen, umspült lediglich seicht den fest verankerten Stand des Establishment.
Die Abgründe menschlicher Fehlbarkeit werden gut sichtbar, wenn Politik Macht macht. Der Irrglaube, Vertrauen missbrauchen und zu verwaltende Dinge verstümmeln zu dürfen, fängt dann an zu müffeln, wenn aus dem Irren und dem Glauben Vorsatz wird.

Liebe Theaterfreunde, der Ober-Bürgermeister irrt vorsätzlich.

Krallen wir uns fest, widerspenstig an unserem Widerwillen. Das Establishment zerstört das Theater. Wir wollen sie aufhalten, mit Vorsatz.

Theaterfreunde, ein Sturm zieht auf. Verbarrikadieren Sie sich jetzt oder stehen Sie vor den Trümmern dessen, was einst Ihnen gehörte.
Dies ist eine Sturmwarnung.


 

Übernommen von der Facebook-Seite „Initiative Volkstheater“

Advertisements